164 Tage, fast eine Million Gäste und mehr als 70.000 ehrenamtliche Stunden: Beim Abschluss der Landesgartenschau in Ellwangen wurde sichtbar, was hinter einem solchen Großprojekt steckt. Oberbürgermeister Michael Dambacher gab den Staffelstab gedanklich bereits nach Rottweil weiter – und Christian Ruf versprach unter großem Applaus: „Es wird einfach nur mega.“
Was Rottweil 2028 erwartet, ließ sich bei der Abschlussfeier in Ellwangen zumindest erahnen. Mehr als 1500 Menschen verfolgten das Programm vor der Bühne, am Ende der Rede von Oberbürgermeister Michael Dambacher erhob sich das Publikum zu lang anhaltendem Applaus. Hinter Ellwangen liegen 164 Tage Landesgartenschau – und Zahlen, die eine Größenordnung zeigen: Am Sonntagnachmittag stand der Besucherzähler bereits bei rund 985.670, fast 40.000 Dauerkarten waren ausgegeben worden, mehr als 2100 Führungen hatten stattgefunden. Allein am besucherstärksten Tag, dem Samstag, kamen 21.088 Menschen.

Noch eindrucksvoller ist, was hinter diesen Zahlen steht. Rund 1050 Ehrenamtliche leisteten in Ellwangen mehr als 70.000 Stunden. Dazu kamen Mitarbeiter der Landesgartenschau-Gesellschaft und der Stadtverwaltung, Planer, Bauunternehmen, Handwerker, Schulen und Vereine, Kirchen, Aussteller, Künstler, Gastronomen, Sponsoren sowie Sicherheits- und Rettungsdienste. Dambacher sprach von einem „Ellwanger Sommermärchen“. Aus der Frage „Schaffen wir das?“ sei im Laufe der Jahre die Gewissheit geworden: „Ja, wir schaffen das zusammen.“ Die Landesgartenschau, so seine Botschaft, ende zwar als Veranstaltung – die neu gestalteten Bereiche an der Jagst und möglichst auch die entstandene Gemeinschaft sollten aber bleiben. Mehr als 100 Ehrenamtliche hätten bereits signalisiert, sich auch künftig engagieren zu wollen.

Auch für Rottweil ist das ein Hinweis darauf, dass 2028 weit mehr bevorsteht als eine große Blumenschau. Es geht um Stadtentwicklung, um jahrelange Vorarbeit, um Baustellen und Infrastruktur, aber ebenso um Veranstaltungen, Gastronomie, Vereine, Schulen, Sponsoren und vor allem um Menschen, die sich einbringen. Kinder und Jugendliche machten bei der Abschlussveranstaltung deutlich, was ihnen besonders in Erinnerung bleibt: die positive Stimmung und die gute Zeit auf dem Gelände. Unter dem Motto „Die Stimme der Kleinen“ verbanden sie dies mit einem Appell für Natur und Gemeinschaft.
Dambacher richtete seinen Blick schließlich ausdrücklich nach Rottweil. Er wünschte Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf und den mitgereisten Rottweilern alles Gute für 2028 und gab ihnen mit auf den Weg: Sie sollten auch die mitunter anstrengende Zeit bis dahin genießen. Vielleicht, so Dambacher, werde Ruf am Ende der Rottweiler Gartenschau einmal ähnlich bewegt vor Ehrenamtlichen und Gästen stehen wie er selbst an diesem Sonntag in Ellwangen.


Ruf nahm den Ball auf. Die Landesgartenschau sei „weit mehr als nur Blumen und florale Pracht“, sagte er. Sie sei Stadtentwicklung, Beteiligung, Kulturprogramm und ein Ort, der Menschen zusammenbringe. Das Ellwanger Ehrenamt mit rund 1000 Beteiligten beeindrucke ihn besonders. Zugleich verwies Ruf auf die Rottweiler Delegation, die an diesem Tag mit dem Sonderzug nach Ellwangen gekommen war, auf Stadtkapelle, Bürgerwehr und weitere Mitwirkende. Sie hätten bereits einen Vorgeschmack auf 2028 gegeben.
Dass Rottweil derzeit selbst von Baustellen und großen Infrastrukturprojekten geprägt ist, sah Ruf dabei nicht als schlechtes Zeichen. Mit Testturm, neuer Fußgängerhängebrücke und der neuen JVA mit 502 Haftplätzen habe die Stadt mehrfach gezeigt, dass sie große Vorhaben bewältigen könne. Seine Botschaft für 2028 fiel entsprechend selbstbewusst aus: „Es wird einfach nur mega.“ Und zum Schluss rief er den Gästen unter großem Applaus zu: „Herzlich willkommen in Rottweil 2028.“















