Im Rahmen des Jubiläumsprogramms „Erinnern – Solidarität – Energiezukunft 1986-2026“ fand im Zimmertheater-Cafe eine Lesung mit dem Übersetzer Thomas Weiler statt. Eingeladen hatte der Belarus-Arbeitskreis der „Bürgerinitiative für eine Welt ohne atomare Bedrohung“.
Rottweil – Thomas Weiler ist ein vielfach preisgekrönter Übersetzer slawischer Sprachen. Bei der Lesung ging es um den neuesten Roman „Das Gute siegt“ des belarussischen Schriftstellers Viktor Martinowitsch, der vor zwei Jahren am selben Ort seinen dystopischen Roman „Nacht“ vorgestellt hatte. Viele Autoren und Künstler sind aus der letzten Diktatur Europas nach den offensichtlich gefälschten Wahlen von 2020 ins Exil gegangen, Martinowitsch blieb als „Sonderfall“. Er wollte Zeitzeuge sein in Lukaschenkos Überwachungsstaat.
Weilers einfühlsame Übersetzung spürte den vielen Bedrohungen und Verwerfungen, den Anfeindungen und Verdächtigungen des Schauspielers Matthei im belarusischen Theatermilieu nach. Das sich anschließende Gespräch im dazu passenden Theater-Cafe drehte sich um inhaltliche, aber auch um übersetzungstechnische Fragen. Weiler – übrigens im nahen Schiltach geboren –gab bereitwillig und sehr differenziert Auskunft und zeigte eine große Kenntnis sowohl über belarusische Unterdrückungsmechanismen, als auch Einblicke in dieses wenig bekannte Land, das er schon als Schramberger Schüler bei einem Öko-Camp kennen und lieben gelernt hatte. Sein T-Shirt in belarusischer Sprache mit der Aufschrift „Sei frei!“ zeugte davon.
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