Nun ist es bestätigt: die vor wenigen Wochen in Schramberg gerissenen drei Schafe fielen einem neuen Wolf in der Region zum Opfer. Dies bestätigen die Ergebnisse der DNA-Proben, die die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) den toten Tieren entnahm.
Bei der Untersuchung vom Senckenberg-Institut in Gelnhausen kam heraus, dass es sich um ein zugewandertes Tier aus der italienischen Population im Alpenraum handelt. Laut Pressemitteilung des Landesumweltministeriums, war dieser Wolf bisher nicht registriert. Nun trägt der Rüde die Bezeichnung „GW2120m“.
Christophe Neff, Geograph mit Schwerpunkt Landschaftsökologie, ist nicht überrascht, dass der Wolf im Schwarzwald zurück ist. Er kündigte die Rückkehr des Wolfes bereits seit 2004 an und konstatierte schon damals, dass das Zusammenleben von Tier und Mensch nicht einfach in der Region sein wird. „Wie wir heute leben ist nicht mit dem Wolf kompatibel“, sagt er heute immer noch.
Der Geograph meint, dass zumindest die Gewohnheiten in der Landwirtschaft und in der Landschaftspflege angepasst werden müssten, sollte der Wolf sich wieder etablieren. Als vor mehr als 150 Jahren der Wolf im Schwarzwald lebte, gab es keine Schafs- und Ziegenhaltung, sondern nur Kühe. Dass heutzutage Landschaftspflege vor allem mit Schafen und Ziegen betrieben wird, sei das größte Problem, meint Neff. Eine Lösung wäre, wieder mit Schäfern und Hütehunden zu arbeiten. Doch insgesamt sei es eine sehr komplexe Sache. „Wir haben Wolfliebhaber und Wolfshasser, aber wir müssen einen Kompromiss finden“, meint Neff.
Fördergebiet Wolfsprävention
Schramberg liegt innerhalb des Fördergebiets Wolfsprävention, welches den gesamten Naturraum Schwarzwald abdeckt. In dem Gebiet bezuschusst das Umweltministerium Herdenschutzmaßnahmen mit bis zu 100 Prozent der anfallenden Kosten. Bisher waren zwei Wölfe im Schwarzwald registriert, nun gibt es einen dritten.
Konrad Ginter, Abteilungsleitung im Fachbereich Umwelt und Technik der Stadt Schramberg, bestätigte in einem Telefonat, dass durch dieses Fördergebiet Zäune und ähnliche Sicherungsmaßnahmen finanziert werden. „Die städtischen Gebiete sind recht gut eingezäunt. Falls der Wolf sich aber tatsächlich längerfristig in der Gegend ansiedeln sollte, muss sicherlich bei einigen Privatgeländen mit besseren Zäunen nachgerüstet werden“, so Ginter.
Bisher ist allerdings nicht bekannt, ob sich der Wolf noch in der Region aufhält oder weitergezogen ist. Das Umweltministerium bittet darum, Beobachtungen mit Verdacht auf Wolf oder Risse umgehend der FVA in Freiburg zu melden (Telefon: 0761 4018-274 oder E-Mail: info@wildtiermonitoring.de).
Ausführliche Informationen zu den Fördergebieten Wolfsprävention und zum Herdenschutz, Daten zu Wolfssichtungen im Land sowie Verhaltenshinweise beim Zusammentreffen von Mensch und Wolf gibt es auf der Internetseite des Umweltministeriums unter www.um.baden-wuerttemberg.de
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