Rottweil – Was der Wasserstand in den Hochbehältern mit einem Fußballspiel zu tun hat und wie sicher die Versorgung ist, das erfuhr die Gruppe von Forum für Rottweil (FFR) beim Besuch der ENRW in Neufra. Zwei Stunden lang nahmen sich die ENRW-Geschäftsführer Holger Hüneke und Stefan Kempf Zeit für die kommunalpolitisch Interessierten.
Die Geschäftsführer zeigten den Besuchern die vielfältigen Tätigkeitsfelder der ENRW auf. Dabei gingen sie auf neueste Entwicklungen im Energiesektor ein und erläuterten Hürden der Energiewende und des Netzausbaus genauso wie die Planungen eines neuen Hallenbads.
Der erste Gang führte die Gruppe in das Herzstück des neuen ENRW-Gebäudes in Neufra: die Schaltzentrale. Anhand der an die Wand geworfenen Netzpläne für die verschiedenen ENRW-Versorgungssparten erläuterte Hüneke, wie Wasser, Wärme und Strom in die Haushalte des Versorgungsgebietes kommen, woran der Verbrauch gesehen werde und wie Störungen in der Versorgung von Neufra aus bewertet und behoben werden. Im Allgemeinen bekämen die Verbraucher davon gar nichts mit.
Die Versorgung mit Wasser bezeichnete Hüneke in seinen Ausführungen auch in einem trockenen Sommer wie dem vergangenen als „zuverlässig“. Die Kombination aus Bodenseewasser und Eschachtalquellwasser habe sich bewährt, die Härte sei „akzeptabel“ und für den Verbraucher finanzierbar. Eine erhöhte Beimischung von weicherem Bodenseewasser führe zu höheren Kosten.
Zufrieden sei die ENRW auch mit den Wasserverlusten durch Lecks in den Leitungen. Diese lägen bei etwa fünf Prozent, im Vergleich zu anderen Versorgern sei das sehr wenig. Der ENRW-Geschäftsführer wies darauf hin, dass auch das eine Form von Nachhaltigkeit sei. Augenzwinkernd verwies er am Rande seiner Ausführungen auf den Wasserstand in den Hochbehältern: Stehe Deutschland im Endspiel der WM, sinke der Pegel in der Spielpause schlagartig und deutlich sichtbar. Intern sei dann vom „Spülstoß“ die Rede.
In einer anschließenden Fragerunde erläuterten Hüneke und Kempf den Stand der Planungen eines Hallenbads als Ersatz für das Aquasol. Sie gaben Einblicke in die weitere Entwicklung des Wärmenetzes und die komplexe Umstellung der Wärme- und Stromversorgung auf regenerative Energien. Diskutiert wurden auch Überlegungen zu einer besseren Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern in Planungsprozesse.