SCHRAMBERG (him) – Das Corona-Jahr, es hat so vieles auch Kulturelles verhindert. Konzerte konnten nicht stattfinden, Museen waren geschlossen und Theateraufführungen unmöglich. In Schramberg hätte man gerne an den 90. Geburtstag des Bildhaues Erich Hauser am 15. Dezember 2020erinnert.
Arnhold Budick, ein großer Kenner Hauserscher Arbeiten besonders in Schramberg, hatte einen Stadtrundgang vorbereitet, um an seine Frühphase als Künstler in Schramberg zu erinnern. Wegen der Pandemie musste der Rundgang ausfallen. Stattdessen veröffentlichte der „Schwarzwälder Bote“ eine Artikelserie und stellte in der damals ebenfalls geschlossenen Geschäftsstelle einige seiner Werke aus.
Hauser häufig zu entdecken
Nun hat Budick, der auch Vorstandsmitglied im Förderverein der Kunststiftung Erich Hauser ist, in einer Dokumentation zusammengestellt, was an Ehrendem im vergangenen Jahr zu Hauser in Schramberg veröffentlicht wurde.

Es gibt Hausers Werke an vielen Stellen in der Stadt zu entdecken: Vom eher unbekannten Wandgemälde im Eingangsbereich eines Hauses in der Berneckstraße über den erst jüngst wegen einer umstrittenen Sanierung in die Diskussion geratenen Findlingsbrunnen beim Lichtspielhaus bis hin zur großen Stahlplastik am Tunneleingang. Diese Plastik hatten Schramberger Geschäftsleute 1992 gestiftet.
„Der Scheiß muss weg“
In einem der Texte zu dieser Dokumentation erzählt der damalige Oberbürgermeister Herbert O. Zinell die Anekdote, dass die Stadtgärtner um die Plastik ein schönes Blumenbeet angelegt hatte, weil sie nur Rasen zu unattraktiv fanden. Bei einem Besuch bei Hauser auf der Saline habe der seinem Ärger tüchtig Luft gemacht, erzählt Zinell. „Ihr wollt alles verniedlichen“, so Hausers Vorwurf und: „Der Scheiß muss weg.“
Er habe daraufhin gegen den Widerstand der Stadtgärtnerei angeordnete, die Blumen wieder zu entfernen. „Nicht nur, um einem weiteren Konflikt mit Erich Hauser aus dem Wege zu gehen, sondern weil er gestalterisch einfach recht hatte.“

Spitzenposition
In ihrem Grußwort erläutert Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr, Hauser habe in seiner Schramberger Zeit mit etlichen Materialien experimentiert. „Hier reifte er zu dem Erich Hauser, der bis heute gerühmt wird.“ Der Vorsitzende der Kunststiftung Erich Hauser, der Rottweiler Wilhelm Rieber schreibt, zu Hausers beeindruckenden Werken zähle „mit Sicherheit die Innengestaltung der St. Maria-Kirche“.
Kreisarchivdirektor Bernhard Rüth betont, Hauser nehme „unter den Künstlerpersönlichkeiten unserer Region eine Spitzenposition ein“. Die Schramberger Aktivitäten zum 90. Geburtstag zeigten in “verdienstvoller Weise Hausers Wurzeln in der Region“.
Anekdoten um Hauser
Der Schramberger Grafiker Uwe Rettkowski beschreibt Hauser auch als „einen geistvollen Spötter seiner Mitmenschen“ und dessen feine Art des geistvollen Humors. Auch die Gestaltung eines Werkverzeichnisses habe er übernehmen dürfen und großen Respekt vor dem bekannten Künstler gehabt. Doch Hauser habe ihn schließlich gelobt: „Hosch gut g’macht. Doch da hinten nehmen wir ein anderes Foto.“
Peter Renz erzählt, wie er Hauser dazu brachte, einen Kunstteppich für ihn zu entwerfen. Im Vorfeld sollen dabei etliche nicht druckreife Wörter gefallen sein. „Der Erich-Hauser-Teppich erschien in streng limitierter Auflage und fand mit großem Erfolg Abnehmer in aller Welt.“
Arnhold selbst berichtet aus seiner Zeit als Volksbankchef. Da präsentierte man in der Schalterhalle ein Wandrelief, das heute am Eingang der Bank zu sehen ist. Gefragt, was er sich denn bei der Herstellung dieses Objektes gedacht habe, habe Hauser knapp geantwortet: „Nix.“
Info: Die Dokumentation ist ab sofort bei der Stadt- und Bürgerinformation zu haben.
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