Der Werkzeugmaschinen- und Laserhersteller Trumpf hat im Geschäftsjahr 2025/26 deutlich besser abgeschnitten als im Vorjahr. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg von 59 auf 480 Millionen Euro, der Auftragseingang wuchs um 6,6 Prozent. Zugleich sank die Zahl der Beschäftigten in Deutschland um 7,1 Prozent auf 8.675. Zum Konzern gehört auch Trumpf Laser in Schramberg. Zahlen zum Standort nennt die Mitteilung nicht.
Ditzingen/Schramberg. Trumpf hat am Donnerstag die Zahlen für das Geschäftsjahr 2025/26 vorgelegt, das am 30. Juni 2026 endete. Der Umsatz lag mit 4,34 Milliarden Euro praktisch auf Vorjahresniveau (plus 0,2 Prozent). Der Auftragseingang stieg um 6,6 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 4,2 Milliarden). Nach Unternehmensangaben ist das das erste Auftragsplus nach drei Geschäftsjahren mit rückläufigen Bestellungen.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich auf 480 Millionen Euro, nach 59 Millionen im Vorjahr. Die EBIT-Rendite stieg von 1,4 auf 11,1 Prozent. Woher der starke Anstieg kommt, schlüsselt die Mitteilung nicht auf.

(von links nach rechts): Dr.-Ing. Stephan Mayer, Dr. rer. nat. Hagen Zimer, Dr. rer. nat. Berthold Schmidt, Dipl.-Betriebsw. Oliver Maassen, Dr. rer. pol. Lars Grünert, Prof. Dr. phil. Nicola Leibinger-Kammüller, Dr.-Ing. Mathias Kammüller. Quelle: TRUMPF Gruppe
Vorstandschefin erwartet Trendwende
Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende des Vorstands, sagte bei der Vorlage der Bilanz, die Kostensenkungen und die Bereinigung des Portfolios zeigten Ergebnisse. Trotz globaler Krisenherde und handelspolitischer Einschränkungen gehe sie „von einer konjunkturellen Trendwende“ aus. Der positive Trend habe sich im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2026/27 bestätigt.
Chancen sieht Trumpf nach eigenen Angaben bei Elektromobilität, Halbleitern und Leistungselektronik. Dazu kommen Fertigungstechnik für Datacenter, Smart-Factory-Lösungen, Services und humanoide Robotik. Das Unternehmen erwartet, dass Kunden ihre Maschinenparks nach längerer Zurückhaltung erneuern.
USA legen zu, Deutschland und China schwächeln
Größter Einzelmarkt waren die USA mit 772 Millionen Euro Umsatz, ein Plus von 16,8 Prozent. In Deutschland sank der Umsatz um 6,4 Prozent auf 655 Millionen Euro (Vorjahr: 700 Millionen). In China ging er um 7,4 Prozent auf 446 Millionen Euro zurück (Vorjahr: 482 Millionen).
Der Bereich Werkzeugmaschinen erzielte mit 2,38 Milliarden Euro den höchsten Umsatz (Vorjahr: 2,36 Milliarden). Der Umsatz im Geschäftsbereich Lasertechnik sank von 1,25 auf 1,17 Milliarden Euro. Das Geschäftsfeld Elektronik wuchs um 3,6 Prozent auf 458 Millionen Euro. Das Feld EUV, in dem Trumpf Hochleistungslaser für den Kunden ASML liefert, legte um 9,2 Prozent auf 791 Millionen Euro zu.
Weniger Beschäftigte, vor allem in Deutschland
Zum Stichtag 30. Juni 2026 beschäftigte Trumpf weltweit 17.583 Menschen (Vorjahr: 18.303). In Deutschland sank die Zahl um 7,1 Prozent auf 8.675 (Vorjahr: 9.337). 5.350 davon arbeiten am Stammsitz in Ditzingen, Gerlingen, Hettingen und Höfingen.
616 junge Menschen absolvierten im Berichtsjahr eine Ausbildung oder ein Studium an einer Dualen Hochschule. Die Ausbildungsquote lag bei 3,5 Prozent (Vorjahr: 3,3). In Forschung und Entwicklung arbeiten 2.914 Beschäftigte (Vorjahr: 3.006). Die Aufwendungen dafür sanken auf 492 Millionen Euro (Vorjahr: 519 Millionen). Die Entwicklungskostenquote liegt mit 11,3 Prozent weiter über dem Branchendurchschnitt, so Trumpf.
Und Schramberg?
Die Mitteilung enthält keine Angaben zum Standort Schramberg. Dabei ist Trumpf Laser dort ein Schwergewicht. Trumpf selbst bezeichnete Schramberg 2021 als zweitgrößten Standort des Konzerns in Deutschland, mit mehr als 1.400 Beschäftigten, und als Zentrum der industriellen Festkörperlasertechnik. Aktuelle Beschäftigtenzahlen liegen der NRWZ nicht vor.
Im Mai 2024 sagte Geschäftsführer Björn Dymke der NRWZ, er sehe noch keine Verbesserung der Auftragslage. Trumpf Laser prüfe Einstellungen genau, ein Stellenabbau über Fluktuation sei angedeutet worden, Kurzarbeit sei „noch kein Thema“. Konzernweit hatte Trumpf zuvor den Abbau von rund 1.000 Stellen angekündigt.
Ob der Rückgang in Deutschland darauf beruht und welche Standorte betroffen sind, lässt die aktuelle Mitteilung offen. Ebenso fehlen Zahlen zu Auftragslage und Auslastung in Schramberg.
