In der diesjährigen Jahresversammlung des Vereins „Ehemalige Synagoge Rottweil“ konnte die Vorsitzende Barbara Haller ein positives Bild zeichnen, sowohl was Aktivitäten als auch die Akzeptanz in der Bevölkerung dieser Gedenkarbeit betrifft.
Rottweil – So wurde beispielsweise das Angebot der monatlichen Führungen durch das ehemals jüdische Rottweil durchwegs gut angenommen. Besuche der Stauffenberg-Gedenkstätte in Lautlingen, der Georg-Elser-Gedenkstätte in Königsbronn, aber auch die dreitägige Studienfahrt ins ehemals jüdische Frankfurt am Main hinterließen bei allen Teilnehmern bleibende Eindrücke.
In einer Gedenkveranstaltung zum siebten Oktober erinnerte Pfarrerin Esther Kuhn-Luz in ihrem nachdenklichen und ausgewogenen Beitrag an das Massaker der Hamas im Herbst 2023. Und wie seit vielen Jahren beteiligte sich der Verein auch wieder an der Gedenkfeier zur Erinnerung an die Pogromnacht im November 1938. Mit ihren Schülern und Schülerinnen von der Nell-Breuning-
Schule gelang es Beate Vöhringer sowohl durch eine überzeugend dargebotene Performance als auch durch die musikalische Gestaltung Nachdenklichkeit zu erzeugen.
Im Finanzbericht durch Kassierer Franz Hogg wurde deutlich, dass der Verein auch in dieser Hinsicht gut aufgestellt ist. Die solide Kassenführung wurde durch die Kassenprüfer bestätigt. So war die Entlastung des Vorstands reine Formsache. Bei den Wahlen zum Vorstand für die kommenden zwei Jahre kandidierten die seitherigen Vorstandsmitglieder noch einmal und wurden einstimmig gewählt: Barbara Haller und Johanna Knaus als erste und zweite Vorsitzende, Franz Hogg als Kassierer, Angelika Braun als Schriftführerin, sowie Gabi Schwarz und Gerhard Lempp für den Beirat.
Der Verein setzte sich im vergangenen Jahr dafür ein, dass eine Straße oder ein Platz nach Moises Kaz benannt würde, der im Jahr 1806 mit seinem Umzug von Mühringen nach Rottweil den Gründungsimpuls zur zweiten jüdischen Gemeinde in Rottweil anstieß. Eine Mehrheit im Gemeinderat konnte schließlich dafür gewonnen werden, dass der Fußweg zwischen der Neuen
Synagoge und dem Neukauf ab dem 8. Juni dieses Jahres Moises-Kaz-Weg heißt. Aus diesem Anlass wird auch für die Performance bei der diesjährigen Veranstaltung zum Novemberpogrom ein kleines Theaterstück über Moises Kaz vorbereitet, das dann mit Schülern und Schülerinnen der Maximilian-Kolbe-Schule zur Aufführung kommen soll.
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