Am heutigen Samstag steht das Handwerk bundesweit im Mittelpunkt. Im Landkreis Rottweil sind 2.120 Betriebe eingetragen, 585 junge Menschen machen dort eine Ausbildung. Die Zahl der neuen Lehrverträge ist im Kammerbezirk deutlich gestiegen – anders als bei der Industrie.
Am Samstag, 19. September, ist bundesweiter Tag des Handwerks. Der Aktionstag fällt seit 2011 auf den dritten Samstag im September, in diesem Jahr läuft er unter dem Motto „Wir machen Karriere mit Gefühl“. Handwerkskammern, Innungen, Kreishandwerkerschaften und Betriebe öffnen dafür Werkstätten, laden zu Leistungsschauen ein und lassen Besucher selbst Hand anlegen.
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Für den Landkreis Rottweil lässt sich der Tag mit Zahlen unterlegen. Nach der Statistik der Handwerkskammer Konstanz waren zum Stichtag 31. Dezember 2025 im Kreis 2.120 Handwerksbetriebe eingetragen, in denen 585 junge Menschen eine Ausbildung machten. Die Kammer weist darauf hin, dass die Betriebszahlen wegen einer geänderten Auswertung von Filialbetrieben nur bedingt mit den Vorjahren vergleichbar sind.
Im gesamten Kammerbezirk – er reicht von Konstanz und Waldshut über Rottweil und Tuttlingen bis in den Schwarzwald-Baar-Kreis – zählt die Kammer 13.336 Betriebe mit knapp 70.000 Beschäftigten und 4.177 Auszubildenden. Der Kreis Rottweil stellt damit rund jeden sechsten Betrieb und jeden siebten Auszubildenden der Region.
Mehr Lehrverträge, aber nicht überall
Zum Ausbildungsstart am 1. September meldete die Kammer 1.549 neue Ausbildungsverhältnisse im Bezirk, 15,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Knapp 17 Prozent der Anfänger bringen Abitur oder Fachhochschulreife mit. Weil das Eintragungsverfahren umgestellt wurde, können sich die Zahlen bis zur Endabrechnung noch leicht verschieben.
Gefragt sind vor allem technische Berufe. 216 junge Menschen beginnen als Kfz-Mechatroniker, 173 als Elektroniker, 155 als Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, 143 als Zimmerer. Kammerpräsident Werner Rottler führt die Entwicklung auf einen Imagewandel zurück und darauf, dass junge Leute nach Tätigkeiten suchen, die sich nicht automatisieren lassen.
Für die gesamte Ausbildungslandschaft gilt der Trend nicht. Die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg verzeichnete zum Ausbildungsstart 5,8 Prozent weniger neue Verträge als im Vorjahr, landesweit lag das Minus bei neun Prozent.
Wer jetzt noch einsteigen will
Auch nach dem offiziellen Ausbildungsbeginn werden weiter Verträge geschlossen. Offene Lehrstellen listet die Ausbildungsplatzbörse der Handwerkskammer unter www.hwk-konstanz.de/ausbildung. Wer sich erst orientieren will, kann sich für die landesweiten Praktikumswochen vom 12. Oktober bis 6. November anmelden. Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8, die Anmeldung unter www.praktikumswoche-bw.de ist kostenlos.
Mit der Gesellenprüfung endet der Weg nicht: 312 Meisterprüfungen wurden 2025 im Kammerbezirk abgelegt. Der Meisterbrief berechtigt dazu, einen Betrieb zu führen und selbst auszubilden. Insgesamt umfasst das Handwerk mehr als 130 Ausbildungsberufe.
Zum Aktionstag hat die Handwerkskammer ihre Ausbildungsbetriebe zu einer Fotoaktion aufgerufen. Unter dem Titel „Willkommen im Handwerk!“ sollten sie Bilder ihrer neuen Auszubildenden einschicken, Einsendeschluss war der 14. September. Die Kammer will die Fotos auf ihren Social-Media-Kanälen und ihrer Website zeigen und daraus eine Collage für die Deutsche Handwerks Zeitung zusammenstellen.
