Rund 53.300 Euro stehen den Landwirten zu, die beim Waldbrand am Tösberg mitgeholfen haben. So rechnet es die Stadt Schramberg selbst vor. Ausbezahlt werden soll zunächst aber nur ein Teil davon. Und selbst der Landwirt, der seine Bankdaten schon Anfang September geschickt hat, wartet noch.
Schramberg. Nach dem Streit um die Entschädigung der Landwirte, die beim Waldbrand am 16. August mit Traktoren und Fässern geholfen hatten, hat die NRWZ bei der Stadt nachgefragt. Die Antworten von Pressereferent Hannes Herrmann zeigen erstmals, um wie viel Geld es geht und wie die Stadt vorgehen will.
Die Gesamtsumme, die den Landwirten nach dem Feuerwehrgesetz „theoretisch zusteht“, beträgt nach Angaben der Stadt rund 53.300 Euro. Darin enthalten sind Sprit, Arbeits- und Maschinenkosten sowie Zuschläge nach den Sätzen des Maschinenrings. Erstattet werden soll aber zunächst nur der Diesel, sobald die Bankdaten vorliegen. Dazu sollen die Helfer zu einem Helferfest eingeladen werden. „Wenn jemand darüber hinaus auch den Kostenersatz für Arbeit und Maschinen möchte, darf er sich melden und erhält diesen auch noch“, schreibt die Stadt.
Bankdaten seit 7. September da
In ihrer Stellungnahme vom 7. Oktober hatte die Stadt erklärt, ihr lägen „bis heute“ keine Adressen und Bankverbindungen der Landwirte vor. Für einen Fall stimmt das nicht ganz. Ein Landwirt hatte sich nach Angaben der Stadt am 3. September per E-Mail gemeldet. Die Verwaltung antwortete am nächsten Tag und bat um seine Bankdaten, die er am 7. September schickte. Am 8. September schrieb ihm die Stadt, man sammle die Anträge, werde sie bewerten und dann auszahlen. „Bitte haben Sie Verständnis, dass hierfür noch etwas Zeit benötigt wird.“ Geld ist bisher nicht geflossen.
Von den übrigen Landwirten habe die Stadt die nötigen Daten, einschließlich Adressen und Bankverbindungen, „Anfang/Mitte September“ telefonisch beim Vertreter der Landwirte angefordert. Eine schriftliche Anfrage erwähnt sie nicht. Die Pressemitteilung mit der Bitte, sich zu melden, war bereits am 26. August verschickt und am selben Tag an den Vertreter weitergegeben worden.
Bis wann ausgezahlt wird, sagt die Stadt nicht: „Sobald wie möglich, sobald uns die Bankdaten vorliegen.“
Einordnung
Damit bleibt der Kern der Kritik bestehen. Die Stadt kennt die Summe, hat die Berechnungsgrundlage seit dem 17. September und in mindestens einem Fall auch die Bankdaten. Dass die Helfer den vollen Ersatz für ihre Arbeits- und Maschinenstunden nur bekommen, wenn sie eigens danach fragen, dürfte die Debatte eher verschärfen als beenden.
