Grüner Artur Eichin im kommenden Landtag – Wahlkreis Rottweil mit drei Abgeordneten vertreten

Grüner Durchbruch: Neuzugang im Stuttgarter Landtag stärkt Vertretung des Wahlkreises Rottweil. Sänze bleibt, Karrais muss gehen.

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Eichin (links) und Özdemir. Foto: Peter Arnegger

Artur Eichin (Grüne) zieht nach der Landtagswahl vom Sonntag für den Wahlkreis 53 Rottweil in den baden-württembergischen Landtag ein – nicht direkt über das Wahlkreisergebnis, sondern über die Landesliste seiner Partei. Im Landtag vertreten bleibt zudem Emil Sänze (AfD), der den Wahlkreis Rottweil bereits in der vergangenen Legislaturperiode vertreten hat. Das Direktmandat erhalten hat Stefan Teufel – zum bereits fünften Mal.

Im Wahlkreis Rottweil hat CDU-Mann Stefan Teufel das Direktmandat klar verteidigt. Er kam bei den Erststimmen auf 37,7 Prozent. Dahinter folgten Emil Sänze (AfD) mit 24,5 Prozent und Artur Eichin (Grüne) mit 15,3 Prozent. Daniel Karrais (FDP) erzielte 8,6 Prozent. Ali Zarabi (SPD) hatte 5,4 Prozent und Daniel Hettich (Linke) kam auf 3,0 Prozent. Bei den Zweitstimmen lautet das Ergebnis im Wahlkreis: CDU 33,1 Prozent, AfD 25,1 Prozent, Grüne 21,9 Prozent, FDP 5,2 Prozent, SPD 4,3 Prozent, Linke 2,6 Prozent.

Trotz des verpassten Direktmandats reicht Eichins Listenplatz auf der Landesliste der Grünen nun für den Einzug in den Landtag. Er war dort auf Rang 50 gesetzt – ein Platz, von dem aus ein Mandat nur bei einem entsprechend starken Abschneiden der Grünen im Land möglich ist. Mit dem nun vorliegenden Ergebnis bekommt der Wahlkreis Rottweil damit neben dem direkt gewählten CDU-Abgeordneten Stefan Teufel erstmals auch einen Grünen Abgeordneten in Stuttgart. AfD-Politiker Emil Sänze zieht ebenfalls erneut in den Landtag ein und bleibt damit Vertreter des Wahlkreises Rottweil in der AfD-Fraktion. Der bisherige FDP-Abgeordnete Daniel Karrais hingegen verliert sein Mandat und ist im neuen Landtag nicht mehr vertreten – weil seine FDP die 5-%-Hürde nicht geschafft hat.

Für Eichin, der im Wahlkreis als politischer Neuling angetreten war, ist der Einzug ins Parlament ein besonderer Erfolg. Bereits am Wahlabend hatte er mit der Möglichkeit gespielt, dass es über die Liste reichen könnte. „Vielleicht reicht es, vielleicht auch nicht, aber das Ergebnis ist Hammer“, lautete die erste Reaktion eines sehr gut gelaunten Eichin. „Wir haben alles überholt und unsere Erwartungen übertroffen“, sagte er, „das zählt, das zeigt, dass Baden-Württemberg wirklich, wirklich grün geführt sein will.“

„Das ist ein ganz großartiger Erfolg für uns“, freut sich der frischgebackene Landtagsabgeordnete laut einer Pressemnitteilung am Tag nach der Wahl. „Jetzt können wir die Themen richtig im Landtag platzieren. Das freut mich riesig! Und unser Wahlkampf war auch richtig cool! Wir haben alles überholt und unsere Erwartungen übertroffen“, so Eichin.“

Diese Abgeordneten sind im Landtag

Für Abgeordnete gibt es zwei Wege in den Landtag: über den Wahlkreis oder über die Landesliste.

Wahlkreis: Wer die meisten Stimmen im Wahlkreis erhält, zieht über ein sogenanntes Direktmandat in den Landtag ein.

Landesliste: Die Zahl der Abgeordneten, die per Landesliste in den Landtag kommen, hängt vom Zweitstimmenergebnis der Partei ab, außerdem auch davon, wie viele Wahlkreise die jeweilige Partei gewinnen konnte. Erst wenn das gesamte Zweitstimmenergebnis feststeht, ist auch bekannt, wie viele Abgeordnete im neuen Landtag vertreten sind – und damit auch, wie viele über die Landesliste den Sprung ins Parlament schaffen.

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