ROTTWEIL – Wie sitzt Rottweil in Zukunft? Dazu sind jetzt die Bürger gefragt: Die drei Siegerentwürfe des Wettbewerbs „Rottweil sitzt“ dürfen nämlich jetzt im Kapellenhof probegesessen und beurteilt werden. Dafür gibt es Karten, die danaben stehen, die man aber auch bei Elektro Wiest und in der Tourist-Info bekommt, dort kann man sie auch ausgefüllt wieder abgeben. Aber auch auf der Facebookseite der Stadt Rottweil geht das, wie Bürgermeister Dr. Christian Ruf bei der Vorstellung betonte.
Am Wettbewerb beteiligten sich Studenten der Akademie der bildenden Künste in Stuttgart, und eine Jury um Jürgen Knubben übernahm dann die Bewertung. Den ersten Platz bekam der Entwurf „Kombo“ von Juliana Ludwig und Etienne Ninkov, drehbare Sessel aus Edelstahl und einer recycelbaren Kunststoffbespannung. Welche Farbe sie dann am Ende bekommen, ist noch offen, ebenso wie die Frage, ob sie überhaupt kommen, denn darüber soll der Gemeinderat Ende des Jahres entscheiden – auf Basis der Karten und Onlinebewertungen. „Die Farben können dann im Dialog mit den Farben der Stadt stehen“, so Juliana Ludwig bei der Vorstellung.
Der zweite Platz ging an „Ça va“, das sind helle Holzbänke in variabler Form, die Michael Varga und Lenn Gerlach entworfen haben. Angelehnt an Bistro-Stühle sollen sie Kommunikationsmöbel sein, auf denen man gemeinsam, aber auch distanziert sitzen kann, wie die beiden Kunststudenten betonten. „Rottweil ist so voller Farben, da wollten wir etwas Zurückhaltendes.“ Das Holz komme aus europäischen Wäldern, so viel zur Nachhaltigkeit. Und dann steht da noch die Drittplatzierte, eine „Grüne Bank“, die allerdings orange ist. Grün deshalb, weil sie mit einem Betonkübel verbunden ist, der bepflanzt ist. Man sitze einfach gern im Grünen, so Pierre Embacher und Manuel Kugler, die Erfinder der Bank. Das Material ist auch hier teilweise nachhaltig, die Sitzfläche besteht aus einer Kombination aus Hanf und Wachs.
Und nun sind die Rottweiler am Zug, sie dürfen je bis zu fünf Punkte vergeben für die Fragen, inwieweit das jeweilige Sitzmöbel komfortabel ist, zur Stadt passt und insgesamt gefällt.
Warum
die Stadt für die Aktion bislang schon 20.000 Euro ausgegeben hat,
begründet Bürgermeisterr Ruf gerne: Die Palettenmöbel, die aus einer
Schüleraktion stammen, gehen allmählich kaputt, sie sind nicht
wetterfest. Aber man will, dass die Leute es sich in der Stadt bequem
machen können, so wie es mit den Palettenmöbeln ja auch prima klappt. Ob
dann am Ende nur einer der drei Entwürfe oder eine Kombination von
mehreren die Stadt schmückt, bleibt dabei ebenso offen wie die Frage, ob
es überhaupt einer in die Umsetzung schafft. Darüber eben dürfen die
Bürger jetzt bis zum Ende der Herbstferien mitbestimmen, dann ist der
Gemeinderat am Zug, der im ersten Quartal 2020 entscheiden wird, dann
wird man sehen, was kommt.
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