03.07.2009, 09:25:56 Uhr

Als Entwicklungshelfer im südlichen Afrika

Friedrich Haag hat über 30 Jahre Afrika-Erfahrung

Von Moni Marcel


Friedrich Haag lebte in Sambia und Zimbabwe.
Foto: Moni Marcel
VILLINGENDORF, 3. Juli - Seit über dreißig Jahren beschäftigt sich Friedrich Haag mit Afrika. Es ist der vierte Lehrer der Villingendorfer Schule, den wir - im Blick auf das Afrikafest der Schule am 11. Juli - in der NRWZ vorstellen. Anstelle des Wehrdienstes ging der mit dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED) als 22- Jähriger zum ersten Mal 1976 nach Sambia, um dort drei Jahre zu arbeiten - und hat dort seine heutige Frau Mary Kampman, die als holländische Landkrankenschwester in Sambia tätig war, kennengelernt.


Nach einer Zeit im "Ländle" kehrte die Familie, inzwischen war der erste Sohn geboren, 1983 nach Afrika zurück, diesmal nach Zimbabwe, einem Land, das eben erst unabhängig geworden war. Haag und seine Frau arbeiteten in einem ehemaligen Reservat, wo zuvor nur Schwarze lebten - "das war eine sehr harmonische Zeit", obwohl die Menschen dort bislang Weiße nur in Form von Soldaten oder Priestern kennengelernt hatten. "Wir waren die ersten Bleichgesichter, die dort lebten", erzählt Haag, sie teilten ihr Leben mit den Menschen dort, "und das wurde uns hoch angerechnet." Der zweite Sohn wurde in Zimbabwe geboren, - "wir brauchten uns keine Sorgen zu machen".

Angestellte hatte die Familie keine, "es war alles eine Familie", der kleine Hendrik wuchs auf dem Rücken schwarzer Frauen auf. "Zimbabwe war damals ein industrielles Schwellenland", die Männer arbeiteten oft "Downtown" in Harare oder Bulawayo, hatten dort ihren Zweitwohnsitz, der erste war aber die Großfamilie auf dem Land.

Haag baute eine Werkstatt für Holz- und Metallverarbeitung auf, unterrichtete und schulte, seine Frau Mary gründete den Frauenclub, machte Handarbeiten "und hat für gute Stimmung gesorgt!" Ein einfaches Leben, "wir haben Hendrik im großen Kochtopf gewaschen", sie waren die einzigen, die ein Auto hatten. Und ein Traumjob, umgeben von lieben und dankbaren Menschen, aber leider zeitlich begrenzt. "Wir sind nur Lückenbüßer, wir sollen unsre einheimischen Nachfolger heranführen - Hilfe zur Selbsthilfe leisten."

Nach zwei Jahren Buscherfahrung und drei Jahren Lehrerausbildung in der Hauptstadt Harare kam die Familie 1988 zurück, "und es war richtig so". Der ältere Sohn sprach bereits Englisch und die Landessprache, nun ging er in Deutschland zur Schule. Seitdem pflegen Haag und seine Familie die Kontakte, unterstützen eine Farmschule, die von einer Freundin geleitet wird. Und beobachten mit Schrecken die Vorgänge in Zimbabwe. "Ich war ja Zeitzeuge, und es schmerzt mich beinahe körperlich, was dort passiert. Die Menschen sind für mich wie Brüder und Schwester."

Für die Zukunft des Landes "kann man nur das Beste hoffen. Wenn die Ära Mugabe vorbei ist, wollen wir mal wieder runter." Seine Sehnsucht nach Afrika hat Friedrich Haag verpackt: "Ich hab eine Schatzkiste dabei, die ich öfter mal aufmache.", Und er freut sich, seine Erfahrungen mit den Kollegen zu teilen. Eine davon, seine liebste: "Wer Zeit hat, ist König. Wer keine Zeit hat, ist krank."


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