Im historischen Gebäude im Rottweiler Neckartal entstehen bis Anfang 2027 moderne Praxis- und Operationsräume. Stadt, Investoren und Ärzte sehen darin einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Versorgung der Region. Dafür zieht eine Praxis innerhalb Rottweils um.

ROTTWEIL. Die Augenarztpraxis Optimum, will Anfang 2027 neue Räume im historischen Perlonbau im Rottweiler Neckartal beziehen. Dafür wird das markante Gebäude derzeit umfassend umgebaut und modernisiert. Nach Angaben der Investoren beläuft sich die Gesamtinvestition auf rund vier Millionen Euro.
Auf rund 980 Quadratmetern entstehen neue Praxis- und Operationsbereiche für die Augenheilkunde. Der Ausbau erfolgt in zwei Bauabschnitten. Der offizielle Start des Praxisbetriebs in den neuen Räumen ist nach aktuellem Stand für den 1. Januar 2027 vorgesehen.
Derzeit befindet sich die Praxis im Paracelsushaus in der Königstraße 35 in der Rottweiler Innenstadt. Dort stößt sie nach Angaben der Beteiligten zunehmend an räumliche Grenzen.
Bildergalerie vom „Kick-off“
Fotos: Peter Arnegger






Karol Kociolek.
















OP-Standort im Neckartal
Für die Eigentümerfamilien Eggert, Lebold und Probst sprach Thomas Probst bei einem gemeinsamen Termin mit den Ärzten und Vertretern der Stadtverwaltung am Mittwoch von einem wichtigen Schritt für den Gesundheitsstandort Rottweil. „Wir werden mit diesem Angebot den medizinischen Standort Rottweil stärken“, sagte er.
Im Perlonbau entsteht künftig ein eigener Operationsstandort der Praxis. Die Dimension des Umbaus werde bereits durch einige Zahlen deutlich: Nach Angaben von Probst wurden bislang rund 1800 Quadratmeter Trockenbauplatten verbaut. Zudem habe der Elektriker etwa 18 Kilometer Leitungen installiert. Wie Karol Kociolek, Augenarzt und Gesellschafter bei Optimum, der NRWZ sagte, habe die Praxis ein Einzugsgebiet mit einem Radius von rund 50 Kilometern.
Den gemeinsamen Termin mit den Ärzten sowie Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf und Wirtschaftsförderer Andreas Stengelin bezeichnete Probst als „Kick-off-Meilenstein“ – vergleichbar mit einer Grundsteinlegung.
Stadt begleitet Projekt eng
Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf sprach gegenüber der NRWZ von einem wichtigen Signal für die medizinische Versorgung in Rottweil und im ländlichen Raum. Er freue sich, dass die Initiative sowohl von den Ärzten als auch von den Investoren ausgegangen sei. Für die Bauphase wünschte Ruf allen Beteiligten einen unfallfreien Verlauf. Die Stadt habe das Projekt über die Wirtschaftsförderung eng begleitet, um die Umsetzung trotz zahlreicher Auflagen möglichst reibungslos zu ermöglichen. Dabei verwies Ruf unter anderem auf Anforderungen beim Brandschutz, bei der Verkehrssicherheit und auf weitere Genehmigungsverfahren. Der Perlonbau sei ein ortsbildprägendes Gebäude mit einer besonderen Bedeutung für das Tal. Zugleich sei es bemerkenswert, dass nicht auf der grünen Wiese gebaut werde, sondern in ein bestehendes Gebäude investiert werde.
Ruf zerstreute die Sorgen, dass es im als Ärztehaus bekannten Paracelsushaus einen längeren Leerstand geben könnte, indem er sagte: „Das ist ein hochattraktiver Standort.“
Vier Gesellschafter, zwei Standorte
Die Augenarztpraxis Optimum betreibt derzeit Standorte in Rottweil und St. Georgen. Gesellschafter sind Dr. Kathrin Rapp, Anna Ruminska, Dirk Rettenmaier und Karol Kociolek.
Die Praxis deckt nach eigenen Angaben das gesamte Spektrum der konservativen und operativen Augenheilkunde ab. Dazu gehören unter anderem Kinderaugenheilkunde, Laserbehandlungen, Netzhautdiagnostik sowie operative Eingriffe am Auge. Mit dem neuen Standort sollen insbesondere die chirurgischen Kapazitäten erweitert werden.
Considio übernimmt Planung und Umsetzung
Mit der Planung und Umsetzung des Projekts ist das Rottweiler Unternehmen Considio beauftragt. Das Unternehmen begleitet Arztpraxen und medizinische Einrichtungen von der ersten Planung bis zur schlüsselfertigen Fertigstellung.
Nach Angaben von Considio umfasst das Leistungsspektrum unter anderem Praxisplanung, Innenausbau, Bauleitung, Raumgestaltung und Einrichtungskonzepte. Für den neuen Standort im Perlonbau entstehen moderne Behandlungs- und Operationsräume sowie neue Empfangs- und Wartebereiche.
Mit dem Ausbau entwickelt sich der Perlonbau zu einem der größten augenmedizinischen Standorte in der Region. Die Fertigstellung des Projekts ist für das Jahr 2027 vorgesehen.
Mehr zu den Unternehmen unter www.augenoptimum.de und www.considio.de
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