Benachrichtigung
sauerlaender aquaplaning 397359

Ursachen für Aquaplaning bei 130 km/h und die Rolle verschlissener Stoßdämpfer

Autor / Quelle:
Lesezeit 6 Min.
Foto: Pixabay

Das Fahren mit Autobahngeschwindigkeit bei starkem Regen stellt eine der anspruchsvollsten Situationen für jeden Autofahrer dar. Wenn wolkenbruchartige Niederschläge eine zusammenhängende Wasserschicht auf der Fahrbahn bilden, hängt die Sicherheit des Fahrzeugs direkt von der Haftung der Reifen und der Stabilität des Fahrwerks ab. Bei 130 km/h schrumpft der Spielraum für Fehler drastisch, und ein plötzlicher Kontaktverlust zur Straße kann das Fahrzeug unkontrollierbar machen.

Das Phänomen Aquaplaning tritt auf, wenn das Profil der Reifen das Wasser nicht mehr schnell genug unter der Lauffläche ableiten kann. Dadurch baut sich vor und unter dem Reifen ein hoher Wasserdruck auf, der das Rad schließlich von der Fahrbahnoberfläche abhebt. Während die meisten Autofahrer dieses Risiko primär mit abgefahrenen Reifen oder zu hoher Geschwindigkeit verbinden, gibt es einen weiteren entscheidenden mechanischen Faktor: den Zustand der Stoßdämpfer.

Verschlissene Stoßdämpfer sind nicht mehr in der Lage, die Schwingungen der Fahrwerksfedern effektiv zu dämpfen. Das Rad beginnt auf nasser Fahrbahn unbemerkt zu springen und verliert kontinuierlich den festen Bodenkontakt. Um unvorhergesehene Defekte zu vermeiden und die Fahrzeugkontrolle bei höheren Geschwindigkeiten aufrechtzuerhalten, AUTODOC-Fachleute empfehlen eine regelmäßige Sichtprüfung alle 20.000 km bezüglich möglicher Ölleckagen oder struktureller Schäden am Fahrwerk.

Die Dynamik des Aufschwimmens und die Funktion der Radaufhängung

Wenn ein Auto mit 130 km/h über eine durchnässte Autobahn fährt, muss jeder einzelne Reifen pro Sekunde mehrere Liter Wasser verdrängen, damit die Gummimischung direkten Kontakt zum Asphalt behält. Die Laufflächenrillen dienen dabei als Kanäle, doch ihre Effizienz hängt maßgeblich vom konstanten Anpressdruck des Rades ab.

Sind die Dämpfer verschlissen, führt jede winzige Unebenheit zu hochfrequenten Mikrosprüngen des Rades. In den Bruchteilen einer Sekunde, in denen sich der Reifen auch nur wenige Millimeter anhebt, drängt sofort Wasser unter die Lauffläche. Ohne den gleichmäßigen vertikalen Druck einer funktionierenden Radaufhängung stabilisiert sich der Wasserkeil blitzschnell und reißt den Kontakt zur Straße komplett ab.

Gemäß den Schadens- und Sicherheitsanalysen des Deutschen Automobil-Clubs ADAC ist bei etwa jedem fünften Fahrzeug mit einem Alter von über fünf Jahren mindestens ein Stoßdämpfer wirkungslos oder stark beschädigt, ohne dass der Fahrer dies im Alltag bemerkt. Die Daten des ADAC belegen zudem, dass ein zu 50 Prozent verschlissener Stoßdämpfer den Bremsweg auf nasser Fahrbahn um bis zu 20 Prozent verlängern und das Einsetzen von Aquaplaning um mehr als 10 km/h verfrühen kann.

Leistungsvergleich zwischen intakten und verschlissenen Stoßdämpfern

Um die Bedeutung einer intakten Radaufhängung zu verdeutlichen, zeigt die folgende Übersicht das Verhalten eines Fahrzeugs mit neuen Komponenten im Vergleich zu einem Fahrzeug mit verschlissenen Dämpfern bei Regen auf der Autobahn:

Fahrparameter bei 130 km/hFahrzeug mit intakten StoßdämpfernFahrzeug mit verschlissenen Stoßdämpfern
Bodenpressung des RadesKonstant und gleichmäßig auf dem AsphaltSchwankend durch kontinuierliche Mikrosprünge
WasserverdrängungMaximale Leistung durch stabilen DruckReduziert wegen ständiger Entlastung der Lauffläche
Kritische Aquaplaning-GeschwindigkeitLiegt im physikalischen Limit des ReifensTritt deutlich früher ein, selbst bei neuem Profil
ABS-Bremsweg auf NässeOptimal, da das ABS kontinuierlich regeltVergrößert, da das ABS durch Radsprünge verwirrt wird
Spurtreue in KurvenPräzise, minimale SeitenneigungUnruhig, mit Neigung zum Ausbrechen des Hucks

Die Gegenüberstellung macht deutlich, dass selbst der beste Regenreifen seine volle Wirkung nicht entfalten kann, wenn das Fahrwerk die Räder nicht sauber auf der Fahrbahn hält.

Symptome für abgenutzte Stoßdämpfer im Alltag

Da der Verschleiß der Dämpfer schleichend über viele Tausend Kilometer erfolgt, gewöhnt sich der Fahrer unbewusst an das zunehmend schwammige Fahrverhalten und gleicht Instabilitäten durch kleine Lenkkorrekturen aus.

Folgende Anzeichen deuten auf einen dringenden Austausch des Fahrwerks hin:

  • Starkes Nachschwingen des Aufbaus: Das Fahrzeug wippt nach Bodenwellen mehrfach nach oder neigt sich beim Spurwechsel stark zur Seite.
  • Eintauchen der Fahrzeugfront: Beim kräftigen Bremsen taucht die Vorderachse tief ein, wodurch die Hinterachse entlastet und instabil wird.
  • Ungleichmäßiges Reifenprofil: An den Reifenkanten bildet sich ein schuppenartiges Auswaschungsmuster (Sägezahnbildung) durch das permanente Springen der Räder.
  • Höhere Windempfindlichkeit: Das Auto reagiert auf Brücken oder beim Überholen von LKWs extrem empfindlich auf Seitenwind.
  • Ölspuren am Dämpfergehäuse: Am Gehäuse des Stoßdämpfers treten feuchte Stellen oder Ölablagerungen durch defekte Dichtringe aus.

Das rechtzeitige Erkennen dieser Warnsignale schützt vor gefährlichen Situationen bei unvorhergesehenem Starkregen.

Richtiges Verhalten bei plötzlichem Aquaplaning

Sollte das Fahrzeug trotz aller Vorsichtsmaßnahmen bei hohem Tempo aufschwimmen, entscheidet das richtige Verhalten im ersten Moment über den weiteren Verlauf. Ein typisches Symptom ist das plötzliche Leichtwerden der Lenkung sowie ein kurzes Hochdrehen des Motors bei frontangetriebenen Fahrzeugen.

In dieser kritischen Phase sollten Sie folgende Schritte beachten:

  1. Bewahren Sie Ruhe und halten Sie das Lenkrad fest in der bisherigen Fahrtrichtung verankert.
  2. Nehmen Sie langsam den Fuß vom Gaspedal, damit das Fahrzeug durch den Luft- und Rollwiderstand kontinuierlich an Geschwindigkeit verliert.
  3. Tritt Sie keinesfalls abrupt auf das Bremspedal, da blockierende oder vom ABS geregelte Räder beim Wiederaufsetzen auf den Asphalt das Fahrzeug ins Schleudern bringen können.
  4. Vermeiden Sie Hektik bei Lenkbewegungen; verdrehte Räder führen beim erneuten Kontakt zur Fahrbahn zu einem unkontrollierten Ausbrechen des Autos.
  5. Warten Sie geduldig ab, bis das Fahrzeuggewicht den Wasserfilm wieder durchbricht und die Rückmeldung im Lenkrad spürbar zurückkehrt.

Zusammenfassend erfordert die Vermeidung von Aquaplaning auf der Autobahn ein Zusammenspiel aus angepasster Geschwindigkeit, ausreichendem Reifenprofil und einer voll funktionstüchtigen Radaufhängung. Die regelmäßige Kontrolle der Stoßdämpfer ist ein unverzichtbarer Beitrag zur eigenen Sicherheit bei schlechten Witterungsbedingungen.

Autor / Quelle:PR/Werbung
"PR" steht für Promotion. So gekennzeichnete Artikel veröffentlichen wir im Kundenauftrag gegen Bezahlung. Sie entsprechen nicht unbedingt redaktionellen Standards in Bezug auf Unabhängigkeit, sondern können eine Position einseitig einnehmen. Dennoch informieren die Beiträge aus unserer Sicht zutreffend über einen Sachverhalt.

Danke, dass Sie die NRWZ lesen.

NRWZ.de ist kostenlos. Damit das so bleibt, brauchen wir Werbeeinnahmen — die funktionieren besser mit Ihrer Einwilligung. Nutzen Sie NRWZ kostenlos mit Werbung oder unterstützen Sie unsere Redaktion mit einer Steady-Mitgliedschaft und lesen dafür werbefrei.

Kostenlos mit Werbung

Der kostenlose Zugang wird durch Werbung finanziert. Dafür bitten wir um Ihre Einwilligung in die dafür notwendigen Cookies und Dienste.

Bereits Mitglied? Dann können Sie sich direkt einloggen:

Werbefrei mit Steady

Mit Steady unterstützen Sie unabhängigen Lokaljournalismus aus der Region und lesen NRWZ ohne Werbung*.

*Frei von Werbung über die externen Anbieter Google und Taboola. Lokale Werbung zeigen wir im Interesse unserer Direktkunden weiterhin an.

Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung und im Impressum.