Teufel holt Direktmandat zum fünften Mal – CDU-Mann sieht „Vertrauensbeweis für Politik mit Maß und Mitte“

CDU-Mann Stefan Teufel verteidigt Direktmandat im Wahlkreis Rottweil – AfD legt massiv zu, FDP stürzt ab.

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Hagel (links) und Teufel. Fotos: Peter Arnegger

Wahlkreis Rottweil – Die CDU hat den Landtagswahlkreis 53 Rottweil klar gewonnen. Direktkandidat Stefan Teufel verteidigt sein Mandat und zieht damit zum fünften Mal in Folge als direkt gewählter Abgeordneter in den Stuttgarter Landtag ein. Nach dem vorläufigen Endergebnis kommt Teufel bei den Erststimmen auf 37,7 Prozent und liegt damit deutlich vor seinem AfD-Herausforderer Emil Sänze, der 24,5 Prozent erreicht. Dahinter folgen Artur Eichin (Grüne) mit 15,3 Prozent, Daniel Karrais (FDP) mit 8,6 Prozent und Ali Zarabi (SPD) mit 5,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung im Wahlkreis liegt bei 70,5 Prozent.

Während Teufel das Direktmandat holt, ist sein stärkster Konkurrent im Wahlkreis dennoch im neuen Landtag vertreten: Emil Sänze zieht über Platz 1 der AfD-Landesliste sicher ins Parlament ein. Für FDP-Mann Daniel Karrais endet der Wahlabend dagegen mit einer Niederlage – wegen des Scheiterns seiner Partei an der Fünf-Prozent-Hürde auf Landesebene verpasst er den erneuten Einzug in den Landtag trotz eines abgesicherten Listenplatzes.

„Klarer Vertrauensbeweis“

In einer ersten Reaktion spricht Teufel von einem „klaren Vertrauensbeweis“ der Wählerinnen und Wähler. „Die CDU hat die Landtagswahl hier im Wahlkreis Rottweil gewonnen. Dafür möchte ich mich von Herzen bei allen Wählerinnen und Wählern bedanken. Ihr Vertrauen ist für mich Auftrag und Verpflichtung zugleich“, erklärt er. Ein besonderer Dank gelte seinem „Team Teufel“, das den Wahlkampf mit großem Einsatz getragen habe.

Teufel ordnet das Ergebnis als Bestätigung eines moderaten Kurses ein: „Dieses Ergebnis ist zugleich ein klarer Vertrauensbeweis für Politik mit Maß und Mitte. Die Menschen erwarten weniger Ideologie und mehr Pragmatismus – genau dafür steht die CDU.“ Zugleich bedankt er sich bei CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel, der sich „mit großem Engagement und unermüdlichem Einsatz für unser Land eingesetzt“ habe.

Dass er den Wahlkreis nun bereits zum fünften Mal direkt gewinnt, hat für Teufel eine besondere persönliche Bedeutung. „Es ist ein besonderer Ausdruck der Unterstützung durch die Bürgerinnen und Bürger meiner Heimat“, so der Christdemokrat. Der direkte Kontakt zu den Menschen im Wahlkreis sei für ihn immer zentral gewesen – und werde es auch in Zukunft bleiben.

Der CDU-Politiker verweist darauf, dass der Rückenwind aus der Bundespolitik begrenzt gewesen sei. „Der Rückenwind aus Berlin war in diesem Wahlkampf nicht besonders ausgeprägt“, sagt Teufel mit Blick auf die politische Großwetterlage. Gleichzeitig hätten die großen internationalen und nationalen Herausforderungen den Wahlkampf stark geprägt: der Krieg in der Ukraine, neue handelspolitische Spannungen etwa durch US-Zölle, Fragen der Migration und die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe.

Auffälliges AfD-Ergebnis am Hegneberg

Im Wahlkreis selbst zeigte die Auszählung ein differenziertes Bild: In vielen ländlichen Gemeinden bleibt die CDU deutlich stärkste Kraft, während die AfD dort massiv zulegt. In Orten wie Hardt, Lauterbach oder Bösingen holt die CDU bei Erst- und Zweitstimmen Spitzenwerte, zugleich erreicht die AfD teils knapp 30 Prozent. In der Kreisstadt Rottweil liegen CDU und Grüne bei den Zweitstimmen dicht beieinander, während die AfD unter ihrem Wahlkreisschnitt bleibt. Auffällig sind starke AfD-Ergebnisse etwa im Rottweiler Stadtteil Hegneberg oder in Gemeinden wie Wellendingen und Dietingen. Insgesamt wird der Wahlkreis künftig von zwei Abgeordneten vertreten: Stefan Teufel (CDU) über das Direktmandat und Emil Sänze (AfD), der über die Landesliste in den Landtag einzieht.

Inhaltlich sieht Teufel die Schwerpunkte der kommenden Legislatur klar umrissen. „Gerade die großen Herausforderungen unserer Zeit – der Krieg in der Ukraine, neue Zölle und handelspolitische Spannungen, Migration und die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe – haben uns im Wahlkampf stark beschäftigt“, sagt er. Im Mittelpunkt hätten deshalb landespolitische Kernfragen gestanden: gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen, eine starke Bildungspolitik, Sicherheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Besonders der Arbeitsmarkt spiele dabei eine zentrale Rolle.

Für die kommenden Jahre formuliert Teufel einen klaren Arbeitsauftrag: „Genau daraus ergibt sich auch die Roadmap für die kommenden Jahre: Wir müssen alles dafür tun, Arbeitsplätze zu sichern, unsere Wirtschaft zu stärken und gleichzeitig den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu festigen.“ Dazu gehörten aus seiner Sicht verlässliche Rahmenbedingungen für Unternehmen, Investitionen in Bildung und Fachkräftesicherung sowie Maßnahmen, die das Miteinander im Land stärken und Polarisierung entgegenwirken.

Mit dem erneuten Gewinn des Direktmandats und einem Erststimmenanteil von knapp 38 Prozent geht Teufel gestärkt in die nächste Wahlperiode – vor dem Hintergrund eines Wahlabends, an dem die CDU im Wahlkreis zulegt, die AfD deutlich stärker wird und insbesondere FDP und Grüne im Vergleich zu 2021 spürbare Verluste hinnehmen müssen.

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