Gold ist seit Monaten teuer. Für viele ist das ein Anlass, alte Ketten, einzelne Ohrringe und geerbte Ringe aus der Schublade zu holen. Wer Altgold verkaufen oder daraus ein Weihnachtsgeschenk machen lassen will, sollte ein paar Dinge wissen, vom Feingehalt bis zur Ringgröße. Die NRWZ erklärt im Sonderthema „Gold und Schmuck zu Weihnachten“, woran man den Goldgehalt erkennt, wie ein fairer Ankauf abläuft und worauf man beim Schmuckkauf achten sollte.
Dieser Beitrag wird unterstützt von „Die Goldschmiede“ in Niedereschach-Fischbach, Goldhamster in Rottweil, Haas Goldschmied in Balingen, Günther Optik, Uhren & Schmuck in Oberndorf und Stauss.





Inhalt
- Der Stempel verrät den Goldgehalt
- Altgold verkaufen: Worauf es ankommt
- Aus Altem wird Neues
- Schmuck verschenken: Größe, Farbe, Material
- Barren und Münzen
In fast jedem Haushalt liegt Schmuck, den niemand mehr trägt: die Kette mit dem gerissenen Verschluss, der Ring, der nicht mehr passt, der einzelne Ohrstecker. Wertlos ist das selten. Eine Feinunze Gold, gut 31 Gramm, kostete Ende Oktober rund 3.600 Euro. Ein Gramm Feingold war damit etwa 115 Euro wert. Das ist etwas weniger als zu Jahresbeginn, aber ein Vielfaches dessen, was Gold vor zehn Jahren kostete.
Der Stempel verrät den Goldgehalt
Wie viel Gold in einem Schmuckstück steckt, steht meist darauf. Es ist eine winzige Zahl auf der Innenseite des Rings oder am Verschluss der Kette und gibt den Feingehalt in Tausendsteln an. 333er Gold besteht zu einem Drittel aus Gold, der Rest sind Metalle wie Silber und Kupfer. 585er Gold ist in Deutschland bei Schmuck weit verbreitet und enthält 58,5 Prozent Gold. 750er Gold besteht zu drei Vierteln aus Gold.
Ältere Stücke oder Schmuck aus dem Ausland tragen manchmal eine Karatangabe: 14 Karat entsprechen 585er Gold, 18 Karat 750er Gold. Bei Silber steht 925 für Sterlingsilber.
Daraus lässt sich der Materialwert grob überschlagen. Eine 585er Goldkette mit 20 Gramm enthält knapp zwölf Gramm Feingold, nach dem Kurs von Ende Oktober also Gold für rund 1.350 Euro. Diesen Betrag zahlt aber kein Ankäufer aus. Das Metall muss geprüft, eingeschmolzen und in einer Scheideanstalt von den anderen Bestandteilen getrennt werden, und der Händler will daran verdienen. Wie groß der Abschlag ist, ist von Geschäft zu Geschäft verschieden.
Altgold verkaufen: Worauf es ankommt
Seriöse Ankäufer wiegen das Gold vor den Augen des Kunden, prüfen den Feingehalt und richten ihren Preis nach dem aktuellen Tageskurs. Wer Stücke mit unterschiedlichem Feingehalt mitbringt, sollte darauf bestehen, dass sie einzeln bewertet werden. Zum Verkauf gehört ein schriftlicher Beleg mit Gewicht, Feingehalt und Preis.
Es kann sich lohnen, das Angebot erst in Ruhe mit anderen zu vergleichen. Vorsicht ist bei Ankaufsaktionen in Hotelzimmern oder an der Haustür geboten: Wer später Fragen hat, findet den Käufer oft nicht mehr.
Ausweis mitnehmen
Nach dem Geldwäschegesetz müssen Händler die Personalien aufnehmen, sobald Edelmetall für 2.000 Euro oder mehr gegen Bargeld den Besitzer wechselt. Viele Geschäfte verlangen den Ausweis auch bei kleineren Beträgen.
Auch Kaputtes zählt
Angekauft wird auch defekter Schmuck: verbogene Ringe, gerissene Ketten, einzelne Ohrringe. Ebenso Silberbesteck, Münzen und Zahngold. Anders ist es bei Stücken, deren Wert über das Metall hinausgeht, etwa signiertem Designerschmuck oder alten Markenuhren. Hier lohnt sich vor dem Verkauf eine Schätzung. Kleine Edelsteine werden beim reinen Materialankauf oft kaum bezahlt.
Goldhamster in der Hohlengrabengasse in Rottweil kauft nach eigenen Angaben Altgold und Schmuck an, auch defekten, außerdem Silber, Besteck, Gold- und Silbermünzen sowie Zahngold. Stauss nennt den Ankauf von Altgold und Altsilber als Angebot.
Steuern
Steuern fallen meist nicht an. Wer Gold oder Goldschmuck länger als ein Jahr besitzt, muss einen Gewinn aus dem Verkauf nicht versteuern. Bei geerbtem Schmuck zählt die Zeit mit, in der der Verstorbene ihn besessen hat.
Eine Sonderveröffentlichung mit freundlicher Unterstützung durch:
Aus Altem wird Neues
Nicht jedes Erbstück muss verkauft werden. Goldschmiede können aus dem Ring der Großmutter oder einer alten Kette ein neues Schmuckstück fertigen, mit dem vorhandenen Gold und, wenn sie sich eignen, mit den alten Steinen. Dafür wird das Material eingeschmolzen und neu legiert. Ob es direkt weiterverarbeitet oder mit neuem Gold verrechnet wird, hängt vom Zustand des Materials und von der Werkstatt ab.
Bezahlt wird dann vor allem die Arbeitszeit. Das neue Stück bewahrt die Geschichte des alten, sieht aber so aus, wie man es heute tragen möchte.
Wer ein solches Stück unter dem Weihnachtsbaum haben will, sollte bald anfragen. Entwurf, Abstimmung und Anfertigung brauchen Zeit, und vor dem Fest haben viele Werkstätten viel zu tun. Kleinere Goldschmieden arbeiten oft nur nach Terminvereinbarung.
Haas Goldschmied in der Friedrichstraße in Balingen bietet nach eigenen Angaben an, alten Schmuck nach den Vorstellungen der Kunden zu neuem umzuarbeiten. „Die Goldschmiede“, die Meisterwerkstatt von Ute Schneider und Stephan Meub im Bühlweg in Niedereschach-Fischbach, bittet um Terminvereinbarung.
Schmuck verschenken: Größe, Farbe, Material
Die richtige Ringgröße
Beim Ring kommt es auf die Größe an. In Deutschland wird sie als Innenumfang in Millimetern angegeben, Größe 54 heißt also 54 Millimeter. Wer heimlich messen will, nimmt einen Ring, den die beschenkte Person am selben Finger trägt, und lässt ihn beim Juwelier ausmessen. Bei vielen Modellen lässt sich die Größe nachträglich um einige Stufen ändern. Bei Ringen, die rundum mit Steinen besetzt sind, ist das schwierig.
Gelb, Weiß, Rosé
Gold gibt es nicht nur in Gelb. Weißgold, Rosé- und Rotgold entstehen durch unterschiedliche Beimischungen, und gerade bei Trauringen bringen die Hersteller regelmäßig neue Farbtöne heraus. Weißgold ist häufig mit einer dünnen Rhodiumschicht überzogen, die sich mit den Jahren abnutzt und erneuert werden kann. Silber ist günstiger, aber weicher, und es läuft an.
Günther in der Hauptstraße in Oberndorf führt Optik, Uhren und Schmuck, darunter Trauringe. Goldhamster in Rottweil verkauft neben dem Ankauf auch Gold- und Silberschmuck.
Wenn das Geschenk nicht gefällt
Für Käufe im Laden gibt es anders als beim Onlinekauf kein gesetzliches Umtauschrecht. Viele Geschäfte tauschen aus Kulanz trotzdem um, Anfertigungen nach Maß aber in der Regel nicht. Am besten fragt man beim Kauf nach und lässt die Absprache auf dem Kassenbon vermerken.
Barren und Münzen
Manche Händler kaufen nicht nur an, sondern verkaufen auch Anlagegold, also Barren und bestimmte Goldmünzen. Darauf wird keine Mehrwertsteuer erhoben, auf Silberbarren dagegen schon. Auch hier muss man sich ausweisen, wenn man für 2.000 Euro oder mehr bar bezahlt. Stauss etwa nennt neben dem Ankauf auch den Verkauf von Barren und Münzen.
Ab Juli 2027 gelten EU-weit neue Regeln gegen Geldwäsche, unter anderem eine Obergrenze von 10.000 Euro für Barzahlungen bei Händlern.
Quellen
- gold.de: Goldpreis in Euro, Kurs vom 26.10.2026, abgerufen am 05.11.2026
- Regierung von Mittelfranken: Hinweise für Güterhändler zum Geldwäschegesetz
- Kettner Edelmetalle: Bargeldobergrenze 2027 und Identifizierungspflicht
- § 23 Einkommensteuergesetz, private Veräußerungsgeschäfte
- § 25c Umsatzsteuergesetz, Besteuerung von Anlagegold