Die erneute Verzögerung bei Stuttgart 21 sorgt auch in Rottweil für Unruhe. Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf fordert, die direkte Anbindung der Gäubahn an den Stuttgarter Kopfbahnhof solange aufrechtzuerhalten, bis eine verlässliche Alternative zur Verfügung steht. Eine Kappung der Strecke vor 2031 lehnt er ab.
Die Diskussion um die Zukunft der Gäubahn gewinnt nach neuen Berichten über weitere Verzögerungen beim Bahnprojekt Stuttgart 21 erneut an Schärfe. Medienberichten zufolge könnte sich die vollständige Fertigstellung des Projekts bis 2030 oder sogar 2031 hinziehen.
Für Rottweils Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf ist die Konsequenz klar: Die direkte Anbindung der Gäubahn an den Stuttgarter Hauptbahnhof dürfe nicht gekappt werden, solange keine funktionierende Ersatzlösung existiere.
In einem am Dienstag veröffentlichten Statement spricht Ruf von einem „herben Schlag“ für die Menschen entlang der Gäubahn. Die Region brauche endlich Verlässlichkeit statt immer neuer Terminverschiebungen. Solange es keine funktionierende Alternative gebe, müsse die direkte Verbindung zum Stuttgarter Kopfbahnhof erhalten bleiben.
„Keine Kappung ohne Alternative“
Ruf bekräftigt damit eine Position, die er bereits seit längerem vertritt. Schon nach früheren Verzögerungen bei Stuttgart 21 hatte er gefordert, eine mögliche Unterbrechung der Gäubahn zeitlich nach hinten zu verschieben. Eine Abtrennung der Strecke dürfe nicht erfolgen, bevor die neue Infrastruktur tatsächlich nutzbar sei.
Nun geht der Rottweiler Oberbürgermeister noch einen Schritt weiter. Eine mögliche Kappung der Gäubahn könne aus seiner Sicht erst nach 2031 erfolgen – und auch dann nur, wenn sie überhaupt notwendig sei.
Damit verbindet Ruf zugleich einen regionalpolitischen Aspekt: Sollte die Gäubahn bis dahin durchgehend befahrbar bleiben, wäre während der Landesgartenschau 2028 in Rottweil weiterhin eine umsteigefreie Zugverbindung zwischen Stuttgart und Rottweil möglich.
Sorge um Pendler und Reisende
Die Gäubahn verbindet Stuttgart über Böblingen, Horb und Rottweil mit Singen und Zürich. Seit Jahren gibt es Streit um die geplante Unterbrechung der Strecke im Zuge von Stuttgart 21. Nach bisherigen Planungen sollten Züge aus dem Süden zeitweise nicht mehr direkt den Stuttgarter Hauptbahnhof erreichen, sondern bereits in Stuttgart-Vaihingen enden. Fahrgäste müssten dort auf die S-Bahn umsteigen.
Gerade für Pendler, Geschäftsreisende und Besucher der Region sorgt diese Perspektive immer wieder für Kritik. Entsprechend deutlich richtet Ruf nun seine Forderung an die Verantwortlichen bei Bahn und Projektpartnern: Die bestehende Unsicherheit müsse ein Ende haben. Es brauche Klarheit und verlässliche Aussagen zur Zukunft der Gäubahn.
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