Sie haben gar nichts verlernt – im Gegenteil

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Was für ein Schmotzigen-Abend! Die bewährten Gruppen haben ganz offensichtlich in der Pause nichts verlernt. Neue sind dazugekommen, die sich nahtlos an das Niveau anpassten – jeder auf seine Art. Wir haben nicht gezählt, aber es müssen über 20 Gruppen gewesen sein, die in den Lokalen und Besenwirtschaften unterwegs waren.

Musikalisch, bunt, bissig, satirisch, frech, auch mal schrill – die Gruppen erfüllten die Erwartungen. Und vielfältig wie das Leben in Rottweil waren auch die Themen. Im Mittelpunkt dabei: Die Kunst in der Stadt, hier vor allem der Lippenkopfzüngler („Der größte Feind der Kunst ist der gute Geschmack“, zitierten die Spruchbeitl den Maler Marcel Duchamp), die OB-Wahl, der Narrensprung und das Tempo-Wirrwar in den Straßen. Da mussten sich Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf und die Gemeinderäte einiges anhören. Wobei: Ruf selbst kam bei den Gruppen sehr gut weg, er konnte sich nicht beklagen. Eine der ganz herrlichen Szenen übrigens, als Vero Schatz von der Gruppe „Aschorleamina“ Ruf eine Partnerin ans Herz legte.

Was bedeutet: Die NRWZ war im alten Spital zugegen, wo eben Ruf nebst Personen aus Verwaltung und Gemeinderat saßen – aber nicht nur sie. Ein dankbares Publikum, das sich beizeiten einstellen musste. Denn wer das nicht tat, bekam den ersten Auftritt nicht mit: Die „Plombenzieher“ hatten sicher den größten Aufwand mit dem wohl einzigen Cello beim Schmotzigen, Verstärkeranlage und weiteren Instrumenten. Musikalisch dann auch der Auftritt der als Viren verkleideten Gruppe um Patrick Mink, die dem unterlegenen OB-Kandidaten Simon Busch riet: „Always look on the bright side of life“ (schau immer auf die helle Seite des Lebens). A propos Busch: Als eine andere Gruppe den Kandidaten unfair anging, gab es Unmutsäußerungen vom Publikum.

Auf das sechsköpfige Ensemble folgte eine Solistin, die sich dann „O je wo isch mei Grupp“ benannte. Sie wollte sich als Wirtschaftsförderin bei der Stadt bewerben. „Frauen ins Rößle“, forderte sie – und meinte damit, die gleichnamige Kneipe zum Frauen-Café zu machen (was denn sonst…).

Verstärkt hatte sich die Gruppe Englerth-Hansmann: Nicht nur um Glanz, Glimmer und Disco-Sound, sondern auch um zwei junge Mitspielerinnen. Alles Familie. Auf die Frage, wie sie ihre Gruppe nennt, kam die ganz spontane Antwort: „Alt und Jung“.

„Bssschd a Grupp“ hieß es dann. „Luan Nicht-so-krass-niqi“ hatten sie dabei. Von der OB-Wahl wollten sie aber nichts bringen, „mir hend sogar da Busch derhoim glassa“, betonte Philipp Kleiter. Der unterlegene OB-Kandidat war bisher fester Bestandteil der Grupp gewesen. Bssschd.

Bob Baumeister aus Feckenhausen hingegen hatte die OB-Wahl zum leitenden Thema. Schließlich sei Ruf ja mit den Stimmen der „Bergdörfer“ zum OB gewählt worden. Und sie hatten auch den „Godfater of Wahlkampf“ dabei: Donald Trump. Und der kenne schließlich den Bus(c)h.

15 Gruppen insgesamt traten bis 2 Uhr im Spital auf, zuletzt die „Spruchbeitl“ um „Barde“ Martin Weiss als Kunstwerke. Dann allerdings leerte sich das Spital zügig.

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