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Impfschutz für Hunde: Was Halter im Kreis Rottweil vor der Urlaubsfahrt beachten sollten

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Wer mit dem Hund über die Grenze in den Sommerurlaub fährt, braucht einen gültigen Tollwutschutz und den EU-Heimtierausweis. Für den Alltag daheim empfiehlt die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin dagegen nur drei Impfungen für jeden Hund. Eine allgemeine Impfpflicht gibt es in Deutschland nicht – Tierheime und Hundeschulen dürfen Nachweise trotzdem verlangen.

Rottweil/Schramberg. Die Sommerferien in Baden-Württemberg laufen noch bis zum 12. September, und für viele Familien fährt der Hund mit. Sobald es über die Grenze geht, ist eine Impfung vorgeschrieben: Ohne nachgewiesenen Tollwutschutz darf ein Hund nicht in ein anderes EU-Land eingeführt werden. Im Alltag zu Hause sieht die Empfehlungslage anders aus.

Drei Core-Impfungen für jeden Hund

Welche Impfungen sinnvoll sind, legt die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut fest. Sie veröffentlicht dazu eine Leitlinie, die zuletzt Anfang 2025 in sechster Auflage erschienen ist. Die Kommission unterscheidet zwischen Core-Impfungen, die für alle Tiere einer Art gelten, und Non-Core-Impfungen für den Einzelfall.

„Bei den sogenannten Core-Impfungen handelt es sich um eine Impfkomponente, gegen die jedes Tier in Deutschland zu jeder Zeit geschützt sein sollte“, erklärt Max Bastian, Fachtierarzt für Mikrobiologie und Leiter der StIKo-Vet-Geschäftsstelle, in einer Mitteilung des Instituts. Drei Kriterien seien dafür ausschlaggebend: Der Erreger muss in Deutschland vorkommen, die Erkrankung muss schwer verlaufen können, und es muss ein zuverlässig wirkender Impfstoff verfügbar sein.

Bei Hunden trifft das derzeit auf drei Krankheiten zu:

  • Staupe und Parvovirose sind Virusinfektionen, die sich unter anderem durch hohes Fieber, Abgeschlagenheit, Durchfall und Erbrechen zeigen können. Schwere Verläufe können bleibende Schäden hinterlassen oder tödlich enden. Welpen werden deshalb grundimmunisiert, aufgefrischt wird laut Leitlinie im Abstand von drei Jahren.
  • Leptospirose ist eine bakterielle Infektion. Sie wird vor allem über den Urin von Nagetieren übertragen, der Pfützen und Gewässer verunreinigt. Häufige Folgen sind neben Fieber und Erbrechen auch Nierenversagen und Atemnot.

Bei der Leptospirose empfiehlt die Kommission eine jährliche Auffrischung. Der Grund: „Unter den Leptospiren gibt es viele Varianten, die teils unterschiedlich wirken können. Die Impfstoffe decken zwar ein großes Spektrum ab, aber es lassen sich nicht alle Varianten zuverlässig ausschließen“, so Bastian. Zudem halte die Immunabwehr weniger lange an als bei den Virusimpfungen.

Für Hunde, die im Landkreis Rottweil oder im Raum Schramberg regelmäßig an Neckar, Eschach, Schiltach oder in feuchtem Gelände unterwegs sind, ist dieser Punkt praktisch relevant – die Erreger halten sich bevorzugt in stehenden und langsam fließenden Gewässern.

Tollwut: keine Core-Impfung mehr, für Reisen aber Pflicht

Seit 2008 gilt Deutschland als frei von terrestrischer Tollwut, also von Tollwut bei am Boden lebenden Haus- und Wildtieren. Die StIKo Vet stufte die Impfung deshalb von einer Core- zu einer Non-Core-Impfung herab.

Für Auslandsreisen bleibt sie dennoch verbindlich. Nach den EU-Regeln muss ein Hund mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein, einen EU-Heimtierausweis mit eingetragener Tollwutimpfung mitführen und bei der Erstimpfung mindestens zwölf Wochen alt gewesen sein. Zwischen Erstimpfung und Einreise müssen mindestens 21 Tage liegen. Wer die Impfung erst kurz vor der Abfahrt nachholt, reist also unter Umständen ohne gültigen Nachweis.

Leishmaniose: Frage der Reiseroute

Auch der Schutz gegen Leishmaniose zählt zu den Non-Core-Impfungen. Übertragen wird der Erreger von Sandmücken, die vor allem im Mittelmeerraum vorkommen. „Mein Hund verbringt sein ganzes Leben in Vorpommern, der braucht keine Impfung gegen Erreger, die es dort nicht gibt“, sagt Bastian. „Für Menschen aus Süddeutschland, die regelmäßig mit ihren Tieren nach Italien oder Südfrankreich fahren, kann die Impfung dagegen doch sinnvoll sein.“

Für die Region ist ein weiterer Punkt einzuordnen: Sandmücken sind in Baden-Württemberg bereits nachgewiesen. Forschende der Universität Heidelberg wiesen zwischen 2015 und 2020 im Südwesten die Art Phlebotomus mascittii an mehreren bis dahin unbekannten Standorten nach. Ob und in welchem Umfang diese Art Leishmanien überträgt, ist bislang nicht abschließend geklärt. Die StIKo Vet hält es für möglich, dass der Erreger im Zuge des Klimawandels irgendwann auch in Deutschland heimisch wird – in diesem Fall käme eine Neubewertung der Impfempfehlung in Betracht.

Keine Impfpflicht – aber Hausrecht

Eine gesetzliche Pflicht zur Impfung von Hunden gibt es in Deutschland nicht. „Wir können hier also immer nur Empfehlungen aussprechen. Die einzige Ausnahme ist die staatlich angeordnete Impfung gegen Tollwut bei Auslandsreisen“, sagt Bastian. Hundeschulen, Vereine, Tierheime oder Hundepensionen könnten bestimmte Impfungen für ihre Einrichtung aber als Voraussetzung festlegen: „Das liegt in ihrem Hausrecht.“ Wer seinen Hund während des Urlaubs in eine Pension gibt, sollte den Impfstatus deshalb vorher klären.

Was beim Gesundheitscheck geklärt werden kann

Im Regelfall spricht die Tierarztpraxis den Impfstatus beim jährlichen Gesundheitscheck von sich aus an. „Dabei untersucht der Tierarzt bei Bedarf alles von den Zähnen über das Blut bis eben zu den Impfungen“, sagt Bastian. Auch anstehende Reisen ließen sich dabei besprechen.

Wer Nebenwirkungen befürchtet, kann laut Bastian einen Antikörpertest machen lassen: „Damit lässt sich vorab prüfen, ob überhaupt eine Auffrischung notwendig ist oder der Impfschutz noch ausreicht.“ Für die Leptospirose-Impfung ist ein solcher Test allerdings nicht aussagekräftig, weil der Antikörperspiegel dort nur begrenzt Rückschlüsse auf den tatsächlichen Schutz zulässt.

Die aktuellen Leitlinien der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin sind unter stiko-vet.fli.de abrufbar.

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