Abbuchung statt Auszahlung? Vorsicht vor Privatverkäuferbetrug

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Für sichere Zahlungen über Online-Konten sollte stets eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktiviert sein. Foto: Shutterstock

Was als harmloser Verkauf eines gebrauchten Artikels beginnt, kann für Verbraucher teuer enden. Statt Geld für ihre Ware zu bekommen, verlor eine Betroffene fast 3.000 Euro. Damit ist sie leider kein Einzelfall: Das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ) warnt vor Betrügern, die sich auf europäischen Online-Second-Hand-Plattformen tummeln.

Wie läuft die Masche ab?

Vermeintliche Kaufinteressenten nehmen über europäische Online-Verkaufsplattformen wie Vinted oder Kleinanzeigen Kontakt zu den Betroffenen auf.

Dabei wird nach einer Telefonnummer oder einer privaten E-Mail-Adresse gefragt. In der Hoffnung, eine Zahlung für die angebotene Ware zu erhalten, lassen sich Verbraucher aus der sicheren App-Umgebung herauslocken.

Anschließend erhält der Verkäufer eine scheinbar offizielle Schritt-für-Schritt-Anleitung, um den Kaufbetrag zu bestätigen. Er soll dazu einen QR-Code scannen, der auf eine täuschend echt aussehende Zahlungsseite führt. Das Ablesen des elektronischen QR-Codes soll eine angeblich sichere Bezahlmethode darstellen. Ziel ist es, den Verkäufer dazu zu bringen, sensible Daten wie Online-Banking-Zugangsdaten oder Kreditkartennummern preiszugeben.

Häufig geben die Betrüger an, dass die Plattform diese Daten fordere, um den Verkauf des Produktes erfolgreich abschließen zu können. Da viele Nutzer das Verfahren nicht kennen und auf eine schnelle Zahlung hoffen, fällt der Betrug häufig nicht sofort auf. Vor allem neue Anwender, die den genauen Prozess des Handels noch nicht kennen, sind häufig Opfer dieser Betrugsmasche.

In manchen Fällen geben sich die Täter sogar als Support-Personal der Plattform aus, um das Opfer unter Druck zu setzen, Vertrauen zu gewinnen und die Freigabe der Zahlung zu erwirken. Das Ergebnis: Kriminelle erlangen wichtige Zugangsdaten und können eigenmächtig Abbuchungen vornehmen.

So lässt sich ein Betrug vermeiden:

  • Nicht von der Plattform weglocken lassen: Der gesamte Verkaufsprozess mit dem interessierten Käufer sollte ausschließlich innerhalb der Plattform stattfinden.
  • Die Herkunft des QR-Codes prüfen, um sicherzustellen, dass er von einer vertrauenswürdigen Quelle stammt.
  • Einen QR-Code-Scanner mit integrierter Sicherheitsfunktion nutzen, der verdächtige URLs erkennt und davor warnt.
  • Keine persönlichen Telefonnummern oder E-Mailadressen weitergeben.
  • Wenn eine externe Webseite geöffnet werden soll: auf Rechtschreibfehler und das generelle Erscheinungsbild achten. Wirkt etwas unseriös: Besser nichts anklicken.
  • Keinesfalls Bankdaten, geschweige denn Online-Banking-Logins preisgeben!

Was tun, wenn das Geld schon weg ist?

  • Die Verkaufsplattform kontaktieren und verdächtige Profile melden.
  • Umgehend die eigene Bank kontaktieren! Versuchen Sie, die gezahlten Beträge über eine Rückbuchung (ein sogenanntes Chargeback) zurückzufordern.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
  • Holen Sie sich rechtliche Hilfe!

Zur Sicherung von Online-Konten sollte stets eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktiviert werden. Zudem gilt: Der Empfang von Zahlungen erfordert in aller Regel keine Anmeldung oder Bestätigung per Login. Wer dazu aufgefordert wird, sollte misstrauisch werden, hier handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Betrugsversuch“, sagt Alexander Wahl, Jurist beim EVZ Deutschland.

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