Rottweil – Das Land Baden-Württemberg fördert die Instandsetzung von Dach und Dachstuhl der Kapellenkirche in Rottweil mit 361.030 Euro. Das Geld stammt aus der zweiten Tranche des Denkmalförderprogramms 2026, die das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen freigegeben hat. Gefördert wird der dritte Bauabschnitt der Arbeiten.
In der Übersicht des Ministeriums über die kirchlichen und kommunalen Maßnahmen ab 35.000 Euro ist das der zweithöchste Einzelbetrag. Mehr erhält nur das Freiburger Münster, für dessen Steinsanierung 500.000 Euro vorgesehen sind. Die Kapellenkirche ist zugleich das einzige Vorhaben aus dem Landkreis Rottweil auf dieser Liste.
Landesweit gibt das Ministerium in dieser Runde rund 5,4 Millionen Euro für 43 Kulturdenkmale frei. 20 Vorhaben sind privat, neun kommunal und 14 kirchlich. Aus der näheren Umgebung steht außerdem die Evangelische Dorfkirche in Königsfeld im Schwarzwald-Baar-Kreis auf der Liste. Ihre Fassadensanierung wird mit 43.670 Euro gefördert.
So funktioniert die Denkmalförderung
Kirchen und Kommunen können nach Angaben des Ministeriums eine Förderung von 33 Prozent der spezifisch denkmalbezogenen Aufwendungen erhalten, private Eigentümer 50 Prozent. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht, gefördert wird im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel. Über das Programm und die einzelnen Maßnahmen entscheidet das Ministerium.
Finanziert wird das Programm aus Landesmitteln, die der Landtag beschlossen hat. Der überwiegende Anteil stammt aus den Erlösen der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg. Anträge nimmt landesweit das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart entgegen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist der Erhalt von Kulturdenkmalen zudem steuerlich begünstigt.
Ministerin Theresa Schopper verweist in der Mitteilung ihres Hauses auf den Einsatz der Eigentümer, die Zeit und erhebliche eigene Mittel in ihre Denkmale steckten. Jeder Förderbescheid sei ein Bekenntnis des Landes zum Erhalt der Denkmallandschaft.
Teufel: „Denkmale erzählen unsere Geschichte“
Der Rottweiler Landtagsabgeordnete Stefan Teufel (CDU), stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, hatte die Förderung zuvor in einer eigenen Mitteilung bekanntgemacht. „Denkmale erzählen unsere Geschichte. Sie geben unseren Städten und Dörfern ein Gesicht. Mit dieser Förderung bewahren wir, was unsere Heimat unverwechselbar macht“, wird er dort zitiert.
Weiter heißt es: „Wer ein Denkmal erhält, übernimmt Verantwortung für ein Teil unserer gemeinsamen Geschichte. Das kostet Zeit, Kraft und Geld. Deshalb ist es wichtig, dass das Land die engagierten Eigentümer dabei unterstützt.“ Teufel dankt in der Mitteilung allen, die sich für den Erhalt der Kapellenkirche einsetzen.