Mittwoch, 17. April 2024

Waldmössingen: Narrentreffen am Wochenende steigt wie geplant

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Schramberg. Ein anonymes Schreiben an den Zunftmeister der Narrenzunft Waldmössingen hat gestern für etwas Unruhe gesorgt. Angeblich droht die „Letzte Generation“ das Narrentreffen am Wochenende „massiv zu stören“, falls er das große Treffen nicht noch absage. Die Gruppe „Letzte Generation“ war durch  Aktionen wie  sich auf Straßen fest kleben, bekannt geworden. Sie fordert einen stärkeren Einsatz für den Klimaschutz.

In dem von Rechtschreibfehlern strotzenden Schreiben, das der NRWZ vorliegt, fragt der Anonymus, ob der Zunftmeister nicht daran gedacht habe, was der verursachte Lärm in der Umwelt anrichtet, wie viel Müll entstehe und wie die anreisenden Besucher „mit ihren dreckigen Diesel Autos“ das Klima belasteten.

Man bitte den Zunftmeister „höfich (sic!) ihre (sic!) Veranstaltung abzusagen.“ Ansonsten sehe sich die Gruppe in der Pflicht, die Veranstaltung „massiv zu stören“.

Anonymes Schreiben an Zunftmeister Manuel Häring.

Die Stadt habe das Schreiben von der Zunft erhalten, so Stadtsprecherin Susanne Gorgs-Mager zur NRWZ. Die Polizei prüfe das Schreiben, um zu sehen „wie dieses einzuordnen ist“. Zunftmeister Manuel Häring hat dem Schwarzwälder Boten gegenüber erklärt, er glaube, es handle sich wohl um einen Trittbrettfahrer, jemand, den die Fasnet störe oder einen Spaßvogel.

Polizei gelassen

Auch die Schramberger Polizei geht davon aus, dass das Schreiben nicht ernst zu nehmen sei. Hauptkommissar Kai Eggenweiler hat mehrere Fachstellen gefragt und als Rückmeldung bekommen, man glaube nicht, dass es sich um die „letzte Generation“ handle. „Die haben sich ja schon davon distanziert.“  Auch werde der Polizeieinsatz in Waldmössingen im geplanten Umfang stattfinden und nicht etwa aufgestockt, erklärt Eggenweiler der NRWZ.

Schon die vielen Schreibfehler sprechen dagegen, dass das Schreiben tatsächlich von der „letzten Generation“ stammt. Die Androhung, das Narrentreffen massiv zu stören, widerspräche auch den Grundsätzen der Gruppe: „Wir sind absolut gewaltfrei in unserem Verhalten und in unserer Sprache.“

Und so gehen die Vorbereitungen für das große Narrentreffen in Waldmössingen am Wochenende weiter. Bei der Kastellhalle steht bereits ein großes Festzelt.

Busverbindung Schramberg – Oberndorf am Wochenende eingeschränkt

Wegen des Narrentreffens werde es auch zu einem Ausfall des Linienbusverkehrs Schramberg-Oberndorf und zurück kommen, da die Ortsdurchfahrt voll gesperrt werden muss. Daher müsse der Verkehr und eben auch der Linienbusverkehr von Schramberg nach Oberndorf und zurück umgeleitet werden.
„Die Bushaltestellen in Waldmössingen können in der Zeit von Freitag, 3. Februar von 16 bis 21 Uhr, am Sonntag, 5. Februar ganztägig und am Montag von 10 bis 17 Uhr nicht angefahren werden“, teilt die Stadt Schramberg mit.

Die Stadt bitte, die Haltestellen in Heiligenbronn in der Hefterwaldstraße oder die Ersatzhaltestelle in Seedorf in der Heiligenbronner Straße zu nutzen.
„Durch die Umleitungsstrecken ist mit zeitlichen Verzögerungen zu rechnen“, so die Stadt. Die Anschlüsse in Richtung Oberndorf und Richtung Schramberg könnten nicht garantiert werden.

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Martin Himmelheber (him)
... begann in den späten 70er Jahren als freier Mitarbeiter unter anderem bei der „Schwäbischen Zeitung“ in Schramberg. Mehr über ihn hier.