Rottweil. Unterhalb der denkmalgeschützten Innenstadt, direkt am Viadukt, soll zur Landesgartenschau 2028 eine Gitterschale aus Holz entstehen. Die Sorge, dass der Denkmalschutz das Projekt bremsen könnte, ist vorerst ausgeräumt. Laut der Präsentation, die Prof. Jan Knippers vom Exzellenzcluster IntCDC dem Gemeinderat vorstellte, hat das Landesamt für Denkmalpflege den Entwurf am 21. August befürwortet.
Auch beim Hochwasser gibt es Entwarnung. Die gesamte Fläche liegt außerhalb des Bereichs, der statistisch einmal in hundert Jahren überflutet wird. Das ist seit dem 30. September geklärt.
Wie ein gespanntes Tuch
Die Planer beschreiben ihr Konzept als „gespanntes Tuch“. Eine Gitterschale aus Holz trägt ein Foliendach und wird von einem Randbalken aus Holz eingefasst. Gehalten wird die Konstruktion vor allem durch Zug: Sie ist mit Verpressankern im Felshang befestigt, ihre Lasten gehen über Bohrpfähle in den Boden. So überspannt sie den Platz ohne Stützen auf einer Länge von 50,8 Metern. Die Dachfläche misst 1246 Quadratmeter, darunter liegen 1136 Quadratmeter Platz für Bühne, Bühnenvorfeld und Sitzbereich. Über die Felsanker haben die Planer am 17. August erste Gespräche mit der Fachfirma HTB geführt. Am selben Tag ging es um Altlasten, Tragfähigkeit des Bodens und Fundament.
Erfahrung von anderen Gartenschauen
Das Stuttgarter Team um Prof. Achim Menges, Monika Göbel, Prof. Jan Knippers und Gregor Neubauer hat schon mehrere Bauten dieser Art umgesetzt: einen Holz- und einen Faserpavillon auf der Bundesgartenschau Heilbronn 2019, Pavillons in Freiburg sowie einen Flachs-Pavillon und einen Turm auf der Landesgartenschau Wangen 2024. Der Exzellenzcluster arbeitet mit 225 Forschenden an nachhaltigem und von der Natur inspiriertem Bauen.
Der Zeitplan ist eng
Bis Mai 2027 soll das Tragsystem entwickelt sein. Dann sollen Richtpreis-Angebote vorliegen und die Baufirma ausgewählt werden. Bis September 2027 folgt die Detailplanung mit einer detaillierten Kostenberechnung. Erst dann wird klar sein, ob die geschätzten 1,45 Millionen Euro reichen. Herstellung, Montage und Genehmigungen müssen bis zur Eröffnung der Landesgartenschau am 7. April 2028 abgeschlossen sein. Für danach sehen die Planer einen dauerhaften Veranstaltungsort und sogar ein „mögliches Wahrzeichen“ der Gartenschau.
