ROTTWEIL – Guggenmusik kennt Rottweils Fasnet nicht. Und dennoch schlägt Nolabeat mit seinem schwungvollen Einzug ins Refektorium des Kapuziners ganz nonchalant den Bogen von Rottweils Traditionsfest bis zum Mardi Gras in New Orleans – der Gedanke an die Freiheit der tollen Tage mit inbegriffen.
Easy going kündigt Hansjörg Mehl die lang von ihm nach Rottweil gebetene Gruppe aus Esslingen an. Easy dancing hätte besser getroffen, wären die Stuhlreihen zwischen den rund 80 Zuhörerinnen und Zuhörern nicht gar zu eng für eine flotte Sohle.
Mit überbordender Spielfreude musizieren und singen sich Marc Roos (Posaune, Vocal), Uli Röser (Posaune, Vocal), Valentin Hansel (Gitarre, Vocal), Markus Bodenseh (Bass) und Florian Schlechtriemen (Drums) durch den Abend, weben freie Klänge auf traditionellen Rhythmen der Brass-Literatur, flechten Motive aus Pop, Ska und Blues ein, lassen sich gegenseitig viel Raum für Solo-Höhenflüge. „Spread the good vibes“ lautet einer ihrer Titel – und genau das tun die Jungs um die Frontmänner Uli Röser und Marc Ross. Kaum jemand, der nicht mit dem Kopf nickt, der Sohle wippt oder den Schultern zuckt.
New Orleans bildet den Nabel des musikalischen Geschehens für die fünf Jungs: offene Bühnen für jeden, der Musik macht, „Party on the Street“, schwitzige Dämpfigkeit und mückengeschwängerte Schaufelradfahrten auf dem Mississippi. All das fasst Nolabeat in Klänge, mäandert spielerisch zwischen Ironie („March of the T-Bones“), Bewunderung („I’am talking about New Orleans“) und Begeisterung („Attitude“) für die Stimmung der Multi-Kulti-Stadt im Süden der USA.
Zum Schluss holt Uli Röser zu „Mardi Gras Day“ die Menschen im Refektorium trotz später Stunden von den Stühlen – zum Klatschen und Wippen, soviel Platz muss sein. Selbst wenn Rottweil nur am Neckar liegt und ein Schaufelraddampfer nicht weit kommen würde – die Marschmusik aus Louisiana fährt auch fasnetsgeübten Rottweilern in die Glieder.