Der ehemalige Rottweiler Landtagsabgeordnete Daniel Karrais meldet sich mit einem sportlichen Bekenntnis zur Weiterarbeit – und macht klar, dass sein politischer Weg noch lange nicht zu Ende ist.
Ein Laufbild vom Stuttgart-Lauf 2023, dazu eine klare Botschaft: Daniel Karrais hat am Donnerstag auf Instagram signalisiert, dass er trotz des Verlusts seines Landtagsmandats nicht aufgibt. „Politik ist Ausdauersport. Wer etwas verändern will, braucht einen langen Atem, Durchhaltevermögen und den Willen, immer wieder den nächsten Schritt zu gehen“, schrieb der FDP-Politiker aus Epfendorf. Vor wenigen Wochen postete er ein Bild von sich – strahlend, direkter Blick in die Kamera – am Rednerpult des Stuttgarter Landtags. Unterzeile: „Ende und Neuanfang.“
Karrais war von 2018 bis 2026 Mitglied des Landtags Baden-Württemberg – zunächst als Nachrücker, dann 2021 wiedergewählt mit 16,2 Prozent im Wahlkreis Rottweil, einem der besten FDP-Ergebnisse im Land. Als Vorsitzender des Umwelt- und Energieausschusses sowie als Sprecher der FDP-Fraktion für Digitalisierung und Klimaschutz gehörte er zu den inhaltlich profiliertesten Abgeordneten seiner Fraktion.
Das Ende kam im März dieses Jahres: Die FDP scheiterte bei der Landtagswahl mit 4,4 Prozent an der Fünfprozenthürde; Karrais verlor sein Mandat zum 1. Mai. In einem Abschiedsschreiben zog er Bilanz über 7,5 Jahre Parlamentsarbeit – Gäubahn, Verwaltungsreform, Energiewende, Bürokratieabbau rund um die Fastnacht.
Die FDP war erfolgreich, als alle geschlossen standen. Sie hat angefangen zu bröseln, als die Schuldzuweisungen und Richtungsstreits losgingen. Niemand wählt Leute, die sich in sich nicht einig sind.
Daniel Karrais auf Instagram
Aufgehört hat er seither nicht. Karrais sitzt weiterhin im Rottweiler Gemeinderat und im Kreistag Rottweil, dem er seit 2024 angehört. Im FDP-Bezirksverband Südbaden, dem er seit Mai 2023 als Vorsitzender vorsteht, bleibt er einer der einflussreichsten Liberalen im südwestdeutschen Raum. Unlängst von der NRWZ gefragt, was er nun, nach seinem Ausscheiden aus dem Landtag, tun werde, bat Karrais um Geduld. Er wusste es zu diesem Zeitpunkt offenbar nicht, schien keinen Plan B zu haben neben seiner erneuten Kandidatur für den Landtag.
Sein Instagram-Post liest sich wie eine Programmansage. „Ich freue mich darauf, weiter für die FDP zu laufen. Die nächsten Kilometer warten bereits“, schrieb der 36-Jährige – und fasst damit sein politisches Selbstverständnis in einem Satz zusammen, der auch für seinen Arbeitsstil stehen könnte. „Ned bruddla, sondern macha“ lautet sein Motto seit Jahren.
Was konkret vor ihm liegt, ließ Karrais offen. Dass er eine Rolle beim Neuaufbau der FDP nach dem Landtagsverlust anstrebt, hat er mehrfach signalisiert. Dass die FDP im Südwesten erfahrene Netzwerker wie ihn brauchen wird, liegt angesichts der Lage der Partei nahe.
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