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Was Rottweil 2028 bevorsteht: Bilder von der Landesgartenschau in Ellwangen

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Lesezeit 4 Min.
Foto: Ralf Graner Photodesign

Noch bis zum 4. Oktober läuft die Landesgartenschau in Ellwangen – und sie zeigt in vielem, was Rottweil im Jahr 2028 erwartet: einen renaturierten Fluss, neue Wege, Spielflächen unter einer Brücke, Kulturbühne, Stadtstrand. Der Rottweiler Fotograf Ralf Graner war auf dem Gelände unterwegs. Seine Bildstrecke ist ein Vorgeschmack auf das, was im Neckartal entstehen soll.

Ellwangen an der Jagst, 240 Kilometer von Rottweil entfernt: Seit dem 24. April ist die Ostalb-Stadt Gastgeberin der baden-württembergischen Landesgartenschau. 26 Hektar neu gestaltete Jagstaue, 164 Ausstellungstage, das Gelände reicht vom Schießwasen bis an den Ortsrand von Schrezheim. Das Motto lautet „Lust am Wandel“ und die Leitfrage: “Wie wollen wir leben?”

Für Rottweil ist das mehr als eine Ausflugsempfehlung. Denn 2028 ist Rottweil an der Reihe – mit einem Konzept, das dem Ellwanger in zentralen Punkten ähnelt. Auch hier steht ein Fluss im Mittelpunkt, auch hier soll aus einem lange abgewandten Stadtrand ein Naherholungsgebiet werden. Und auch hier bleibt am Ende eine Daueranlage.

Bildergalerie

… aufgenommen an einem Dienstag. Alle Fotos: Ralf Graner

Der Fluss als Herzstück – hier wie dort

In Ellwangen ist die Renaturierung des Jagstlaufs das Kernstück des gesamten Vorhabens; der Slogan „Ellwangen an die Jagst“ bringt es auf den Punkt. Auf Graners Bildern ist zu sehen, was das konkret bedeutet: ein Flussbett mit Kiesbänken, Totholz, flach auslaufenden Ufern und dichtem Uferbewuchs, an dem Spaziergänger direkt vorbeikommen.

Genau darauf läuft es in Rottweil hinaus. Die naturnahe Umgestaltung des Neckars ist der Schwerpunkt der Landesgartenschau 2028. Projektträger der Renaturierung ist das Regierungspräsidium Freiburg. Auf über 20 Hektar sollen Grünräume entstehen, dazu neue Veranstaltungsorte – eine Konzertmuschel, eine Hauptbühne auf dem Gelände des früheren Gaswerks und ein Science-Center auf dem einstigen ENRW-Areal.

Spielen unter der Brücke, sitzen am Stadtstrand

Auffällig auf mehreren Aufnahmen: Ellwangen hat den Raum unter einer großen Straßenbrücke nicht kaschiert, sondern bespielt. Ein rot eingefärbter Sport- und Spielbereich mit Basketballkörben, Kletternetz und Betonpfeilern voller Graffiti zieht sich unter dem Bauwerk hindurch – ein Ort, der sonst meist ungenutzt bleibt.

Dazu kommen Bausteine, die man in Rottweil in ähnlicher Form wiederfinden können wird: eine Kulturbühne mit Liegestühlen davor, ein „Grünes Klassenzimmer“”” für Schulklassen, ein Campingbereich, in dem ein Trabant mit Dachzelt steht, und ein Stadtstrand. Der trägt, wie in Gartenschau-Städten üblich, den Namen eines Sponsors. Sichtbares Sponsoring gehört zum Finanzierungsmodell solcher Schauen – ein Thema, das auch in Rottweil zuletzt für Diskussionen gesorgt hat.

Die Zahlen, auf die Rottweil schaut

Die Blumenschau findet in Ellwangen nicht auf dem Gelände statt, sondern in der Innenstadt – alle zwei Wochen mit einem neuen floralen Thema. Auch dieses Prinzip, die Schau in die Stadt hinein zu verlängern, dürfte für Rottweil interessant sein, wo die historische Innenstadt über neue Wege und Brücken mit dem Neckartal verbunden werden soll.

Und dann sind da die Besucherzahlen. Am vergangenen Wochenende begrüßte Ellwangen den 500.000. Gast – fast genau zur Halbzeit der Laufzeit. Kalkuliert war die Schau mit insgesamt 750.000 Besucherinnen und Besuchern. Auf Ergebnisse in dieser Größenordnung hofft man auch in Rottweil, wo die Gartenschau als Motor für die Stadtentwicklung gilt.

Ellwangen hat noch bis zum 4. Oktober geöffnet, täglich ab 9 Uhr. Wer sehen will, worauf Rottweil zusteuert, hat also noch gut zwei Monate Zeit.

Alle Fotos: Ralf Graner, Ralf Graner Photodesign, Rottweil

Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
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