Der tieftraurige Giftstoff-Erpresser: 33-Jähriger in Rottweil vor Gericht

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Er soll versucht haben, Unternehmer, Fußball-Bundesligavereine wie den FC Bayern und den SC Freiburg, den Europapark Rust, Krankenhäuser, kirchliche Einrichtungen, Flughäfen und Fluggesellschaften sowie auch den Oberbürgermeister der Stadt Rottweil zu erpressen. Dabei soll er mit der Veröffentlichung kompromittierenden Bildmaterials oder sonstiger „Beweise“ gedroht haben, mit der Freisetzung von Giftstoffen, sogar, oder von Krankheitserregern. Das Ziel: Millionenzahlungen per Bitcoin. Seit dem heutigen Mittwoch steht ein 33-Jähriger aus einem Nachbarlandkreis vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Rottweil. Er ist geständig, befindet sich seit Januar in Untersuchungshaft. Und er hat eine lange Krankheitsgeschichte.

Der Angeklagte mit seinem Pflichtverteidiger.

Der groß gewachsene, schlanke Mann hat sich von der Presse und den Fotografen abgewandt. Er schützt sein Gesicht mit einem großen Briefumschlag, auf Anraten seines Verteidigers hin, Rechtsanwalt Rüdiger Mack aus Rottweil. Langhaarig, hager, Brillenträger, unentschlossener Bartwuchs. Ein unsicherer Mensch, dieser Angeklagte. Wirkt ängstlich, wie er da in seinen etwas zu großen JVA-Kleidern auf der Anklagebank sitzt. In sich zusammengesunken, mit traurigem Blick. Er muss Fußfesseln tragen.

Dem in Spaichingen geborenen Angeklagten wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, seine massiven Erpressungsversuche im Dezember 2019 gestartet zu haben. Die Methode: Er soll ein paar Mal anonyme Drohbriefe zur Post gegeben, darüber hinaus von zu Hause aus E-Mails verschickt haben, in denen er Überweisungen in Millionenhöhe an eine Bitcoin-Adresse gefordert haben soll.

Die Anklageschrift, die über eine halbe Stunde hinweg verlesen wurde, nahm der Mann mit gesenktem Kopf auf. Mit roten Backen und Ohren. Ein H�…

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