Benachrichtigung

Waldbrand-Helfer: Stadt will zunächst nur den Diesel erstatten

Autor / Quelle:
Lesezeit 3 Min.
Der Waldbrand bei Schramberg. Foto: Peter Arnegger

Rund 53.300 Euro stehen den Landwirten zu, die beim Waldbrand am Tösberg mitgeholfen haben. So rechnet es die Stadt Schramberg selbst vor. Ausbezahlt werden soll zunächst aber nur ein Teil davon. Und selbst der Landwirt, der seine Bankdaten schon Anfang September geschickt hat, wartet noch.

Schramberg. Nach dem Streit um die Entschädigung der Landwirte, die beim Waldbrand am 16. August mit Traktoren und Fässern geholfen hatten, hat die NRWZ bei der Stadt nachgefragt. Die Antworten von Pressereferent Hannes Herrmann zeigen erstmals, um wie viel Geld es geht und wie die Stadt vorgehen will.

Die Gesamtsumme, die den Landwirten nach dem Feuerwehrgesetz „theoretisch zusteht“, beträgt nach Angaben der Stadt rund 53.300 Euro. Darin enthalten sind Sprit, Arbeits- und Maschinenkosten sowie Zuschläge nach den Sätzen des Maschinenrings. Erstattet werden soll aber zunächst nur der Diesel, sobald die Bankdaten vorliegen. Dazu sollen die Helfer zu einem Helferfest eingeladen werden. „Wenn jemand darüber hinaus auch den Kostenersatz für Arbeit und Maschinen möchte, darf er sich melden und erhält diesen auch noch“, schreibt die Stadt.

Bankdaten seit 7. September da

In ihrer Stellungnahme vom 7. Oktober hatte die Stadt erklärt, ihr lägen „bis heute“ keine Adressen und Bankverbindungen der Landwirte vor. Für einen Fall stimmt das nicht ganz. Ein Landwirt hatte sich nach Angaben der Stadt am 3. September per E-Mail gemeldet. Die Verwaltung antwortete am nächsten Tag und bat um seine Bankdaten, die er am 7. September schickte. Am 8. September schrieb ihm die Stadt, man sammle die Anträge, werde sie bewerten und dann auszahlen. „Bitte haben Sie Verständnis, dass hierfür noch etwas Zeit benötigt wird.“ Geld ist bisher nicht geflossen.

Von den übrigen Landwirten habe die Stadt die nötigen Daten, einschließlich Adressen und Bankverbindungen, „Anfang/Mitte September“ telefonisch beim Vertreter der Landwirte angefordert. Eine schriftliche Anfrage erwähnt sie nicht. Die Pressemitteilung mit der Bitte, sich zu melden, war bereits am 26. August verschickt und am selben Tag an den Vertreter weitergegeben worden.

Bis wann ausgezahlt wird, sagt die Stadt nicht: „Sobald wie möglich, sobald uns die Bankdaten vorliegen.“

Einordnung

Damit bleibt der Kern der Kritik bestehen. Die Stadt kennt die Summe, hat die Berechnungsgrundlage seit dem 17. September und in mindestens einem Fall auch die Bankdaten. Dass die Helfer den vollen Ersatz für ihre Arbeits- und Maschinenstunden nur bekommen, wenn sie eigens danach fragen, dürfte die Debatte eher verschärfen als beenden.

Danke, dass Sie die NRWZ lesen.

NRWZ.de ist kostenlos. Damit das so bleibt, brauchen wir Werbeeinnahmen — die funktionieren besser mit Ihrer Einwilligung. Nutzen Sie NRWZ kostenlos mit Werbung oder unterstützen Sie unsere Redaktion mit einer Steady-Mitgliedschaft und lesen dafür werbefrei.

Kostenlos mit Werbung

Der kostenlose Zugang wird durch Werbung finanziert. Dafür bitten wir um Ihre Einwilligung in die dafür notwendigen Cookies und Dienste.

Bereits Mitglied? Dann können Sie sich direkt einloggen:

Werbefrei mit Steady

Mit Steady unterstützen Sie unabhängigen Lokaljournalismus aus der Region und lesen NRWZ ohne Werbung*.

*Frei von Werbung über die externen Anbieter Google und Taboola. Lokale Werbung zeigen wir im Interesse unserer Direktkunden weiterhin an.

Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung und im Impressum.