Benachrichtigung

Demokratie beginnt vor Ort

Demokratie beginnt dort, wo Menschen hinschauen, miteinander sprechen und bereit sind, auch andere Sichtweisen auszuhalten

Autor / Quelle:
Lesezeit 4 Min.
Von links. Dr. Christian Weimar (Vorstand Heimat- und Kulturverein e.V. ), Gerhard Benner (Kapellenverein)Bürgermeister Peter Schumacher und Landrat Christoph Keckeisen. Fotos: Schumacher-Ginter

Bei seinem ersten offiziellen Besuch in Dunningen sprach Landrat Christoph Keckeisen inmitten der Ausstellung ICONIC über freie Medien, Verantwortung und eine lebendige demokratische Kultur. Bürgermeister Peter Schumacher machte deutlich: Demokratie wird nicht nur in Parlamenten gelebt, sondern auch in Gemeinden und Vereinen.

Dunningen – Ein neuer Landrat, sein erster offizieller Termin in Dunningen und ein Thema, das kaum besser zum Ort hätte passen können: Am 2. Oktober war Landrat Christoph Keckeisen im Rahmen der „Langen Nacht der Demokratie“ zu Gast in den Katakomben der St.-Christophorus-Kapelle.

Zwischen den 21 Pressefotografien der Ausstellung ICONIC sprach er unter dem Titel „Demokratie braucht freie Medien“ über Pressefreiheit, journalistische Verantwortung und darüber, weshalb Demokratie auf Öffentlichkeit und unterschiedliche Stimmen angewiesen ist.

Bürgermeister Peter Schumacher griff bei seiner Begrüßung zunächst den besonderen lokalen Moment auf: Für Keckeisen war es der erste offizielle Besuch als Landrat in Dunningen – ein Umstand, den auch der Landrat selbst hervorhob.

Doch Schumacher schlug schnell den Bogen zum eigentlichen Thema des Abends. Demokratie, so seine Botschaft, finde nicht nur in Berlin oder Stuttgart statt. Sie beginne vor Ort, in der Gemeinde, in Vereinen und Organisationen und überall dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, unterschiedliche Meinungen aushalten und gemeinsam nach Lösungen suchen.

Freie Medien dürfen unbequem sein

Keckeisen knüpfte daran an und wählte einen persönlichen Zugang. Natürlich freue auch ein Landrat sich, wenn er morgens Positives über den Landkreis in der Zeitung lese. Und ebenso gebe es Berichte, bei denen er manches vielleicht anders dargestellt hätte. Doch gerade darin liege die Bedeutung freier Medien. Pressefreiheit bewähre sich nicht nur dann, wenn Berichterstattung Zustimmung finde. Sie müsse auch dort gelten, wo nachgefragt, kritisiert und widersprochen werde.

„Das auszuhalten, gehört zur Demokratie“, brachte Keckeisen diesen Gedanken auf den Punkt. Gerade auf kommunaler Ebene sei unabhängige Berichterstattung wichtig. Wenn im Kreistag, im Gemeinderat oder in einer Verwaltung Entscheidungen getroffen werden, müssten Bürgerinnen und Bürger erfahren können, was entschieden wird und warum. Journalismus habe dabei eine andere Aufgabe als die Öffentlichkeitsarbeit einer Behörde: Er recherchiere, prüfe, ordne ein und entscheide unabhängig, was berichtenswert sei.

Zwischen Pressefotografie und künstlicher Intelligenz

Wie aktuell die Frage nach verlässlichen Informationen geworden ist, zeigte sich beim Blick auf künstliche Intelligenz. Bilder, Stimmen und Videos können heute verändert oder vollständig künstlich erzeugt werden und sind dabei immer schwerer von authentischen Aufnahmen zu unterscheiden. Keckeisen formulierte es so: „Je einfacher es wird, etwas zu behaupten, desto wichtiger wird jemand, der überprüft, ob es stimmt.“

Damit führte der Vortrag unmittelbar zurück zur Ausstellung an den Wänden. Pressefotografie dokumentiert Ereignisse und bewahrt Momente der Zeitgeschichte. Hinter den Aufnahmen von ICONIC stehen Fotografen, die vor Ort waren, hingesehen und dokumentiert haben.

Gerade diese Verbindung machte den Reiz des Abends aus: Die Fragen nach Pressefreiheit, Wahrheit und Verantwortung wurden nicht in einem Sitzungssaal diskutiert, sondern mitten zwischen Bildern, die zeigen, weshalb unabhängige Berichterstattung für eine demokratische Gesellschaft von Bedeutung ist.

Und vielleicht lag darin auch die passendste Botschaft dieses ersten offiziellen Besuchs von Christoph Keckeisen in Dunningen: Demokratie beginnt nicht irgendwo. Sie

– vor Ort.

neu
Autor / Quelle:Pressemitteilung (pm)
Mit "Pressemitteilung" gekennzeichnete Artikel sind meist 1:1 übernommene, uns zugesandte Beiträge. Sie entsprechen nicht unbedingt redaktionellen Standards in Bezug auf Unabhängigkeit, sondern können gegebenenfalls eine Position einseitig einnehmen. Dennoch informieren die Beiträge über einen Sachverhalt. Andernfalls würden wir sie nicht veröffentlichen.Pressemitteilungen werden uns zumeist von Personen und Institutionen zugesandt, die Wert darauf legen, dass über den Sachverhalt berichtet wird, den die Artikel zum Gegenstand haben.

Danke, dass Sie die NRWZ lesen.

NRWZ.de ist kostenlos. Damit das so bleibt, brauchen wir Werbeeinnahmen — die funktionieren besser mit Ihrer Einwilligung. Nutzen Sie NRWZ kostenlos mit Werbung oder unterstützen Sie unsere Redaktion mit einer Steady-Mitgliedschaft und lesen dafür werbefrei.

Kostenlos mit Werbung

Der kostenlose Zugang wird durch Werbung finanziert. Dafür bitten wir um Ihre Einwilligung in die dafür notwendigen Cookies und Dienste.

Bereits Mitglied? Dann können Sie sich direkt einloggen:

Werbefrei mit Steady

Mit Steady unterstützen Sie unabhängigen Lokaljournalismus aus der Region und lesen NRWZ ohne Werbung*.

*Frei von Werbung über die externen Anbieter Google und Taboola. Lokale Werbung zeigen wir im Interesse unserer Direktkunden weiterhin an.

Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung und im Impressum.