Tragödie im Storchennest von Waldmössingen: Aufmerksame Anwohner entdeckten am Montagabend einen verletzten Jungstorch am Boden. Trotz schneller Hilfe und aufwendiger Pflege konnte das Tier nicht gerettet werden.
Waldmössingen. Am Storchennest auf dem 0,4-kV-Mast in Waldmössingen hat sich am Montagabend ein trauriger Vorfall ereignet. Anwohner bemerkten zunächst, dass sich statt der bislang drei nur noch zwei Jungstörche im Nest befanden. Wenig später entdeckte der Sohn der Familie einen jungen Weißstorch im Garten unterhalb des Nests. Das Tier bewegte sich noch und lebte.
Die Familie nahm daraufhin gegen 20 Uhr Kontakt mit Storchenbetreuer Hartmut Polet aus Mühlheim am Bach auf. Bis zu dessen Eintreffen wurde der Jungstorch in einem Karton im Haus untergebracht, um ihn vor weiterer Auskühlung zu schützen.
Unterkühlt und schwer verletzt
Gegen 20.30 Uhr übernahm Polet das Tier und brachte es nach Mühlheim am Bach. Dort wurde der durchnässte und unterkühlte Jungstorch zunächst vorsichtig getrocknet, versorgt und in einer beheizten Küche untergebracht. Ein Verband stabilisierte die Verletzungen.
Am Dienstag folgte der Transport in die Storchenpflegestation nach Mössingen. Dort stellten die Experten jedoch fest, dass die Verletzungen zu schwer waren. Nach Angaben von Hartmut Polet war der rechte Flügel nahezu abgeschert. Der Jungstorch musste deshalb eingeschläfert werden.
Warum Störche ihre Jungen aus dem Nest werfen
Nach Einschätzung von Storchenexperten kommt es immer wieder vor, dass Altstörche einzelne Jungvögel aus dem Nest werfen. Gründe können sein, dass ein Jungtier im Wachstum deutlich zurückgeblieben ist oder dass bei Nahrungsknappheit nicht alle Jungen erfolgreich großgezogen werden können.
Dabei überleben manche Jungstörche selbst einen Sturz aus mehr als zehn Metern Höhe. Im aktuellen Fall waren die Verletzungen jedoch zu schwer.
Ehrenamtlicher Einsatz ohne Kostenerstattung
Storchenbetreuer Hartmut Polet kümmert sich seit Jahren ehrenamtlich um verletzte und in Not geratene Störche in der Region. Die dabei entstehenden Fahrkosten für Rettungseinsätze und Transporte werden nach seinen Angaben bislang nicht erstattet.
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