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Storchen-Beringung in Seedorf und Dunningen: Netze BW hilft mit Hubsteiger

Hubsteiger, Hightech und Handarbeit: So lief die Storchen-Beringung in Seedorf und Dunningen

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Fotos: Hartmut Polet

Mit technischer Unterstützung der Netze BW Schramberg hat der regionale Storchenbetreuer Hartmut Polet am Freitagmorgen die Jungstörche in den Nestern von Seedorf und Dunningen beringt. Die Tiere wiegen bereits zwischen 1800 und 2400 Gramm.

Bereits um 8.30 Uhr begann am Freitag, den 26. Juni, die diesjährige Beringungsaktion am Storchennest in Seedorf. Mit einem speziellen Hubsteiger der Netze BW Schramberg wurde der Strommast auf dem Grundstück Hölz angefahren. Die Jungstörche wurden in einem abgedeckten Korb nach unten gebracht, am Boden vermessen, gewogen und beringt. Anschließend ging es weiter zum Storchennest in Dunningen.

Jeder Storch erhielt einen Ring der Vogelwarte Radolfzell, mit dessen Hilfe sich später das Zugverhalten der Tiere nachvollziehen lässt. Viele Jungstörche bekommen zusätzlich einen GPS-Sender, sodass sie über die App „Animal Tracker” auf dem Smartphone verfolgt werden können.

Eine Besonderheit in diesem Jahr: Drei der Altstörche, die in Seedorf und Dunningen auf Strommasten beziehungsweise dem Kirchturm brüten, stammen selbst aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis. Beringt wurden sie seinerzeit von Manfred Bartler aus Bad Dürrheim.

Bei der Beringung wird der Schnabel der Jungtiere von Verschmutzungen befreit, die sich im Nestlingsalter ansammeln, und das Gefieder wird auf Parasiten und Milben untersucht. Die Beringung erfolgt in der fünften bis siebten Lebenswoche der Störche. Die Jungvögel verfallen dabei in eine Schockstarre; Polet sichert zusätzlich Kopf und Schnabel mit einem Socken. In beiden Nestern zeigte der jeweils ältere Jungstorch bereits Angriffsverhalten gegenüber dem Storchenbetreuer.

In Dunningen zeigte sich der gelernte Starkstromelektriker und Storchenbetreuer beeindruckt davon, wie fachkundig die Störche ihr Nest auf dem Holzmast gebaut hatten – es hält selbst Sturm stand. Die Äste waren dabei in die isolierten Kabel eingeflochten. Lob gab es auch für die Netze BW, die Mast und Leitungen innerhalb von 24 Stunden gesichert und isoliert hatte.

Die vier Jungstörche erhielten die Ringnummern ALJ 30 bis ALJ 33. Laut Polet überleben rund 70 Prozent der Störche ihren ersten Flug nach Afrika oder Spanien nicht. Wer überlebt, kehrt nach etwa zwei Jahren zurück, wenn er geschlechtsreif ist. Im Landkreis Rottweil befinden sich zahlreiche Storchennester auf Strommasten mit 0,4-Kilovolt-Leitungen.

Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
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