Unangenehmes Nachspiel für die Feuerwehr Rottweil nach einem an sich harmlosen Einsatz: Die Besatzung eines Löschfahrzeugs ist am frühen Freitagmorgen von einem Spaziergänger mit Hund massiv beschimpft und bedroht worden.
Der Einsatz war reine Routine: Bei der Firma Mahle in Rottweil hatte ein Brandmelder ausgelöst. Das im Produktionsbereich, wo schon mal Rauch oder Qualm entstehen kann. Es gab kein Feuer, es gab damit auch nichts zu tun. Dass die Feuerwehr für den Fall der Fälle bei einem Brandmelderalarm dennoch mit einem Löschzug anrückt, gehört ebenso zur Routine. Es gab schon gefährliche Feuer, die zunächst einfach nur ein Brandmelderalarm gewesen sind.
Zurück zum Fall bei Mahle am frühen Freitagmorgen. Kurz nach Mitternacht sind vier Fahrzeuge der Rottweiler Feuerwehr und die Polizei mit einem Streifenwagen an- und wenige Minuten darauf wieder abgerückt. Denn es gab ja nichts zu löschen.
Und dennoch: Ärger gab es trotzdem. Bei der Wegfahrt hielt der Fahrer eines Löschfahrzeugs an, weil am Straßenrand jemand wild gestikulierte. Der Feuerwehrmann kurbelte die Scheibe herunter – und bekam eine Schimpfkanonade ab, die sich gewaschen hatte.
Ein Spaziergänger hatte sich offenbar maßlos darüber aufgeregt, dass die Feuerwehr mit Sondersignal angerückt war. In der entsprechenden Lautstärke. Vier Fahrzeuge mit Presslufthorn, leise ist das nicht.
Seine Kameraden hätten sich nicht auf den Streit eingelassen, so Müller weiter. Der Fahrer habe die Scheibe wieder hochgekurbelt und sei dann losgefahren. Der Mann rief dem abrückenden Wagen noch einige laute, unverständliche Sätze hinterher. Unbeeindruckt davon, dass ihn gerade ein Streifenwagen der Polizei passierte.
„Der Mann hat den Fahrer des Einsatzfahrzeugs massiv beschimpft“, bestätigte noch in der Nacht Stadtbrandmeister Frank Müller die Beobachtungen der NRWZ. Es seien derbe Schimpfworte gefallen. Und die Breitseite gipfelte laut Müller darin, dass der Spaziergänger, der einen großen Hund dabei hatte, dem Fahrer androhte: „Wenn ich Dich mal erwische…“
Müller kommentierte das Verhalten des unbekannten Mannes nicht, zeigte aber Unverständnis. „Wir müssen doch mit Sondersignal fahren“, sagte er mit einem übers Telefon wahrnehmbaren Kopfschütteln.
Nun, manchen Zeitgenossen ist das aber offensichtlich zu laut. „Wir haben immer mal wieder mit Beschwerden zu tun“, so der Stadtbrandmeister. Aber dass einer dem Feuerwehrauto hinterher brüllt? Das kommt seltener vor.
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