Viele Bedenken gegenüber Elektroautos stammen aus einer Zeit mit kleineren Batterien und weniger Ladesäulen. Heute erleichtern größere Reichweiten und die Routenplanung viele Fahrten. Beim öffentlichen Laden und beim Kauf eines gebrauchten E-Autos gibt es dennoch wichtige Punkte zu beachten.
Ob ein Elektroauto im Alltag passt, hängt vor allem von der geplanten Nutzung, der Reichweite und den Lademöglichkeiten ab. Einige häufige Einwände sind nach Einschätzung des ACE Auto Club Europa inzwischen weniger relevant als früher.
Viele Fahrzeuge können Ladestopps inzwischen automatisch in die Navigation einplanen. Dabei werden unter anderem der aktuelle Ladestand, die Strecke und verfügbare Ladepunkte berücksichtigt. Nach Angaben der Bundesnetzagentur waren in Deutschland am 14. Oktober 223.159 Ladepunkte gemeldet. Rund 2.000 weitere kommen dem Ausgangsmaterial zufolge monatlich hinzu.
Eine vollständig leere Batterie bleibt trotzdem ein mögliches Problem. ACE-Mitglieder sollen in diesem Fall nach Angaben des Clubs unabhängig vom Tarif kostenlos zur nächsten funktionsfähigen öffentlichen Ladesäule abgeschleppt werden.
Wie stark Heizung und Klimaanlage die Reichweite beeinflussen
Heizung und Klimaanlage benötigen zusätzliche Energie. Bei älteren Elektroautos mit kleineren Batterien fällt das prozentual stärker ins Gewicht. Moderne Fahrzeuge mit größeren Energiespeichern sind davon im Alltag meist weniger stark betroffen. Fahrzeuge mit Wärmepumpe können den Innenraum effizienter temperieren. Ist die gewünschte Temperatur erreicht, wird zum Halten weniger Energie benötigt als zum anfänglichen Aufheizen oder Abkühlen.
Besonders bei vielen kurzen Fahrten steigt der zusätzliche Energiebedarf, weil der Innenraum immer wieder neu temperiert werden muss.
Was beim öffentlichen Laden wichtig ist
Für das Schnellladen hat sich CCS als Standard etabliert. Der ältere Anschluss CHAdeMO spielt laut ACE vor allem noch bei einigen Gebrauchtwagen eine Rolle. Bei mehr als jedem dritten Ladepunkt in Deutschland ist das Ladekabel fest montiert, weil es sich um einen Schnellladepunkt handelt. Das gilt inzwischen auch für etwa jeden zehnten Normalladepunkt.
Eine eigene Ladekarte ist nicht immer erforderlich. An den meisten öffentlich zugänglichen Ladepunkten ist sogenanntes Ad-hoc-Laden ohne Vertragsbindung möglich. Bezahlt werden kann je nach Anbieter unter anderem per App, Kredit- oder Girokarte. Bei kompatiblen Fahrzeugen übernimmt Plug & Charge die Authentifizierung und Abrechnung automatisch.
Die Preise sollten dennoch vor dem Laden geprüft werden. Je nach Betreiber und Zahlungsart können die Kosten deutlich variieren. Eine Ladekarte oder App kann günstiger oder bei der Abrechnung übersichtlicher sein als das spontane Laden ohne Vertrag.
Wie sich die Batterie eines gebrauchten E-Autos prüfen lässt
Die Antriebsbatterie verliert nicht zwangsläufig nach wenigen Jahren einen großen Teil ihrer Kapazität. Eine vom Unternehmen Geotab ausgewertete Untersuchung von mehr als 22.000 Elektrofahrzeugen verschiedener Marken und Modelle kam auf einen durchschnittlichen Kapazitätsverlust von rund 2,3 Prozent pro Jahr. Wie stark die Batterie altert, hängt unter anderem vom Modell, dem Ladeverhalten, der Temperatur und der Nutzung ab.
Ein hoher Kilometerstand allein sagt deshalb wenig über den Zustand der Batterie aus. Viele Fahrzeuge haben nach drei oder vier Jahren und deutlich mehr als 100.000 Kilometern noch etwa 90 Prozent Batteriegesundheit. Vor dem Kauf eines gebrauchten Elektroautos sollte der sogenannte „State of Health“ geprüft werden. Ein Batteriezertifikat oder ein Batteriebericht kann Auskunft über die verbleibende Kapazität geben. Auch bestehende Batteriegarantien sollten geprüft werden.
Offene Fragen bleiben vor allem bei den Ladekosten und den Anschaffungspreisen. Die Preise an öffentlichen Ladepunkten sind schwer vergleichbar. Zudem ist das Angebot an kleinen und vergleichsweise günstigen Elektroautos weiterhin begrenzt. Aus Sicht des ACE sind deshalb mehr Preistransparenz beim Laden und ein breiteres Angebot bezahlbarer Fahrzeuge notwendig.

…und dann sind da noch die öffentlichen Ladesäulen, an denen das Aufladen wegen ihrer designverliebten Displays nur bei dichter Bewölkung oder Dunkelheit möglich ist, weil man die Anweisungen darin bei starkem Lichtbefall nicht entziffern kann!