Vor Ferienstart in Baden-Württemberg: ACE warnt vor Diebstahl-Tricks auf Rastplätzen

Am Donnerstag beginnen in Baden-Württemberg die Sommerferien. Der ACE Auto Club Europa warnt vor Ablenkungsmaschen auf Rastplätzen und nennt Vorsichtsmaßnahmen gegen Diebstahl unterwegs.

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Quelle: www.polizei-beratung.de

BERLIN/KREIS ROTTWEIL – Am Donnerstag, 30. Juli, beginnen in Baden-Württemberg die Sommerferien – sie dauern bis zum 12. September. Damit steigt auch der Verkehr auf Autobahnen wie der A81, die durch den Landkreis Rottweil führt, und auf den dazugehörigen Rastplätzen. Der ACE Auto Club Europa warnt vor Ablenkungsmaschen, mit denen Kriminelle die kurze Unaufmerksamkeit von Reisenden ausnutzen, um Fahrzeuge auszuräumen. Der Automobilclub nennt Vorsichtsmaßnahmen, mit denen sich das Risiko deutlich senken lässt.

Ablenkung als Masche

Auf Rastplätzen setzen Kriminelle laut ACE regelmäßig auf dasselbe Muster: Sie verwickeln Fahrzeugbesitzerinnen und -besitzer in ein Gespräch, weisen auf einen angeblichen Schaden am Auto hin oder bitten um Hilfe. Während sich die Angesprochenen dem Gegenüber zuwenden, versucht laut Automobilclub häufig eine zweite Person, unbemerkt ins Fahrzeug zu gelangen und Wertgegenstände zu entwenden.

Der ACE rät zur Vorsicht, wenn man zum Aussteigen aufgefordert wird. Türen sollten grundsätzlich verriegelt sein – auch bei kurzen Stopps oder wenn man sich nur wenige Meter vom Auto entfernt. Taschen, Geldbörsen und Dokumente gehören demnach nicht offen sichtbar ins Wageninnere. Wertsachen und wichtige Papiere sollte man nach Möglichkeit mitnehmen und erst kurz vor der Weiterfahrt wieder einladen.

Wer einen Fahrradträger nutzt, sollte diesen laut Automobilclub direkt an der Anhängerkupplung abschließen und die Räder zusätzlich einzeln sichern. Akkus von Pedelecs sowie abnehmbare Teile wie Lichter oder Displays lassen sich unkompliziert entfernen und mitnehmen.

Nicht jeder Rastplatz ist gleich sicher

Nach Einschätzung des ACE sind Wohnmobile und Wohnwagen besonders häufig betroffen – da dort mehr Wertgegenstände vermutet werden und Türen sowie Fenster oft leichter zu öffnen sind als bei klassischen Pkw. Der Club empfiehlt deshalb, den Übernachtungsort sorgfältig auszuwählen. Als vergleichsweise sicher gelten demnach Campingplätze und Stellplätze mit Schranke, Beleuchtung oder Videoüberwachung.

Ein mittleres Risiko sieht der ACE auf inoffiziellen Übernachtungsplätzen etwa in Hafen- oder Strandnähe, ein erhöhtes Risiko auf Autobahnrastplätzen, in abgelegenen Parkbuchten oder wenig belebten Industriegebieten – Örtlichkeiten, wie sie auch entlang der A81 liegen. Müll oder Glasscherben könnten laut Automobilclub ein Hinweis auf einen ungeeigneten Standort sein. Wer im Camper übernachtet, sollte den Platz idealerweise vor Einbruch der Dunkelheit erreichen.

Gasangriffe im Wohnmobil nicht belegt

Seit Jahren kursieren in sozialen Netzwerken Berichte über sogenannte Gasüberfälle, bei denen Kriminelle nachts angeblich Betäubungsgas in Wohnmobile leiten sollen, um Insassen zu betäuben und zu bestehlen. Der ACE verweist darauf, dass Sicherheitsbehörden und Fachleute solche Fälle bislang nicht bestätigen konnten. Reisende müssten sich von entsprechenden Erzählungen deshalb nicht verunsichern lassen.

Tatsächlich erfolgen Einbrüche in Wohnmobile laut Automobilclub meist deutlich einfacher – etwa durch das Aufhebeln von Türen oder Fenstern, wenn niemand im Fahrzeug ist. Schon brennendes Licht bei kurzen Stopps könne helfen, Anwesenheit vorzutäuschen. Zusätzliche mechanische Sicherungen wie Schlösser, Riegel oder Spanngurte sowie akustische Alarmanlagen böten weiteren Schutz. Ausweise, Bank- und Kreditkarten sowie Bargeld gehören nach Möglichkeit in einen fest verankerten Tresor; ohne einen solchen sollten Wertsachen zumindest nicht offen liegen, sondern etwa mit in den Schlafbereich genommen werden.

Bei Verdacht: Abstand halten, Polizei rufen

Wer auf einem Rastplatz Verdacht schöpft, weil sich jemand auffällig für das eigene Fahrzeug interessiert oder wiederholt in der Nähe auftaucht, sollte nach Einschätzung des ACE aufmerksam bleiben, aber Abstand halten. Verdächtige Personen sollten weder direkt angesprochen noch verfolgt oder festgehalten werden. Bei konkretem Verdacht empfiehlt der Automobilclub, die Polizei über den Notruf 110 – im Ausland 112 – zu informieren, möglichst mit Angaben zu Aussehen, Fahrzeug, Kennzeichen oder Fahrtrichtung.

Der ACE weist zudem auf Trickbetrug durch angebliche Amtspersonen hin: Wer sich als Polizistin oder Polizist ausgibt und ohne erkennbaren Anlass auf einem Rastplatz auftaucht, sollte sich den Dienstausweis zeigen lassen – dieser kann allerdings ebenfalls gefälscht sein. Wer Geld fordert oder Wertsachen beschlagnahmen will, macht sich verdächtig. Im Zweifel hilft nur ein eigener Anruf bei der Polizei.

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