Auch im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Konstanz sorgen derzeit Screenshots von Vinted-Anzeigen für Diskussionen. Darin werden Kuscheltiere oder Spielzeuge zu ungewöhnlich hohen Preisen angeboten, ergänzt um Angaben wie Alter, Geschlecht oder Größe. Nach Angaben der Polizei gibt es derzeit jedoch keine Hinweise darauf, dass tatsächlich Kinder- oder Menschenhandel hinter den Inseraten steckt.
Das Polizeipräsidium Konstanz hat sich über seinen WhatsApp-Kanal zu den derzeit kursierenden Beiträgen geäußert. Zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer hatten in den vergangenen Tagen Screenshots von Anzeigen auf der Secondhand-Plattform Vinted geteilt und den Verdacht geäußert, die Angebote könnten verschlüsselte Hinweise auf illegalen Kinder- oder Menschenhandel sein.
Auslöser sind Inserate, in denen Kuscheltiere oder Spielzeuge zu auffallend hohen Preisen angeboten werden. Zudem enthalten manche Beschreibungen Angaben, die auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen. In sozialen Netzwerken werden diese Merkmale teilweise als Beleg für kriminelle Aktivitäten interpretiert.
Die Polizei nimmt entsprechende Hinweise nach eigenen Angaben ernst und prüft sie. Nach aktuellem Ermittlungsstand deute jedoch vieles darauf hin, dass es sich um gefälschte oder bewusst irreführende Anzeigen handelt. Gerade bei einem sensiblen Thema wie möglichem Kinder- oder Menschenhandel werde dennoch jeder Hinweis überprüft, um tatsächliche Straftaten auszuschließen.
Gleichzeitig warnt das Polizeipräsidium davor, Screenshots oder Links zu den Anzeigen ungeprüft weiterzuverbreiten. Dadurch könnten sich Gerüchte und Falschinformationen rasch verbreiten.
Wer auf verdächtige Angebote stößt, sollte diese direkt über die Meldefunktion von Vinted melden. Liegen konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat vor, können Hinweise auch über die Onlinewache der Polizei Baden-Württemberg eingereicht werden:
Onlinewache der Polizei Baden-Württemberg
Das Polizeipräsidium Konstanz ist für die Landkreise Rottweil, Tuttlingen, Konstanz und den Schwarzwald-Baar-Kreis zuständig. Ob die aktuell diskutierten Anzeigen einen konkreten regionalen Bezug haben, teilte die Behörde nicht mit.
Weitere Informationen lagen zunächst nicht vor.
Was steckt hinter den Vinted-Screenshots?
Der österreichische Faktencheck-Dienst Mimikama hat die derzeit kursierenden Screenshots untersucht und kommt zu einem klaren Ergebnis: Die auffälligen Anzeigen existieren zwar tatsächlich, ein Beleg für Kinder- oder Menschenhandel ist daraus jedoch nicht ableitbar.
Nach Angaben der Faktenchecker zeigen die Bilder meist Spielzeug, Kuscheltiere oder Kinderartikel mit ungewöhnlich hohen Preisen sowie irritierenden Angaben zu Alter oder Größe. In sozialen Netzwerken werden diese Merkmale häufig als angebliche Geheimcodes für Kinderhandel interpretiert. Für diese Behauptung gebe es bislang jedoch keine belastbaren Nachweise.
Mimikama verweist darauf, dass ähnliche Gerüchte bereits in der Vergangenheit rund um andere Online-Plattformen wie Wayfair oder Etsy verbreitet wurden. Auch damals seien auffällige Produktbeschreibungen oder hohe Preise als vermeintliche Hinweise auf Menschenhandel gedeutet worden, ohne dass entsprechende Belege gefunden wurden.
Die Faktenchecker warnen deshalb davor, aus einzelnen Screenshots vorschnelle Schlüsse zu ziehen. Ungewöhnliche Anzeigen könnten viele Ursachen haben – von fehlerhaften Kategorien über unseriöse Angebote bis hin zu bewussten Provokationen. Wer auf verdächtige Inhalte stößt, sollte diese melden und von den zuständigen Stellen prüfen lassen.
Wichtig: Kinderhandel und sexuelle Ausbeutung von Kindern sind reale Verbrechen. Gerade deshalb, so die Faktenchecker, sei es wichtig, zwischen einem Verdacht und einem tatsächlichen Beleg zu unterscheiden. Falschmeldungen und unbegründete Spekulationen könnten die Aufklärung echter Straftaten erschweren.
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