Seit 26 Jahren ist die Wärmestube in der Suppengasse verlässliche Anlaufstelle für Menschen aus Rottweil und Umgebung. Ein Ort, um andere zu treffen, ein warmes Essen zu bekommen, Waschmaschine und Trockner nutzen zu können oder eine warme Dusche zu nehmen.
Rottweil. Für rund 20 Menschen der täglich etwa 30 Besucherinnen und Besucher der Wärmestube kochen die Ehrenamtlichen jeden Tag ein warmes Essen. Ein Euro sollte jeder dafür bezahlen, wenn möglich, gerne auch mehr, führt Dietmar Greuter, langjähriger Vorstandsvorsitzender des Trägervereins der Wärmestube aus. Die Zahl ändere sich täglich, verlässlich planen lasse sich das nicht. Auch sei nach der Monatsmitte der Andrang um die drei Tischgruppen im Raum größer. Man merke, dass die Bedürftigen dann mit jedem Cent rechnen.
Etwa die Hälfte der Gäste komme aus der Stadt, das seien arme Menschen, die sonst niemanden haben, die in der Wärmestube Kontakte finden, einen Ort, wo sie hinkönnen, sagt Sigrun Mei, aktuell die Vorsitzende des Vereins. Die andere Hälfte der Gäste seien Bedürftige, die unter das Sozialgesetzbuch XII fallen. Das sei wichtig, um zu verdeutlichen, dass Bürgerinnen und Bürger von Rottweil von dem Angebot profitieren. Deshalb, so Greuter, sehe er auch die Stadt in der Verantwortung, wenn es um die nachhaltige Finanzierung der Wärmestube geht.
Die bisher vom Landkreis bereit gestellte Unterstützung von 10.000 Euro pro Jahr reiche inzwischen nicht mehr aus, wenn auch der Verein zahlreiche Spenden erhalte. Die von der Stadt für zwei Jahre zugesagten Zuschüsse, ebenfalls in Höhe von 10.000 Euro, geben momentan Planungssicherheit für die 50-Prozent-Stelle einer Sozialarbeiterin. Angegliedert an das Team der Spittelmühle, betreut Hélène Marcel seit Oktober 2023 die Wärmestube, kümmert sich um Ehrenamtliche, koordiniert Einkäufe und Abläufe, nimmt sich der Sorgen und Nöte oder gesundheitlicher Probleme der Gäste an. Im selben Haus übernimmt sie zudem die Fachberatung nach SGB XII.
Den FFR-lerinnen und FFR-lern nötigt die Arbeit große Respekt ab. FFR-Sprecher Michael Leibrecht plädiert nachdrücklich dafür, die Personalkosten langfristig abzusichern. Er sieht auch die Stadt in der Pflicht sich an den Kosten zu beteiligen, wolle sie wirklich eine „soziale Stadt“ sein. Heide Friederichs, die seit Jahren am gemeinsamen Weihnachtsfest von Wärmstube und Spittelmühle zu Gast ist, pflichtet ihm bei: Gerade an besonderen Tagen werde offensichtlich, wie viele einsame Menschen es in Rottweil gebe. FFR-Stadträtin Elke Reichenbach schlägt vor, dass sich die Wärmestube mit Landkreis und Stadt frühzeitig an einen Tisch setzt und einen für alle Seiten tragbaren Finanzierungsplan für die Zukunft aufstellt. Sicherheit für die wichtige soziale Arbeit zu geben, gebiete der Respekt – gegenüber Gästen wie Ehrenamtlichen und Angestellten.
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