Der Kreisverband des Verwaltungsbeamtenbundes konnte zur Frühjahrsversammlung in Fluorn-Winzeln zahlreiche Mitglieder und Gäste begrüßen. Kreisvorsitzender Hans Mauch hieß neben Verbandsgeschäftsführer Tilman Schmidt auch Alexander Schmid willkommen, stellvertretender Vorsitzender des Beamtenbundes Baden-Württemberg, der den kurzfristig verhinderten BBW-Landesvorsitzenden Kai Rosenberger vertrat.
Kreis Rottweil – In seinem Rückblick erinnerte Hans Mauch an seine zwölfjährige Amtszeit als Kreisvorsitzender. In dieser Zeit fanden insgesamt 21 Veranstaltungen statt – lediglich drei Termine mussten coronabedingt ausfallen. Einige Herbstveranstaltungen wurden gemeinsam mit dem Schwarzwald-Baar-Kreisverband durchgeführt. Neben berufspolitischen Themen standen dabei regelmäßig Besichtigungen und Informationsveranstaltungen im Kreisgebiet auf dem Programm. Themen waren unter anderem die Daseinsvorsorge in den Bereichen Wasser, Energie und Rohstoffe sowie der Wandel mittelständischer Unternehmen in der Region. Aktuell zählt der Kreisverband 178 Mitglieder.
Im Rahmen der Versammlung wurden langjährige Mitglieder geehrt. Für 25 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet wurden Thomas Seeger, Berndt Pfaff und Herbert Hermle. Klaus Holzner wurde für 60 Jahre und Peter Rottenburger sogar für 70 Jahre Treue zum Verband geehrt.
Bei den anschließenden Wahlen gab es einen Wechsel an der Spitze des Kreisverbandes. Bürgermeister Rainer Betschner wurde einstimmig zum neuen Kreisvorsitzenden gewählt, ebenso Vanessa Bretthauer als stellvertretende Kreisvorsitzende. Hans Mauch kandidierte nach zwölf Jahren an der Spitze des Kreisverbandes nicht mehr, ebenso verzichtete Regina Steimer nach 19 Jahren als Stellvertreterin auf eine erneute Kandidatur.
Verbandsgeschäftsführer Tilman Schmidt gratulierte den neu Gewählten und würdigte zugleich das langjährige Engagement der bisherigen Amtsinhaber. In einer launigen Laudatio blickte er auf den Werdegang von Hans Mauch innerhalb des Verbandes zurück. Bereits während seines Fachhochschulstudiums engagierte sich Mauch im Arbeitsausschuss zur Reform der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst. Es folgten Tätigkeiten als Landesjugendleiter, langjähriges Mitglied im Verbandsvorstand sowie viele Jahre als stellvertretender Kreisvorsitzender unter Bürgermeister Gustav Kammerer. Zum Dank überreichte Schmidt ein Präsent.
Alexander Schmid berichtete anschließend aus der aktuellen Landespolitik. Er kritisierte die derzeit intensiv geführte Neiddebatte gegenüber der Beamtenschaft und deren „angeblichen“ Privilegien. Die Diskussion sei zwar nicht neu, allerdings beteiligten sich inzwischen zunehmend Politiker daran, „die es eigentlich besser wissen müssten“. Besonders die Vermischung von Renten- und Krankenversicherung nach dem Motto „wenn alle einzahlen, ist mehr Geld im Topf“ werde kritisch gesehen. Der dbb habe deshalb ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die wesentlichen Bestandteile des Berufsbeamtentums untersuchen solle, insbesondere mit Blick auf die verfassungsrechtlich geschützte Alimentation.
Zur Besoldung erklärte Schmid, dass eine Gehaltsanpassung rückwirkend zum 1. April 2026 in Höhe von 2,8 Prozent zugesagt worden sei. Zudem verwies er auf weiterhin laufende Gerichtsverfahren zur Kostendämpfungspauschale. Um mögliche Ansprüche zu sichern, sei weiterhin ein jährlicher Widerspruch erforderlich.
Nach einer intensiven Diskussion dankte Hans Mauch allen Teilnehmern für ihr Kommen. Sein besonderer Dank galt Verbandsgeschäftsführer Tilman Schmidt, dessen Mitarbeiterinnen Klingler, Krahl und Sivalec sowie der bisherigen stellvertretenden Kreisvorsitzenden Regina Steimer.
Bereits vor der Kreisversammlung stand eine Betriebsbesichtigung bei der Firma RUWI in Winzeln auf dem Programm. Firmenchef Reiner Ruggaber sowie seine Söhne Florian und Daniel präsentierten das im vergangenen Jahr neu errichtete Firmengebäude, das vollständig aus Schwarzwälder Holz gebaut wurde. Dabei wurde deutlich, wie stark die Firmenphilosophie vom Gedanken geprägt ist, aus Bestehendem Neues zu entwickeln. Dies spiegelt sich auch in den Produkten wider, etwa bei Hubtischen und weiteren Innovationen für das Schreinerhandwerk. Beeindruckend zeigte sich zudem das nachhaltige Energiekonzept des Gebäudes mit Fußbodenheizung, gespeist ausschließlich durch Solarenergie, Photovoltaik und Wärmepumpe. Ebenso spürbar war der wertschätzende Umgang der Mitarbeitenden untereinander. Das Unternehmen, typisch schwäbisch aus kleinen Anfängen gewachsen, ist heute ein wichtiger Bestandteil der Gemeinde.
