Ein Ultraleichtflugzeug stürzte nach Angaben des Polizeipräsidiums Konstanz im Bereich der Sankt-Christophorus-Kapelle bei Dunningen ab. Der Pilot war allein an Bord. Er starb beim Aufprall auf den Boden.
Der 72-Jährige habe noch in der Luft versucht, den Gesamtrettungsschirm der Maschine auszulösen, teilte die Polizei mit. Der Versuch misslang.
Warum das Flugzeug abstürzte, ist bislang offen. Die Ermittlungen zur Unfallursache hat die Kriminalpolizei übernommen. Weitere Angaben – etwa zur Herkunft des Piloten, zum Flugzeugtyp oder zum Startort – machte die Polizei zunächst nicht.
Absturzstelle liegt auf der höchsten Anhöhe der Gemeinde
Die Sankt-Christophorus-Kapelle steht an der Staudenstraße auf dem höchsten Punkt der Gemarkung Dunningen. Der 2009 fertiggestellte Bau des Rottweiler Künstlers Tobias Kammerer ist ein Ziel für Radfahrer und Wanderer, von dort reicht der Blick bis zum Schwarzwald und zur Schwäbischen Alb.
Rund drei Kilometer nordöstlich von Dunningen liegt das Ultraleichtfluggelände Bösingen, ein Gelände für Ultraleichtflugzeuge und Hängegleiter mit einer 410 Meter langen Graspiste, betrieben vom Drachenfliegerverein Bösingen. Ob das verunglückte Flugzeug dort gestartet ist, teilte die Polizei nicht mit.
Was ein Gesamtrettungssystem leistet
Gesamtrettungssysteme gehören in Deutschland zur vorgeschriebenen Ausrüstung von Ultraleichtflugzeugen. Anders als ein Fallschirm für den Piloten bringt ein solches System das komplette Flugzeug an einem Schirm zu Boden. Ausgelöst wird es in der Regel über einen Griff im Cockpit, der einen Raketenmotor zündet und den Schirm herauszieht. Damit sich der Schirm vollständig entfalten kann, ist eine Mindesthöhe nötig – wie hoch sie ausfällt, hängt vom jeweiligen System und den Herstellerangaben ab.
Schwere Unfälle in der Luftfahrt werden in Deutschland üblicherweise von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig aufgearbeitet, die ihre Berichte später veröffentlicht. Ob die BFU auch in diesem Fall tätig wird, war am Samstag zunächst nicht bekannt.
Die Angaben zum Unfallhergang stammen vom Polizeipräsidium Konstanz. Die Einordnungen zur Umgebung des Unfallorts und zur Technik hat die Redaktion ergänzt.
