Theaterring ist aus der Pandemie gut zurückgekommen

Sorgen macht das "große Theater" im Bärensaal

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„Das Theaterringpublikum hat wieder zu uns zurückgefunden.“ Dieses positive Fazit des Jahres 2023 zog die Leiterin des Theaterrings Claudia Schmid in der Sitzung des Verwaltungsausschusses. Sie schränkte allerdings ein, dass es „leider nicht gelungen“ sei, die Zahlen im Bärensaal wieder auf das Niveau vor Corona zu erhöhen.

Schramberg. Der Theaterring mit seinen kulturellen Angeboten trage zur Attraktivität von Schramberg bei, so Schmid. „Vor allem bei der Kleinkunst und dem Kindertheater wurde das Vor-Corona-Niveau erreicht oder übertroffen.“ Bei den Veranstaltungen im Bärensaal müsse man überlegen, wie man neue Besuchergruppen begeistern könne.

Mit eigenen Posts bei Instagram und anderen Social Media-Kanälen versuche sie dies. Eine Agentur habe dazu „Key visuals“ entwickelt, die für die verschiedenen Sparten eingesetzt werden können.  Mit Sprüchen wie „Wer hat schon Bock auf Drama – lieber mehr Theater“ will sie für die Veranstaltungen werben.

Ein anderer Versuch sei die Einladung des Theaters Pforzheim mit dem Ballett „Tristan und Isolde“ in der nächsten Spielzeit. Da hoffe sie, insbesondere Tanzbegeisterte im Tanzstudio Dierstein oder von „Arabesque“ ansprechen zu können.

Kooperationen mit Schulen und anderen

Der „Burgensommer“ habe sich zu einer festen Größe entwickelt, freut sich Schmid. Die Veranstaltungen waren ausverkauft. Beim Neujahrskonzert habe man mit 372 Besuchern etwa gleich viele wie vor der Pandemie gezählt. Zu einem „Dreiklang-Konzert“ mit dem „Ensemble Carte Blanche“ hatte der Theaterring in die Szene 64 eingeladen. Dort habe man „das perfekte Ambiente“ für „Carte Blanche“ mit Jens Gebel gehabt.

Die Kooperation mit den Schulen habe sich sehr gut weiterentwickelt. Mit Roland Eisele vom Gymnasium spreche sie sich vor der Planung ab. Zu „Corpus delicti“ seien 80 Schülerinnen und Schüler gekommen.  In Absprache mit der Berneckschule findet ein Stück für die Schüler der Grundschule am Vormittag in der Aula des Gymnasium statt.

Wegen allgemein gestiegener Kosten und Honorare kündigt Schmid für die kommende Spielzeit höhere Eintrittspreise an.  „Vor allem bei der Kleinkunst lagen wir deutlich unter den Preisen der Region“, so Schmid.

Stückauswahl-Kommission

Der „Zahlenmensch“ und CDU-Sprecher Thomas Brantner (CDU) fragte, ob die Schülerinnen und Schüler Eintritt bezahlt hätten und in der Zuschauerstatistik auftauchten, Beides bestätigte Schmid. Brantner erkundigte sich, was aus der einstigen „Stückauswahlkommission“ geworden sei. Schmid erläuterte, sie suche Stücke in Abstimmung mit den Mittel- und Oberstufen der Schulen aus, Stücke, die für die Prüfungen wichtig seien.

Fachbereichsleiterin Susanne Gwosch sprang ihr bei und berichtete vom früheren Theaterring-Beirat. Das sei „ein riesiges Gremium“ gewesen. Es sei sehr schwierig gewesen, da etwas zu entscheiden. Noch unter OB Herbert O. Zinell sei das aufgegeben worden. Freie-Liste-Stadtrat Udo Neudeck bestätigte Gwosch: „Da wurde superschlau mitgeschwätzt“. Es habe sich aber nicht bewährt. „Die heute Verantwortlichen machen es besser, als es die Kommission je gemacht hat.“ Thema abgeräumt.

Kinder einbeziehen

Neudecks Fraktionskollege Ralf Rückert lobte die Zusammenarbeit mit den Schulen. Er schlug vor, bei den Stücken zu versuchen Kinder und Jugendliche aktiv einzubeziehen, sie etwa vor der eigentlichen Aufführung einen Beitrag vorführen zu lassen. „Dann kommen auch die Eltern und Großeltern.“ Das habe sich bei den Sportvereinen schon bewährt.

Gertrud Nöhre (SPD-Buntspecht) dankte auch den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die dazu beitrügen, dass der Theaterring funktioniere. Auch mit er Pausenbewirtung sei das Publikum wieder sehr zufrieden. Sie führte den Rückgang der Abozahlen von etwa 180 auf etwa 150 auch auf die schlechte Akustik im Bärensaal zurück. „Ältere Menschen melden sich ab, einfach weil sie nichts mehr verstehen.“

Schmid bestätigte das Problem, sah aber keine Lösung, wie man die Akustik ändern könne. Der Ausschuss nahm den Bericht zur Kenntnis.

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Martin Himmelheber (him)
... begann in den späten 70er Jahren als freier Mitarbeiter unter anderem bei der „Schwäbischen Zeitung“ in Schramberg. Mehr über ihn hier.