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Nach Flucht vor Polizeikontrolle: Warum die Polizei trotzdem Zeugen sucht

Ein Leser fragt nach eingesetzter Technik bei Verkehrskontrollen. Das Polizeipräsidium Konstanz erklärt, warum der Zeugenaufruf nach der Verfolgung eines BMW-Fahrers einen anderen Zweck verfolgt.

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Symbol-Foto: Peter Arnegger

Die Flucht eines BMW-Fahrers vor einer Polizeikontrolle in Rottweil hat viele Leser beschäftigt. Besonders eine Frage tauchte auf: Warum sucht die Polizei überhaupt noch Zeugen, wenn moderne Technik wie Dashcams oder Bodycams zur Verfügung steht? Auf Nachfrage der NRWZ hat das Polizeipräsidium Konstanz den Hintergrund erläutert.

Nach der spektakulären Flucht eines BMW-Fahrers vor einer Verkehrskontrolle am Donnerstagmittag in Rottweil meldete sich ein NRWZ-Leser mit einer grundsätzlichen Frage. Angesichts von Dashcams, Bodycams und anderer moderner Kameratechnik erscheine es ihm überraschend, dass die Polizei auf Zeugen angewiesen sei. Gerade zum Schutz der Einsatzkräfte sei eine umfassende technische Dokumentation heute naheliegend, schrieb er der Redaktion.

Das Polizeipräsidium Konstanz widerspricht dieser Einschätzung zumindest für den konkreten Fall.

Zeugen sollen mögliche Gefährdete erreichen

Wie ein Sprecher auf Anfrage der NRWZ erklärt, diene der veröffentlichte Zeugenaufruf in erster Linie nicht dazu, den Fahrer zu identifizieren. „Hier sind wir zuversichtlich, diesen zeitnah ermitteln zu können“, teilt die Polizei mit. Vielmehr gehe es darum, mögliche Verkehrsteilnehmer zu finden, die durch die riskante Fahrweise des BMW-Fahrers gefährdet worden sein könnten.

Während der Verfolgung hätten die Beamten bewusst Abstand gehalten, um andere Verkehrsteilnehmer nicht zusätzlich zu gefährden. Deshalb hätten sie selbst keine konkreten Gefährdungssituationen beobachten können. Für die strafrechtliche Bewertung spiele jedoch eine Rolle, ob andere Autofahrer, Lastwagenfahrer oder Motorradfahrer tatsächlich ausweichen oder bremsen mussten.

Genau diese Personen bittet die Polizei deshalb, sich beim Verkehrsdienst Zimmern ob Rottweil zu melden.

Polizei setzt bereits Dashcams ein

Der Hinweis des Lesers auf moderne Kameratechnik geht allerdings nicht ins Leere. Tatsächlich nutzt die Polizei Baden-Württemberg bereits seit mehreren Jahren Dashcams. Nach Angaben des Polizeipräsidiums sind seit 2022 die Verkehrspolizeien der regionalen Polizeipräsidien – überwiegend in uniformierten Streifenwagen – mit Dashcams ausgestattet. Dieses System werde inzwischen schrittweise auch auf zivile Polizeifahrzeuge ausgeweitet.

Beim Polizeipräsidium Konstanz seien zudem alle uniformierten Streifenwagen, die auf den Autobahnen eingesetzt werden, mit Dashcams ausgerüstet.

Flucht führte über B27 bis Richtung Schömberg

Der Vorfall hatte sich am Donnerstag gegen 12.15 Uhr ereignet. Eine zivile Streife des Verkehrsdienstes wollte einen grünen BMW der 3er-Reihe in der Hochbrücktorstraße in Rottweil kontrollieren. Der Fahrer erweckte zunächst den Eindruck anzuhalten, beschleunigte dann jedoch plötzlich und flüchtete.

Über das Berner Feld fuhr er auf die B27 in Richtung Neukirch und setzte seine Fahrt nach Angaben der Polizei mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit fort. Mehrfach soll er trotz Gegenverkehrs überholt haben. Kurz vor Schömberg verloren die Beamten den Wagen aus den Augen.

Die Ermittlungen dauern an.

Wer durch die Fahrweise des BMW gefährdet wurde oder den Vorfall beobachtet hat, wird weiterhin gebeten, sich beim Verkehrsdienst Zimmern ob Rottweil unter Telefon 0741/34879-0 zu melden.

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