„Mohameds Imbiss“ an der Kaufhausecke am Kriegsdamm in Rottweil muss im Zuge der Umgestaltung des Kriegsdamms schließen. Für die Stammgäste war die Kneipe nach Angaben der Verfasserin eine Art Heimat und Rückzugsort.
Mohamed-Reza Jandaghi kam Anfang der 1990er Jahre mit seiner Frau Homa und den drei Kindern aus Teheran beziehungsweise einem Vorort der iranischen Hauptstadt nach Deutschland. Die Familie floh nach Angaben der Pressemitteilung wegen der zunehmenden Unterdrückung durch das Mullahregime. Sie kam zunächst nach Dunningen, wo beide Eltern Arbeit in einer Fabrik fanden.
Im Januar 1995 schloss Mohamed Jandaghi den Vertrag mit einer Brauerei ab und eröffnete die Wirtschaft. Mehr als 30 Jahre stand er anschließend hinter der Theke.
Zum Angebot gehörten Pizzen mit persischen Geschmacksrichtungen, darunter „Bademdjun“ mit Aubergine und „Barali“ mit dicken Bohnen. Jandaghis Kinder sind laut Mitteilung heute Ingenieur und Zahnärztin beziehungsweise Ingenieurin und Zahnärztin.
Am Abend, bevor er die Kneipe schloss, gab Mohamed nach Angaben der Verfasserin übrig gebliebenes Kebab an hungernde Menschen und Obdachlose aus. Kindern spendierte er demnach gelegentlich ein Eis oder eine Cola.
Seine Stammgäste bedauern die Schließung. Sie seien nun „verwaist“, heißt es in der Mitteilung.
