Die Kunststiftung Erich Hauser in Rottweil vergibt ihren Werkstattpreis 2026 an die Berliner Künstlerin Wagehe Raufi. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und mit einem mehrwöchigen Arbeitsaufenthalt auf dem Stiftungsgelände verbunden. Die dort entstandenen Arbeiten sind ab dem 17. Oktober in der Werkstatthalle zu sehen – am selben Tag feiert die Stiftung ihr 30-jähriges Bestehen.
Mehrere Wochen auf dem Hauser-Areal
Raufi hat im Frühsommer 2026 mehrere Wochen auf dem Areal der Kunststiftung an der Saline gearbeitet. Der Werkstattpreis verbindet das Preisgeld mit genau diesem Aufenthalt: Die Ausgezeichneten sollen sich vor Ort mit dem Werk des Bildhauers Erich Hauser und mit dem Ort selbst auseinandersetzen. Was dabei entsteht, wird anschließend in der Werkstatthalle gezeigt.
Für die Umsetzung ihrer Arbeiten stehen der Künstlerin nach Angaben der Stiftung zusätzlich 2.000 Euro aus einer Förderung der Hessischen Kulturstiftung zur Verfügung.
Zwischen Objekt und digitalem Raum
Wagehe Raufi wurde 1990 in Dissen am Teutoburger Wald geboren und lebt in Berlin. Sie studierte an der Hochschule für Gestaltung Offenbach und an der Central Academy of Fine Arts in Peking. Ausgestellt hat sie unter anderem in der Bundeskunsthalle Bonn, im Frankfurter Kunstverein und in der Kunsthalle zu Kiel. 2021 erhielt sie den Bundespreis für Kunststudierende, 2024/25 ein Jahresstipendium der Hessischen Kulturstiftung für einen Arbeitsaufenthalt an der Cité Internationale des Arts in Paris.
Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen physischem Objekt und digitalem Raum: Raufi überführt Gegenstände in virtuelle Modelle und bringt sie von dort wieder in eine materielle Form zurück. Für ihre Plastiken verwendet sie üblicherweise vergängliche Materialien wie Textilien, Pigmente und Agar-Agar. Für die Rottweiler Ausstellung kommen nach Angaben der Stiftung Objekte aus Stahl hinzu – ein Werkstoff, der das Areal und Hausers eigenes Werk prägt. Zusammen mit Video und Ton sollen die Elemente eine begehbare Rauminstallation ergeben.
Jury mit Rottweiler Beteiligung
Über die Vergabe entschied eine dreiköpfige Jury: Ellen Martin, Sammlungsleiterin der Sammlung Grässlin in St. Georgen, Viktoria Tiedeke, stellvertretende Leiterin des Kunstmuseums Singen, sowie der Rottweiler Bildhauer Jürgen Knubben, der zugleich stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrats ist.
Die Jury begründete ihre Wahl laut Mitteilung mit der Vielfalt der eingesetzten Medien und der Arbeitsweise der Künstlerin. Raufi beziehe den Ort in ihr Prinzip ein, digitale und reale Welten zu verbinden, und nutze das Material Erich Hausers als Ausgangspunkt für eine eigene Formensprache.
Werkstattpreis seit 1997
Erich Hauser gründete die nach ihm benannte Kunststiftung 1996. Seit seinem Tod im Jahr 2004 erhält sie sein früheres Wohn-, Arbeits- und Kunstareal und macht es öffentlich zugänglich. Den Werkstattpreis vergibt die Stiftung seit 1997; er gehört zu ihren zentralen Förderinstrumenten.
Info: Eröffnung und Öffnungszeiten
Eröffnung: Samstag, 17. Oktober 2026, 16 Uhr, Werkstatthalle der Kunststiftung Erich Hauser, Saline 36, Rottweil. Im Anschluss findet das Stiftungsfest zum 30-jährigen Bestehen statt. Der Eintritt ist frei.
Ausstellung: 18. Oktober bis 21. November 2026, samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung.




