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Mittelalterliche Steinmetzkunst im ältesten Museum der Stadt Rottweil erleben

Zum Figurenprogramm des um 1540 entstandenen Marktbrunnens zählten auch Darstellungen der „Laster“, basierend auf Holzschnitten Hans Birkmairs d. Ä. Die Originalfiguren sind heute in der Lorenzkapelle ausgestellt. (Foto: Städtische Museen)
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Die Kunstsammlung Lorenzkapelle lädt am Sonntag, 7. Juni, von 14 bis 16 Uhr zu einem Besuch ein. Interessierte haben die Gelegenheit, außergewöhnliche Zeugnisse mittelalterlicher Steinmetzkunst zu entdecken und in die Kunst- und Kulturgeschichte Rottweils einzutauchen. Die regelmäßige Öffnung der Sammlung wird durch das engagierte ehrenamtliche Team ermöglicht.

Rottweil – Die malerisch im Bockshof gelegene Lorenzkapelle gilt als der älteste museal genutzte Ort Rottweils und begeht in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum: Seit 175 Jahren dient das Gebäude musealen Zwecken. Bereits 1851 präsentierte Stadtpfarrer Johann Georg Martin Dursch hier seine bedeutende Sammlung spätgotischer Holzskulpturen. Nachdem diese 1992 in das Dominikanermuseum überführt worden war, konzentriert sich die Kunstsammlung Lorenzkapelle auf mittelalterliche Steinskulpturen aus Rottweil.

Zu den herausragenden Exponaten zählen die Originalfiguren des Rottweiler Kapellenturms. Sie gehörten im 14. Jahrhundert zum größten zusammenhängenden Zyklus von Steinplastiken in Schwaben. Um die wertvollen Kunstwerke vor weiterer Verwitterung zu bewahren, wurden sie Ende des 19. beziehungsweise Anfang des 20. Jahrhunderts in die Lorenzkapelle überführt. Ergänzt wird die Sammlung durch spätgotische Steinbildwerke von kirchlichen und städtischen Gebäuden sowie durch originale Bestandteile zahlreicher Rottweiler Brunnen.

Die Ausstellung vermittelt eindrucksvoll die hohe Kunstfertigkeit mittelalterlicher Steinmetze und bietet zugleich faszinierende Einblicke in die reiche künstlerische Tradition der ehemaligen Reichsstadt. Ergänzende Informationstafeln beleuchten darüber hinaus die 175-jährige Geschichte der Lorenzkapelle als Museumsstandort. Der Eintritt ist frei.

Autor / Quelle:Pressemitteilung (pm)
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