Die Deutsche Bahn (DB) ändert mit dem Fahrplan 2027 das Intercity-Angebot auf der Gäubahn zwischen Stuttgart und Singen. In Sulz und Oberndorf sollen die Züge künftig stündlich halten. Herrenberg, Bondorf und Gäufelden werden dagegen nicht mehr zweistündlich angefahren. Das neue Konzept soll die Züge pünktlicher machen. Der Fahrplan gilt ab 13. Dezember.
Die DB hat am Dienstag Einzelheiten zum Fahrplan 2027 mitgeteilt. Er tritt am 13. Dezember in Kraft, Tickets sind ab Mittwoch, 14. Oktober, buchbar. Für die Gäubahn zwischen Stuttgart, Singen und Zürich gibt es nach Angaben der DB ein neues Angebotskonzept, das sie mit der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) und den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) abgestimmt hat.
Pünktlichkeit als Ziel
Die Intercity-Züge (IC) sollen auf der teilweise eingleisigen Strecke deutlich pünktlicher fahren, damit Fahrgäste ihre Anschlüsse besser erreichen. Dafür sollen die Abfahrtzeiten einheitlicher werden, etwa im Knoten Stuttgart. Vorgesehen sind außerdem längere Haltezeiten und größere Abstände zwischen den Zügen.
Das ändert sich an den Halten
In Sulz und Oberndorf soll der IC künftig stündlich halten. Laut DB ersetzt er dort im eingleisigen Abschnitt einen Nahverkehrszug, was die betriebliche Situation entspanne.
In Spaichingen und Engen halten die IC-Züge künftig abwechselnd, jeweils im Zweistundentakt.
In Herrenberg, Bondorf und Gäufelden können die IC-Halte nicht mehr zweistündlich angeboten werden. Die Orte erhalten mehrere einzelne Halte am Tag, zunächst testweise. Ergänzend nennt die DB mehr ähnlich schnelle Metropolexpress-Verbindungen (MEX) nach Stuttgart.
Zürich: Entscheidung im Frühjahr
Derzeit endet oder beginnt jede zweite Fahrt in Singen. Wenn die Pünktlichkeit deutlich besser wird, will die DB die Züge ab Sommer 2027 wieder stündlich ohne Umstieg bis Zürich fahren lassen. Darüber entscheiden SBB und DB im Frühling 2027.
Weitere Änderungen im Fahrplan 2027
Die Preise bleiben laut DB stabil. Weitere wichtige Punkte:
- Familienticket: Die DB führt es dauerhaft ein. Es kostet 99,99 Euro, gilt für bis zu fünf Personen in der 2. Klasse im Fernverkehr (Hin- und Rückfahrt) und enthält die Sitzplatzreservierung. Buchbar ist es ab 26. Oktober, erster Reisetag ist der 1. November.
- Zeitkarten: Monatskarten und Schülermonatskarten im Fernverkehr ohne Abo werden ab 21. Oktober um 25 Prozent günstiger. Streckenzeitkarten gibt es künftig nur noch ohne Abo.
- Gruppen: Den Sparpreis Gruppe können Gruppen online bis zu 14 Tage unverbindlich reservieren.
- Stuttgart–Berlin: Vier weitere Sprinter-Fahrten, zwei je Richtung. Ab Stuttgart fahren sie um 11.03 und 15.03 Uhr nonstop via Nürnberg, die Fahrzeit beträgt rund 4¾ Stunden.
- Paris: Neu ist ein täglicher TGV um 16.53 Uhr ab Stuttgart via Karlsruhe, Ankunft in Paris um 20.06 Uhr. Stuttgart hat damit sechs, Karlsruhe neun Direktverbindungen über Straßburg.
- Nachtzug nach Wien: Nach eineinhalb Jahren Pause fährt wieder ein ICE über Nacht von Stuttgart (ab 22.32 Uhr) über München nach Wien (an 6.05 Uhr).
- Baden-Baden und Offenburg: Nach Inbetriebnahme des Rastatter Tunnels halten in Baden-Baden mehr als 40 statt bisher 27 ICE pro Tag. In Offenburg soll wieder der bis Ende 2025 bestehende ICE-Stundentakt gelten.
Baustellen mit Einschränkungen
Nach Angaben der DB wird 2027 weiter auf Rekordniveau gebaut. Zu den Folgen zählen:
- Die zweistündliche ICE-Linie am Oberrhein fährt ganzjährig via Erfurt statt über Kassel nach Berlin.
- Vom 15. Mai bis 9. Juli fahren zwischen Mannheim und Nordrhein-Westfalen nur stündlich ICE, über die Mittelrheinstrecke und rund eine Stunde länger.
- Ab 13. August gibt es von Stuttgart nach Hannover und Hamburg nur noch drei ICE-Direktfahrten pro Tag und Richtung.
Für die größten Baustellen ist das geänderte Angebot laut DB bereits in der Fahrplanauskunft berücksichtigt.
