Das Land Baden-Württemberg unterstützt den Umbau und die Erweiterung der Kläranlage Schramberg mit rund 6,32 Millionen Euro. Das Gesamtprojekt kostet rund 22,4 Millionen Euro. Teil davon ist der Anschluss von Tennenbronn: Die dortige Kläranlage soll stillgelegt werden.
Regierungspräsident Carsten Gabbert hat den Zuwendungsbescheid am Freitag in Schramberg an Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr übergeben. Die Förderung beträgt rund 6,32 Millionen Euro und gilt für den dritten von vier Bauabschnitten. Gabbert sagte, der Ausbau verbessere die Gewässerqualität der Schiltach und erhöhe die Betriebssicherheit.
Eisenlohr bezeichnete den Umbau der Gemeinschaftskläranlage Schramberg-Hardt-Lauterbach mit Anschluss der Kläranlage Tennenbronn als „eines der bislang größten Projekte für uns im Abwasserbereich“. Sie dankte dem Land und den Nachbargemeinden St. Georgen, Lauterbach und Hardt: „Alleine können wir solche Projekte nicht stemmen.“
Umweltministerin Thekla Walker erklärte aus Stuttgart, die Stilllegung kleiner Kläranlagen und der Anschluss an größere Anlagen würden im Land mit hoher Priorität gefördert.
Vier Bauabschnitte
Das Gesamtprojekt gliedert sich in vier Bauabschnitte. Die ersten beiden hat das Land bereits in den Vorjahren mit zusammen rund 1,43 Millionen Euro gefördert. Dabei ging es um einen rund sechs Kilometer langen Transportkanal und um den Umbau des Regenüberlaufbeckens Bühlhof mit einer zweiten Mess- und Drosselstrecke.
Im jetzt geförderten dritten Abschnitt wird die Kläranlage in Schramberg umgebaut und erweitert. Neu gebaut werden ein Rechengebäude und ein Belebungsbecken. Der Sand- und Fettfang wird umgerüstet, das Vorklärbecken umgebaut und ein Klärbecken angepasst.
Im vierten Abschnitt soll die Kläranlage Tennenbronn zu einem Regenüberlaufbecken umgebaut werden. Die Förderung dafür soll 2027 beantragt werden.
Tennenbronn wird angeschlossen
Die Stadtwerke Schramberg betreiben mehrere Kläranlagen, darunter die in Schramberg und die im Ortsteil Tennenbronn. Für die kleinere Anlage in Tennenbronn hat ein Strukturgutachten nach Angaben des Landes ergeben, dass der Anschluss an die Kläranlage Schramberg wirtschaftlich und gewässerökologisch sinnvoll ist. Die Anlage ist demnach seit rund 40 bis 50 Jahren in Betrieb und stark sanierungsbedürftig.
Das Abwasser aus Tennenbronn werde in Schramberg deutlich besser gereinigt, heißt es. Zudem sinke die Zahl der Einleitstellen in die Schiltach. Auch die Betriebssicherheit steige, und die Abwasserentsorgung lasse sich wirtschaftlicher organisieren.
Wer sich beteiligt
An dem Gesamtprojekt sind neben der Stadt Schramberg die Stadt St. Georgen im Schwarzwald sowie die Gemeinden Lauterbach und Hardt beteiligt, mit unterschiedlichen Anteilen und Fördersätzen. Auf Schramberg entfallen rund 77 Prozent. Lauterbach trägt rund elf Prozent, Hardt rund zehn und St. Georgen rund zwei Prozent.
Warum das Projekt so groß geworden ist
Die Erweiterung war zunächst deutlich günstiger veranschlagt. Im November 2024 hatte die Stadtverwaltung dem Ausschuss für Umwelt und Technik berichtet, dass die Kosten von rund sechs auf rund 22 Millionen Euro gestiegen sind, wie die NRWZ damals berichtete. Konrad Ginter, Leiter der Abteilung Tiefbau, nannte gesetzliche Anforderungen als Grund: Nach einer Schmutzfrachtberechnung muss die Schramberger Anlage künftig 370 statt bisher 250 Liter pro Sekunde reinigen. Dafür wird unter anderem ein weiteres Belebungsbecken gebraucht.
