Hitze, pralle Sonne und Heavy Rotation statt Evakuierungsdurchsagen: Nach dem turbulent gestarteten Auftakt hat sich das Southside-Festival 2026 am Samstag von seiner klassischen Festival-Seite gezeigt. Zwischen vollen Campingplätzen, dicht gedrängten Menschenmengen vor den Bühnen und einem hochkarätigen Line-up erlebten rund 59.000 Besucherinnen und Besucher einen langen, lauten und erstaunlich entspannten Sommertag in Neuhausen ob Eck – unsere Fotografin war mittendrin.
Am zweiten Tag des Southside-Festivals 2026 hat sich die Stimmung in Neuhausen ob Eck spürbar gewandelt: Nach der Gewitternacht zum Auftakt präsentierte sich der Samstag als klassischer Hochsommertag – brütend heiß, staubig, aber mit deutlich entspannterer Dramaturgie als am Vorabend. Die Besucherinnen und Besucher, rund 59.000 an der Zahl, hatten sich eingerichtet: Zeltstädte standen dicht an dicht, vor den Bühnen dominierten Sonnenhüte, Caps und improvisierte Sonnensegel, dazwischen immer wieder Gruppen, die mit Wasserflaschen, nassen Tüchern und viel Geduld gegen die Hitze ankämpften. Sicherheitskräfte und Sanitätsdienste meldeten ein reges, aber geordnetes Geschehen; Wasserstellen und Schattenplätze wurden ebenso gut angenommen wie die App‑Hinweise der Veranstalter.
Der Unwetter‑Schock vom Freitag war am Samstag vor allem noch in den Gesprächen auf den Wegen präsent. Viele, die am Vorabend in ihre Autos oder in sichere Bereiche geflüchtet waren, erzählten von Blitz, Hagel und Böen – und davon, wie schnell das Gelände innerhalb von Minuten geräumt wurde. Am Samstag dominierten dagegen die Bilder eines „normalen“ Festivalbetriebs: Soundchecks am späten Vormittag, erste Acts auf den großen Bühnen, lange Schlangen an den Foodtrucks, dazwischen immer wieder kurze Pausen im Schatten, bevor sich die Flächen vor den Stages zum Nachmittag sichtbar füllten. Die Infrastruktur hielt stand: Shuttles, Einlass, Camping‑Zugänge und Versorgungsstände funktionierten ohne größere Störungen, die Organisation wirkte eingespielt.
Musikalisch gehörte der Samstag zu den am stärksten besetzten Tagen des Wochenendes. Die großen Namen aus Rock, Indie, Punk und Pop sorgten dafür, dass die Areale vor den Hauptbühnen bereits am frühen Abend dicht gefüllt waren, bevor die Headliner das Gelände endgültig in ein Meer aus Fahnen, Leuchtarmbändern und Handylichtern verwandelten. Offspring, etwa. Und Bosse. Für viele Festivalgäste war der Tag zugleich Entschädigung für die Unterbrechung am Freitag: Wo am Vorabend Sirenen und Durchsagen die Szenerie bestimmten, standen nun fulminante Liveshows und ausgelassene Stimmung im Vordergrund. Bis spät in die Nacht blieben die Wege rund um die großen Bühnen und die elektronischen Floors gut gefüllt, während über den Zeltplätzen die Bässe wie ein kontinuierlicher Hintergrundteppich lagen.
Auch die Rahmenbedingungen prägten den Charakter dieses Festivaltages. Die anhaltende Hitze verlangte den Gästen einiges ab – immer wieder suchten Besucherinnen und Besucher Abkühlung an den Wasserstationen oder bei kurzen Abstechern zurück zum Campingplatz. Gleichzeitig sorgten zusätzliche Schattenpunkte, Awareness‑Teams und eine sichtbare Sicherheitspräsenz dafür, dass der Tag trotz der Temperaturen weitgehend ruhig blieb. In den Gesichtern spiegelte sich die typische Southside‑Mischung: Erschöpfung vom Vortag, Hitze und Sonne – aber auch dieses besondere Gefühl, Teil eines großen, lauten, bunten Wochenendes zu sein.
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