Benachrichtigung

Neue JVA auf dem Rottweiler Esch: Begleitgruppe besichtigt die Großbaustelle

502 Haftplätze und rund 350 Arbeitsplätze: Nach Angaben der Stadt sind in der neuen Anstalt Werkstätten und eine Großküche vorgesehen. Inbetriebnahme 2029.

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Mitglieder der Begleitgruppe JVA informierten sich bei einem erneuten Besuch über den aktuellen Baufortschritt der neuen Justizvollzugsanstalt im Rottweiler Esch und die Vorbereitungen für den künftigen Betrieb. Foto: Bossert

Rottweil – Die Begleitgruppe JVA hat sich erneut auf der Großbaustelle der neuen Justizvollzugsanstalt auf dem Rottweiler Esch über den Baufortschritt informiert. Nach Angaben der Stadt Rottweil stehen dort inzwischen alle 18 Gebäude. Bei der Besichtigung ging es auch um die weiteren Schritte bis zur Inbetriebnahme, die nach dem derzeitigen Zeitplan für 2029 vorgesehen ist.

Bei der Besichtigung wurde laut Stadt deutlich, dass parallel zu den Bauarbeiten bereits umfangreiche organisatorische und sicherheitstechnische Vorbereitungen laufen. Neben den Hafteinheiten entstehen unter anderem Werkstätten, Ausbildungs- und Beschäftigungseinrichtungen sowie eine Großküche.

Die neue JVA soll künftig 502 Haftplätze für männliche Untersuchungs- und Strafgefangene bieten. Bauherr ist Vermögen und Bau Baden-Württemberg. Zugleich entstehen nach Angaben der Stadt rund 350 Arbeitsplätze im Justizvollzug. Der Neubau soll die bisherige innerstädtische Justizvollzugsanstalt ersetzen und weitere Einrichtungen im Land entlasten.

Auch bei den Sicherheits- und Rettungsabläufen laufen die Vorbereitungen. Die Feuerwehr konnte das Gelände nach Angaben der Stadt bereits für Übungen nutzen und sich mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut machen. Die künftige Leiterin der neuen JVA, Stefanie Hörter, beschäftigt sich schon jetzt intensiv mit den organisatorischen Abläufen und Einsatzplanungen. Sie ist derzeit noch an der bestehenden Anstalt in der Rottweiler Innenstadt tätig, muss sich aber bereits mit den Anforderungen des deutlich größeren neuen Standorts auseinandersetzen. „Ein Projekt dieser Größenordnung verlangt nicht nur eine sorgfältige bauliche Umsetzung. Auch die Abläufe und das Zusammenspiel der beteiligten Stellen müssen frühzeitig vorbereitet werden“, sagte Hörter. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie weit das Projekt inzwischen fortgeschritten ist und wie viele Vorbereitungen bereits im Hintergrund stattfinden.“

Die Ergebnisse der frühzeitigen Bürgerbeteiligung sind inzwischen vor Ort zu sehen. Die Begleitgruppe hatte sich schon in der Planungsphase mit der farblichen Gestaltung der Außenmauer beschäftigt und Vorschläge eingebracht. Deren Umsetzung wird nun auf der Baustelle sichtbar. Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf sagte dazu: „Das zeigt ganz konkret, dass die Beteiligung der Bürgerschaft nicht nur auf dem Papier stattgefunden hat. Die Anregungen aus der Begleitgruppe haben Eingang in die Planung gefunden und prägen heute sichtbar das Erscheinungsbild der neuen Anstalt.“

Die Begleitgruppe JVA wurde nach Angaben der Stadt im Vorfeld des Bürgerentscheids 2015 eingerichtet und begleitet das Projekt seither kontinuierlich. Neben Vertretern der Stadtverwaltung und des Landes gehören ihr Mitglieder des Gemeinderats an. Dazu kommen Vertreter gesellschaftlicher Gruppen aus den Bereichen Bewährungshilfe, Gefängnisseelsorge und Naturschutz sowie der damaligen Bürgerinitiative. Die Gruppe hat den Planungsprozess einschließlich des Architektenwettbewerbs begleitet und sich unter anderem mit Fragen der Gestaltung und der Einbindung der Anstalt in die Umgebung beschäftigt.

Ruf bewertete die Arbeit der Gruppe so: „Die Begleitgruppe ist ein gutes Beispiel dafür, wie Bürgerbeteiligung über viele Jahre hinweg erfolgreich funktionieren kann. Aus einer anfangs kontrovers geführten Standortdiskussion ist ein konstruktiver Dialog entstanden, der bis heute trägt.“

Autor / Quelle:Pressemitteilung (pm)
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