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Neuer Radweg zum INKOM: Was Pendler, Schüler und Anwohner wissen müssen

Seit über zehn Jahren wird in Flözlingen für einen Radweg zum INKOM gekämpft. Jetzt hat das Land Baden-Württemberg das Projekt in sein Förderprogramm aufgenommen. Was das konkret bedeutet – und wann mit dem Bau zu rechnen ist.

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Seit mehr als zehn Jahren setzen sich Vertreter aus Flözlingen für einen direkten Radweg zum Gewerbegebiet INKOM ein. Jetzt ist der entscheidende Schritt geschafft: Das Land Baden-Württemberg hat den geplanten Weg zwischen dem Zimmerner Ortsteil Flözlingen und dem Hauptort – mit Anbindung an das interkommunale Gewerbegebiet INKOM – neu in sein Förderprogramm aufgenommen. Gebaut ist er damit noch nicht. Aber die Finanzierung rückt näher.

Was geplant ist

Der neue Radweg soll eine direkte und alltagstaugliche Verbindung zwischen Flözlingen und Zimmern ob Rottweil schaffen – und dabei das INKOM erschließen. Bislang fehlt auf dieser Strecke eine sichere Radverbindung abseits der Straße. Wer heute mit dem Fahrrad vom Ortsteil ins Gewerbegebiet fahren will, muss auf stärker befahrene Straßen ausweichen oder Umwege in Kauf nehmen.

Flözlingens Ortsvorsteher Thomas Bausch hatte zuletzt berichtet, dass seit über zehn Jahren für den Radweg zwischen Flözlingen, dem Gewerbegebiet INKOM und Zimmern gekämpft wird – und nun eine Detailplanung vorliegt. Mit der Aufnahme in das Förderprogramm nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) ist dieser Einsatz jetzt belohnt worden. Eine ursprünglich angedachte ergänzende Bundesförderung über das Programm „Stadt und Land“ fällt hingegen weg – dieses Programm wurde eingestellt.

Das Projekt ist kein Einzelfall im Landkreis. Bereits in den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Vorhaben aus der Region in das Landesprogramm aufgenommen: der Ausbau des Neckartalradwegs in Rottweil, neue Rad- und Gehwege zwischen Wellendingen-Wilflingen und Schömberg-Schörzingen, Querungshilfen in Dunningen-Lackendorf, barrierefreie Fußgängerüberwege in Schramberg-Waldmössingen sowie Brückenprojekte rund um den Rottweiler Bahnhof und die Landesgartenschau 2028.

Wer profitiert?

Das INKOM – das interkommunale Industrie- und Gewerbegebiet von Zimmern ob Rottweil und der Stadt Rottweil – liegt verkehrsgünstig neben der BAB 81 und der B 27 und zählt zu den zentralen Gewerbestandorten im Landkreis. Täglich pendeln viele Menschen dorthin, bislang fast ausschließlich mit dem Auto.

Ein eigener Radweg würde vor allem drei Gruppen nützen: Beschäftigten im INKOM, die künftig häufiger auf das Fahrrad umsteigen könnten; Schülerinnen und Schülern, für die ein sicherer Schulweg zwischen den Ortsteilen fehlt; und Freizeitradlern, für die die Strecke das bestehende Radwegenetz im Eschachtal ergänzen würde.

Dass auf dieser Strecke Bedarf besteht, ist auch anderswo dokumentiert. Radfahrer aus der Region beklagten zuletzt, dass viele Wege im Landkreis Rottweil zwar vorhanden, aber lückenhaft sind – Strecken enden ohne Anschluss, Beschilderungen fehlen. Der geplante Weg würde genau eine solche Lücke schließen.

Der Ausbau der kommunalen Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur geht voran. Baden-Württemberg gilt nicht umsonst als Vorbild bei der Rad- und Fußverkehrsförderung. Mit dem Neu- und Ausbau dieser Rad– und Fußwege verbessert sich die Infrastruktur im Landkreis Rottweil deutlich und wird sicherer.

Artur Eichin, Landtagsabgeordneter (Grüne)

„Das ist ein starkes Signal für unsere Region. Der neue Radweg schafft nicht nur mehr Sicherheit für Radfahrerinnen und Radfahrer, sondern verbessert auch ganz konkret die Verbindung zwischen Wohnen, Arbeiten und Ausbildung. Gerade rund um das INKOM ist eine gute Erreichbarkeit ein echter Standortfaktor.“

Stefan Teufel, Landtagsabgeordneter (CDU)

Der Landesrahmen: Größtes Förderprogramm aller Zeiten

Das Projekt profitiert von einem günstigen Zeitpunkt. Das aktuelle Förderprogramm für kommunale Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur 2025 bis 2029 umfasst mehr als 1.000 Maßnahmen mit einem Investitionsvolumen von über einer Milliarde Euro. Das Land Baden-Württemberg stellt hierfür insgesamt über 400 Millionen Euro bereit – das bisher umfangreichste Förderprogramm für Rad- und Fußwege in der Landesgeschichte.

Insgesamt wollen die Kommunen mit Hilfe der Landesförderung in den Jahren 2025 bis 2029 rund 650 Kilometer neue Radwege und 30.000 zusätzliche Fahrradabstellplätze schaffen. Viele Maßnahmen können dabei über einen Klimabonus einen erhöhten Fördersatz von 75 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten erhalten.

Wann kommt der Radweg?

Ein konkreter Baubeginn steht noch nicht fest. Mit der Aufnahme in das Landesprogramm ist eine wichtige Hürde genommen – nun folgen in der Regel die förmliche Bewilligung, behördliche Genehmigungen und die Ausschreibung. Erst danach kann gebaut werden.

Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
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