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Sulz will Gesundheitszentrum für Familien aufbauen – Stadt soll Trägerschaft übernehmen

Mit einem neuen Gesundheitszentrum für Familien will Sulz auf den Mangel an Hebammen, Kinderärzten und gynäkologischen Angeboten reagieren. Die Stadt soll dafür die Trägerschaft übernehmen.

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Symbol-Bild von Gundula Vogel auf Pixabay

Die Stadt Sulz am Neckar will ein neues Gesundheitszentrum mit Schwerpunkt auf der Versorgung von Schwangeren, Müttern und Familien auf den Weg bringen. Dafür soll die Kommune die Trägerschaft eines Förderprojekts des Landes Baden-Württemberg übernehmen und über drei Jahre Eigenmittel bereitstellen. Der Verwaltungsausschuss berät am 15. Juni, der Gemeinderat entscheidet Ende Juni.

Die Gesundheitsversorgung von Familien steht vielerorts unter Druck – auch in Sulz am Neckar. Mit einem geplanten Lokalen Gesundheitszentrum (LGZ) möchte die Stadt auf diese Entwicklung reagieren und bestehende Versorgungsangebote besser vernetzen. Im Mittelpunkt stehen dabei die ambulante geburtshilfliche Versorgung, Prävention und die Zusammenarbeit verschiedener Gesundheitsberufe.

Nach der Verwaltungsvorlage könnte Sulz von einem Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg profitieren. Im Rahmen des vierten Förderaufrufs für lokale Gesundheitszentren sind Zuschüsse von bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten möglich, maximal 150.000 Euro. Voraussetzung ist allerdings ein kommunaler Eigenanteil. Die Stadt müsste dafür insgesamt 15.000 Euro über drei Jahre bereitstellen, also 5.000 Euro pro Jahr.

Hebammen im Mittelpunkt

Die fachliche Leitung des Projekts soll die Sulzer Hebamme Nadja John übernehmen. Sie hat gemeinsam mit weiteren Akteuren des Gesundheitswesens bereits ein Konzept für das Gesundheitszentrum entwickelt. Geplant ist ein familienorientiertes Zentrum, das verschiedene Angebote unter einem Dach beziehungsweise in einem gemeinsamen Netzwerk bündelt.

Nach den vorgelegten Unterlagen liegt ein besonderer Fokus auf der Hebammenversorgung. Die Initiatoren sehen hier zunehmende Herausforderungen: steigende bürokratische Anforderungen, veränderte Vergütungsstrukturen und sinkende Kapazitäten erschwerten die Arbeit vieler Hebammen. Ein gemeinsames Gesundheitszentrum soll Vertretungen erleichtern, Verwaltungsaufgaben bündeln und damit mehr Zeit für die Betreuung von Familien schaffen.

Sorge um die Versorgung von Familien

Als Begründung für das Vorhaben nennen die Projektverantwortlichen mehrere Entwicklungen. Dazu gehören fehlende Kinderärzte in der Region, lange Anfahrtswege für Familien, die Krankenhausstrukturreform sowie ein zunehmender Mangel an gynäkologischen und geburtshilflichen Angeboten. In der Präsentation wird unter anderem darauf verwiesen, dass Familien teilweise 30 bis 40 Minuten bis zum nächsten Kinderarzt fahren müssten und viele Praxen keine neuen Patienten mehr aufnehmen.

Zugleich werde ein Teil der Gesundheitsversorgung zunehmend aus Krankenhäusern in den ambulanten Bereich verlagert. Dort seien jedoch vielerorts bereits heute Kapazitätsgrenzen erreicht. Das Gesundheitszentrum soll deshalb bestehende Angebote besser koordinieren und Versorgungslücken schließen helfen.

Netzwerk aus mehreren Gesundheitsberufen geplant

Nach den bisherigen Planungen soll das Zentrum als Netzwerk verschiedener Gesundheitsdienstleister arbeiten. Vorgesehen sind unter anderem Hebammen, Kinderärzte, Gynäkologen, Physiotherapeuten, eine Elternschule sowie weitere Kooperationspartner. Eine zentrale Termin- und Patientenkoordination soll die Organisation erleichtern.

Zu den bereits genannten Partnern gehören neben mehreren Hebammen auch die Linda Apotheke, Physiotherapeut und Osteopath Christian Schneider, Stillspezialistin Bettina Hermann sowie weitere Fachleute aus Gesundheitswesen und Projektmanagement.

Entscheidung Ende Juni

Ob Sulz tatsächlich Träger des Projekts wird, hängt zunächst von der politischen Zustimmung und anschließend von einer Förderzusage des Landes ab. Der Verwaltungsausschuss befasst sich am 15. Juni mit dem Vorhaben, die endgültige Entscheidung soll der Gemeinderat am 29. Juni treffen.

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Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
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