Rottweil – Nach Angaben der AOK waren 2024 rund 2.400 Versicherte im Landkreis Rottweil wegen Osteoporose in ärztlicher Behandlung. Die Erkrankung entwickelt sich meist schleichend und wird häufig erst nach einem Knochenbruch erkannt. Zum Welt-Osteoporose-Tag am 20. Oktober informiert die AOK über Risiken und Vorsorge.
Bei Osteoporose nimmt die Knochendichte deutlich ab, zudem wird die Struktur des Knochengewebes beeinträchtigt. Dadurch kann das Risiko für Knochenbrüche steigen. Nach den regionalen Zahlen der AOK steigt die Zahl der Betroffenen im Landkreis Rottweil ab etwa 50 Jahren an und erreicht in der Altersgruppe der 80- bis 84-Jährigen ihren Höchststand.
Besonders häufig betroffen sind Frauen. Nach Angaben der AOK-Ärztin Petra Dierich kann der sinkende Östrogenspiegel nach der Menopause den Knochenverlust zusätzlich beschleunigen.
Welche Faktoren erhöhen das Risiko?
Zum persönlichen Risiko können neben dem Alter frühere Knochenbrüche aufgrund von Osteoporose, eine Osteoporose oder Hüftfraktur bei nahen Angehörigen, Untergewicht und Bewegungsmangel beitragen. Auch Rauchen, häufige Stürze sowie bestimmte Erkrankungen und Medikamente werden als mögliche Faktoren genannt.
Ein einzelner Risikofaktor bedeutet nicht automatisch, dass eine Osteoporose vorliegt. Wenn mehrere Faktoren zusammenkommen, sollte das persönliche Risiko für einen Knochenbruch ärztlich beurteilt werden.
Was kann vorbeugen?
Die Behandlung beginnt nicht grundsätzlich mit Medikamenten. Zu den Grundlagen gehören regelmäßige Bewegung, Muskel- und Gleichgewichtstraining sowie Maßnahmen zur Sturzprävention. Kraft-, Gleichgewichts- und Koordinationstraining können nach Angaben der AOK dazu beitragen, Knochen und Muskeln belastbar zu halten und Stürze zu vermeiden.
Wichtig ist außerdem eine ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D. Die AOK verweist auf eine Empfehlung von 1000 Milligramm Calcium täglich über die Nahrung. Als Calciumquellen werden unter anderem Milch und Milchprodukte, grünes Gemüse, Nüsse und Samen sowie calciumreiches Mineralwasser genannt. Eine Ergänzung sollte demnach erst geprüft werden, wenn diese Menge über die Ernährung nicht erreicht wird.
Vitamin D unterstützt den Calcium- und Phosphatstoffwechsel. Ob eine zusätzliche Einnahme sinnvoll ist, sollte nach ärztlicher Abklärung entschieden werden.
Die Knochendichte allein entscheidet nicht
Eine niedrige Knochendichte kann auf weniger stabile Knochen hinweisen. Sie sagt jedoch nicht allein voraus, ob und wann ein Knochenbruch eintritt. Für die Entscheidung über eine Behandlung wird deshalb das individuelle Risiko berücksichtigt, in den kommenden Jahren einen osteoporotischen Knochenbruch zu erleiden. Darauf verweist der Dachverband Osteologie nach Angaben der AOK.
Wenn Bewegung, Sturzprävention und eine ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D angesichts des persönlichen Risikos nicht ausreichen, kann zusätzlich eine medikamentöse Therapie infrage kommen. Ziel der Behandlung ist es, Knochenbrüche zu verhindern und Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.