Brugger Magnetsysteme gewinnt Umweltpreis für Unternehmen

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Der diesjährige Umweltpreis für Unternehmen geht unter anderem an Brugger Magnetsysteme in Hardt. Insgesamt hat die Landesregierung sieben Unternehmen in verschiedenen Kategorien aus Baden-Württemberg ausgezeichnet. Coronabedingt erfuhren die Preisträgerinnen und Preisträger per Livestream von ihrer Auszeichnung.

Die Landesregierung würdige mit dem Umweltpreis vorbildliche Unternehmen, die ihren Betrieb besonders ökologisch und klimaschonend ausgerichtet haben, heißt es in einer Pressemitteilung. Beworben hatten sich 54 Unternehmen, von denen 14 in die Finalrunde um das jeweilige Preisgeld von 10.000 Euro gekommen waren.

Lob von Winfried Kretschmann

„Die ökologische Transformation ist eine Jahrhundertaufgabe, die wir in wenigen Jahrzehnten bewerkstelligen müssen“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann in seinem Grußwort. Damit sie gelinge, brauche es Zuversicht und Tatkraft und müssten alle Kräfte in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft aktiviert werden. „Alle Nominierten für den Umweltpreis für Unternehmen 2020 sind Schrittmacher, bei denen Umweltschutz eine grundlegende unternehmerische Entscheidung ist, die sich durch alle Prozesse zieht – sie sind Vorbilder und Mutmacher!“

Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Screenshot: him

Umweltminister Franz Untersteller meinte, die ausgezeichneten Unternehmen bewiesen eindrucksvoll, dass eine umweltorientierte Unternehmensführung auch wirtschaftlich sinnvoll sei. Es sei bemerkenswert, „mit welch vielfältigen Aktivitäten und innovativen Ideen Unternehmen in Baden-Württemberg sich für die Umwelt einsetzen“.

Umweltminister Franz Untersteller bei der Preisverleihung. Er hat angekündigt, alle Preisträger besuchen zu wollen.

„FairMagnet“ besonders preiswürdig

In der Kategorie Industrieunternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitenden gewann Brugger Magnetsysteme aus Hardt den Umweltpreis. In ihrer Entscheidung hob die Jury besonders hervor, dass der Hersteller von permanent-magnetischen Baugruppen „seine unternehmerische Sozialverantwortung“ lebe.  Brugger habe das Gütesiegel „FairMagnet“ mit initiiert. „Ziel ist es, ökologische, ökonomische und soziale Standards entlang der Lieferkette und in der Produktion einzuhalten.“ Die Einführung nachhaltiger Produktionsbedingungen bei der Verarbeitung von Seltenen Erden in China stehe dabei im Fokus.

Firmenchef Thomas brugger mit seinem Umweltteam. Foto: homepage

Außerdem habe die Firma eine Reihe bemerkenswerter Energieeffizienzmaßnahmen umgesetzt. So nutze das Unternehmen beispielsweise Nahwärme einer benachbarten Schreinerei. Die Abwärme von Spritzmaschinen und der Kompressoren wird für die Wärmegewinnung verwendet.

Klimaneutrale Produktion – aber auch  beim Transport Vorreiter

Schließlich habe sich Firma Brugger auf den Weg zur Klimaneutralität gemacht.  Man kompensiere die eigenen direkten Emissionen sowie die Transporte von und zum Unternehmen mit Hilfe von CO2-Zertifikaten. Außerdem gleiche das Unternehmen etwa 25 Prozent der CO2-Emissionen, die die Herstellung der Vorprodukte verursacht, mit Hilfe von CO2-Zertifikaten aus. Fazit der Jury: „Das Unternehmen zeigt ein hohes ökologisches Bewusstsein und Verantwortung für die Region.“

Thomas Brugger stellte sein Unternehmen vor.

Bei der Preisvergabe am Abend war Thomas Brugger angenehm überrascht: „Ich wusste von nichts“, bestätigt er der NRWZ. Minister Untersteller  betonte, es sei in dieser Kategorie sehr knapp gewesen. Er hob besonders das „fairmagnet“-Engagement des Unternehmens hervor.

Umweltminister Franz Untersteller mit dem Umweltpreis für Brugger

Darüber wollte auch der Moderator des Abends Ingolf Baur mehr erfahren. Brugger berichtete, dass in China demnächst sieben Lieferanten mitmachen. „Wir müssen aber in Deutschland und Europa noch mehr Mitstreiter gewinnen.“

 

In China sei aber eine tolle Entwicklung zu beobachten, so Brugger. Überall seien neue Windkraft- und Photovoltaikanlagen zu sehen. Gefragt, ob das CO2-Engagement nicht auch zu höheren Kosten führe, meinte Brugger, bei der größeren Energieeffizienz spare man natürlich bei den Energiekosten. „Die neuen CO2 Abgabe spielt uns natürlich in die Karten.“  Andererseits hätten sie natürlich auch höhere Kosten. Da höre er manchmal von den Kunden: „Euer Engagement ist toll.“ Aber mehr zahlen wollten sie dann doch nicht.

Thomas Brugger im Gespräch mit dem Moderator.

Offen sei, was mit dem Preisgeld geschehen soll. „Das wird unser Umweltteam entscheiden“,  so Brugger, „denen fällt bestimmt etwas Vernünftiges ein.“

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